Bewertung: 7

Review: #13.19 Unter der Oberfläche

Foto: Jesse Williams, Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios
Jesse Williams, Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios

Diese Folge ist in vielerlei Hinsicht der zweite Teil der vorherigen: Dieselben Storylines werden behandelt, dieselben Figuren stehen im Vordergrund und die Geschehnisse, die wir zuvor sehen durften, werden weiter vertieft - leider nicht immer bis zu dem Punkt, dass wir wirklich von Entwicklungen sprechen könnten.

So ist es erneut Maggie, die im Mittelpunkt dieser Folge steht. Während alle um sie herum das Gefühl haben, dass sie jeden Moment zusammenbrechen könnten und manche, wie Owen, ihr nicht mal zutrauen, ihren Job zu erledigen, gelingt es Maggie, durch ihre Trauer hindurch zu arbeiten und das Leben des Babys zu retten. Offensichtlich ist es für Maggie aber immer noch schwer, vom Verlust ihrer Mutter loszukommen und überhaupt an irgendetwas anderes als sie zu denken – die Trauer bestimmt ihren Alltag und ihr Zusammenbruch am Ende zeigt, dass Maggie noch einen langen Weg vor sich hat, bevor sie tatsächlich den Tod von Diane hinter sich lassen wird. Daher ist es großartig, an dieser Stelle zu sehen, wie ihre Freunde und Familie für Maggie da sind. So ist es Nathan, der ein unglaubliches Urvertrauen in Maggie hat und als einziger in der Galerie nicht im Ansatz an Maggies Fähigkeiten zweifelt oder vor allem auch Jackson: Als Dianes Arzt hat er sie bis zu ihrem Tod begleitet und auch von ihrer Krankheit gewusst. Maggies Vorwürfe sind daher verständlich und man kann es hier Jackson wirklich hoch anrechnen, dass er Maggie nochmal besucht und ihr Dianes Akte und ihre Bilder zeigt. Für Maggie sind beide Dinge sehr wichtig – so kann sie akzeptieren lernen, dass ihre Mutter von ihrer Krankheit wusste und so es nichts gab, was Diane hätte retten können, aber dass Diane vor ihrem Tod nochmal wirklich gelebt hat. Vielleicht nimmt sich Maggie dies zu Herzen und beginnt auch, ihr Leben abenteuerlicher zu gestalten – genauso, wie es sich Diane gewünscht hat.

Doch es sind abermals die Szenen der Schwestern, die für mich hervorzustechen und zu meinen absoluten Highlights zählen. Wie Meredith und Amelia diese Folge durchweg für Maggie da sind und ihr stets eine Schulter zum Ausheulen bieten, war einfach großartig und bot tolle Szenen, wie das Einstiegsgespräch am Friedhof zwischen Meredith und Amelia oder auch das gemeinsame Austanzen. Dies sind einfach nur wunderbare Momente, die der gesamten Folge eine Wärme und ein besonderes Feeling verleihen. Zu dritt funktionieren diese Frauen mittlerweile einfach am besten.

Allerdings habe ich die Befürchtung, dass diese Szenen bald eine gewisse "akwardness" erreichen könnten. Schließlich lauert immer noch das große Damoklesschwert über den Beteiligten: Meredith und Nathan. Das Hin und Her der beiden ist langsam nicht mehr zum Aushalten. Obwohl die Szenen der beiden einfach nur wunderbar sind und man die Funken sprühen sieht, ist es frustrierend, dass man uns seit Staffelbeginn mit dieser Paarung den Mund wässrig macht. Lasst endlich Taten sprechen! Merediths Familiensinn und ihre Loyalität sind zwar allerehrenwert und sie ist ja für Maggie da – doch für Nathan kann das nur noch frustrierend sein. Schließlich muss er auch noch von Arizona von der großen epischen Liebesgeschichte von Meredith und Derek erfahren und ist damit ohnehin noch ein Stück unsicherer geworden. So langsam müssen die Autoren hier wirklich in die Puschen kommen. Die neue Freundschaft von Arizona und Nathan hingegen gefällt mir sehr, sehr gut – innerhalb einer Episode wird eine Freundschaft etabliert, in der von Anfang an beide Parteien ehrlich und offen gegenüber einander sind und in der beide erstmals von ihren Unsicherheiten bezüglich ihrer neuen Beziehungen reden können. Eine bessere Basis für eine Freundschaft gibt es doch nicht! Bitte mehr davon!

Apropos Eliza: Diese spielt kaum noch eine Rolle in der Serie, doch ihr Einfluss in der Beziehung von Bailey und Webber bleibt weiterhin enorm. In einem Nebensatz wird erwähnt, dass sie und Webber nun offiziell miteinander arbeiten, was von Anfang an der richtige Weg gewesen wäre – das Drama, das uns einen Großteil dieser Staffel beschäftigt und mir diese auch ziemlich vermiest hat, wird damit ein großes Stück weiter ad absurdum geführt. Insgesamt ist das alles eine ziemlich aufbauschende Storyline gewesen, hinter der schlussendlich NICHTS stand und die nur zur (erneuten) Einsamkeit Webbers und (erneuten) Beziehungskrise mit Catherine geführt hat. Nun – in dieser Folge wird die Annäherung von Bailey und Webber immerhin fortgeführt. Die beiden nehmen ihr altes Gehampel aus früheren Episoden auf und messen sich auf durchaus charmante und lustige Weise miteinander – wer hat den längeren Atem oder besser: Wer hat eigentlich Recht? Dass schlussendlich beide Recht behalten wollen und ihre Fehler nicht zugeben möchten, ist zwar etwas nervig, aber für ein bisschen Comic Relief in Ordnung. Mit Bailey an seiner Seite kann Webber wohl auch seine Ehe mit Catherine retten.

Für weiteren Comic Relief sorgte der Fall um den nervigen, aber doch ganz amüsanten Anfänger Isaac Cross , der für einige gute Lacher sorgte. Großartig war Stephs sarkastischer und zynischer Umgang mit dem überängstlichen Isaac, der schlussendlich Recht und Tuberkulose hatte. Wie Andrew und Steph in Panik gerieten und Angst hatten, sich anzustecken, entlockte mir einige Lacher, genauso wie Aprils ziemlich cooles, anpackendes Verhalten. Mir hat dazu das Drumherum gefallen: Mit Cross ist eine alte Nebenfigur aufgetaucht, die wir in dieser Staffel nicht häufig zu Gesicht bekommen haben. Da solche Minirollen öfters irgendwo in Krankenhausfluren zu verschwinden scheinen (Leah Murphy, anyone?), finde ich es super, dass seine Abwesenheit hier durch Freiwilligenarbeit in Indien erklärt wird – die niemandem aufgefallen ist. Dazu imponiert mir abermals Stephanie: Auf der einen Seite zeigt sie sich als großartige Lehrerin für Isaac und Andrew, auf der anderen reflektiert sie ihr eigenes Handeln und fragt sich, wie sie so kalkuliert und voreingenommen gegenüber Isaac agieren konnte. Das spricht erneut für ihre großartige Zukunft als Ärztin.

Kurze Eindrücke

  • Es ist wohl die Staffel der ungewöhnlichen Freundschaften. Nach Amelia & Alex oder auch Owen & Jo, sind es in dieser Folge Nathan & Arizona und Jackson & Maggie – allesamt Paarungen, mit denen ich vor dieser Staffel nicht so gerechnet hätte.
  • Owen erreichte mit seinem Verhalten gegenüber Maggie zum Teil meine Nervgrenze, andererseits war es schön zu sehen, wie er sich für seine Freunde einsetzte. Dazu hatten es die Szenen mit Amelia durchaus in sich – zwar gehen die beiden freundlicher miteinander um, doch für Amelia scheint ihre Ehe vorbei zu sein, anders lässt sich ihr Verhalten nicht erklären.
  • Alex ist nur noch ein "grumpy old man", der andere, glückliche Menschen nicht sehen will oder kann? Camilla Luddington muss schnellstmöglich aus ihrem Schwangerschaftsurlaub zurückkehren – dieses Stagnieren in Alex' Storyline ist ja nicht mehr zum Aushalten!
  • Generell fällt mir auf, wie sehr die neuste Anfängergeneration doch in die Serie eingebunden ist – die eine Anfängerin, die in Maggies und Arizonas Fall involviert war, taucht immer wieder auf, Cross ist öfter zu sehen, Andrew hat wichtige Storylines… Diese Anfänger sind vielleicht nicht so involviert wie die vorherigen Generationen, doch immerhin bleiben sie Teil der Serie.


Fazit

Erneut schafft es die Folge zu begeistern und mit den Szenen der Schwestern sowie den ungewöhnlichen Freundschaften von Arizona & Nathan und Maggie & Jackson kann man ebenfalls punkten, dennoch bleibt etwas Frust über: Das Hin und Her zwischen Meredith und Nathan wird auf Dauer nervig, dasselbe lässt sich über Owen und Amelia sagen und die Storyline Minnick vs. Webber, die einen so großen Teil dieser Staffel eingenommen hat, wird in dieser Folge komplett ad absurdum geführt. Was wohl in den nächsten, den fünf letzten Folgen dieser Staffel noch passieren wird?

Lux H. - myFanbase


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