Bewertung: 7

Review: #7.09 Ein letzter Freundschaftsdienst

Foto: Michael C. Hall - Copyright: Paramount Pictures
Michael C. Hall
© Paramount Pictures

Okay, nach dieser Folge macht es einfach keinen Sinn mehr, sich irgendwelche Theorien auszudenken, denn es kommt doch ganz anders, als man denkt. Hatte ich doch meinen Plan für Dexter und Isaak genau im Kopf, wurde er mit dieser Folge komplett über Bord geworfen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und doch war diese Wendung so gut inszeniert, dass man nichts Negatives darüber sagen kann.

"Trying to have a moment? I don't bond."

Ich war fest der Meinung, dass wir einen Showdown zwischen Dexter und Isaak zu sehen bekommen werden. Das war für mich eigentlich klar. Umso überraschter war ich, dass Isaak plötzlich vor Dexters Tür steht und ihn um Hilfe bittet. Ausgerechnet Dexter, den er doch selbst aus Rache umbringen wollte. Das Hin und Her zwischen den beiden hat mir gut gefallen, denn die Spannung war immer da. Werden sie sich gegenseitig umbringen? Wer wird sterben? Ich musste oft die Luft anhalten bei den Szenen zwischen den beiden und ich bin so froh, dass man sie in dieser Folge zu "Partnern" gemacht hat. Eine positive Wendung, die ich nur begrüßen kann, weshalb das Kidnapping von Hannah angemessen war. Isaak wusste genau, dass Dexter Gefühle für Hannah hat, auch wenn dieser sich das noch nicht eingestehen will. Deshalb nutzt Isaak die Situation, entführt sie und zwingt Dexter quasi dazu, ihm zu helfen. Ein gut ausgedachter Plan, dem noch viele Höhepunkte folgen sollten. Interessant dabei ist, wie das Misstrauen zwischen ihnen weiterhin vorhanden ist. Sie wissen eigentlich nicht, ob der andere nicht gleich das Messer oder die Waffe zückt und dann alles vorbei ist. Beide hatten in dieser Folge die Gelegenheit dazu. Dass Dexter nicht stirbt, war mir fast klar, doch dass Dexter Isaak verschont, war interessant zu beobachten. Eigentlich könnte es ihm egal sein, doch seine Gefühle für Hannah sind einfach stärker. Deshalb lässt er sich auf Isaaks Spiel ein und gewinnt am Ende.

Über das Ende bin ich wirklich traurig, weil ich tatsächlich gedacht habe, dass Dexter Isaak umbringt und es auch irgendwie gehofft habe. Dass es jetzt ausgerechnet George ist, der Isaak umbringt, ist für mich nicht ganz zufriedenstellend, auch wenn es nach dieser Folge nicht gepasst hätte, wenn Dexter bei Isaak seinem Dark Passenger gefolgt wäre. Von Minute zu Minute hat man gemerkt, wie das Verhältnis der beiden sich ändert und nun beschleicht mich eine leichte Unzufriedenheit, weil ich sehr gerne noch mehr von diesem "Team" gesehen hätte. Die Umsetzung ist hervorragend gelungen und so verabschiede ich mich von Isaak und werde ihn positiv in Erinnerung behalten, denn diese Rolle wurde von Ray Stevenson großartig gespielt und von den Autoren sehr gut geschrieben. Ich werde Isaak vermissen und das kann man nicht über jeden Bad Boy in einer "Dexter"-Staffel sagen.

"I've spent my entire life trying to mask who I am and what I do but she sees through it all and accepts that part of me. If we get through this, maybe it's the human side of me that will push her away."

Das letzte Gespräch zwischen Isaak und Dexter hat quasi dazu geführt, dass Dexter sich Hannah gegenüber öffnet. Er vertraut sich ihr an, erzählt ihr von seiner Mutter und lässt Gefühle für sie zu. Als Isaak seine Worte ausgesprochen hat, hat man richtig gesehen, wie es bei Dexter Klick gemacht hat. Wenn er bei Hannah ist, muss er sich nicht verstecken. Sie akzeptiert ihn, sie versteht ihn und dadurch gibt sie ihm ein Gefühl, das er von sonst niemandem bekommen kann. Michael C. Hall hat dies wieder hervorragend dargestellt und ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wie gut er Dexters Gedanken und Gefühle vermitteln kann. Hut ab!

Dennoch gibt es einen Punkt, der ein ungutes Gefühl bei mir hinterlässt und das ist Hannahs Reaktion am Ende. Ich weiß nicht, ob ich es mir einrede, aber die Gefühle, die Dexter ihr quasi offenbart hat, konnte sie keinesfalls zurückgeben. Ich weiß nicht, ob es Angst war, oder nicht, aber irgendwie steckt da wohl noch mehr dahinter. So langsam glaube ich, dass Hannah nichts Gutes im Schilde führt und hier bin ich noch unsicher, was ich davon halten soll. Sollte sie Dexter hintergehen, würde mir das für ihn sehr leid tun, doch es könnte zur dunkelsten und letzten Staffel führen. Aber das ist nur eine Theorie und wie man sieht, kann man mittlerweile mit jeder Folge eine neue Theorie verfolgen. Deshalb genieße ich jetzt erstmal einen Dexter, der mit seinen Gefühlen überfordert ist und sich damit mit Sicherheit in große Schwierigkeiten bringt.

In diesem Zusammenhang muss ich auf das einzig Negative in dieser Folge zu sprechen kommen und das ist die Auflösung zwischen Dexter und Deb. Nach dem absoluten Höhepunkt der letzten Folge hatte ich mir ein anderes Aufeinandertreffen zwischen den beiden vorgestellt. Es ist fast so, als ob man das Thema jetzt endgültig unter den Tisch kippen will, indem die beiden einfach weitermachen, wie bisher, als ob nichts passiert wäre. Das finde ich zwar für Dexter absolut realistisch, weil er mit Gefühlen nicht umgehen kann und lieber rational denkt, doch für mich als Zuschauer, war das nicht zufriedenstellend. Nicht nach dieser großartigen Szene in der letzten Folge. Ich habe das Gefühl, dass man sich jetzt mehr auf Deb und ihren Hass auf Hannah konzentriert, denn dieser ist definitiv vorhanden und man muss ihr zugute halten, dass sie einen Krankenwagen gerufen hat. Denn es hat keinesfalls danach ausgesehen, als ob sie es gewollt hätte. Ich frage mich, in welche Richtung das gehen wird und was man letztendlich daraus macht, denn viele Episoden sind es in dieser Staffel nicht mehr.

"There are no two stronger human emotions than fear and love. In many ways, there are not so different... both can make you do crazy things.

Ansonsten gibt es eine neue Reihe an Morden in Miami und ich frage mich, ob das gegen Ende der Staffel jetzt noch sein muss und welche Rolle dies spielen wird. Viel ist dazu nicht zu sagen, außer dass es etwas fehl am Platz wirkte und nicht viel Aufmerksamkeit bekommen hat, weil ich es eher störend empfand. Ebenso wie die Story mit Quinn und George, die mich einfach nicht interessiert und auf die ich weiterhin verzichten kann.

Viel interessanter ist da Laguerta, die jetzt Hilfe bei ihren Untersuchungen bekommt. Durch die Rückkehr von Matthews hat die ganze Suche nach dem Bay Harbor Butcher eine noch größere Bedeutung bekommen. Denn zwei Cops sehen oft mehr als einer und die Gefahr für Dexter wird damit erhöht. Hier bin ich auch sehr gespannt, was passiert, denn wenn Dexter davon Wind bekommt, ist nicht nur Laguertas Leben, sondern auch Matthews' Leben in Gefahr. Nicht mehr lange und wir werden wissen, wie das Ganze endet. Ich kann es kaum erwarten. Bisher gefallen mir die noch bedeutungslosen kleinen Szenen mit Laguerta immer besser.

Fazit

Erneut eine starke Folge in dieser Staffel. Die Wendung mit der Zusammenarbeit zwischen Dexter und Isaak kam überraschend, wurde aber großartig umgesetzt, auch wenn Isaak jetzt schwer vermisst wird. Auch die Entwicklung zwischen Dexter und Hannah gefällt bisher, auch wenn hier ein ungutes Gefühl zurückbleibt. Punktabzug gibt es leider für das Ende von Isaak, das nicht durch Dexter geschehen ist, sondern durch George, und die Interaktionen zwischen Dexter und Deb, bei denen ich mir mehr erhofft hatte.

Alex Olejnik - myFanbase


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