Abschied von "Bones"
Die besten Fälle

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Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
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Zwölf Jahre lang haben Special Agent Seeley Booth (David Boreanaz) und die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan (Emily Deschanel) zusammen Mordfälle aufgeklärt. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern des Jeffersonian Instituts für das Temperance Brennan arbeitete. Gemeinsam hatten die Mordfälle, dass von Opfer oft nur noch nur die Knochen übrig waren, mit denen Brennan und ihr Team anschliessend das Opfer identifizierten, die Todesursache klärten und wichtige Hinweise zum Tathergang und zum Mörder lieferten. Über die Jahre sammelten sich somit eine Anzahl Fälle an, die oft spannend, manchmal skurril oder witzig, meistens gruselig und teilweise sehr emotional daherkamen. Zwei unserer Autoren haben die Fälle in zwölf Jahren "Bones" Revue passiere lassen und in einer persönlichen Liste ihre fünf Top-Fälle herausgepickt. Lasst uns in euren Kommentaren wissen, welches eure Top-Fälle in der Geschichte von "Bones" waren. Stimmt ihr mit unseren Autoren überein oder habt ihr ganz andere Lieblingsmordfälle?


Die besten Fälle in "Bones" von Denise D.


Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Carin Baer/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
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#1.21 Der Soldat auf dem Grab

Bei #1.21 Der Soldat aus dem Grab geht es um einen Soldaten, der ermordet wurde, um so einen Vertuschungsskandal während des Irakeinsatzes zu verhindern. Im Laufe der Folge geht es dabei aber weniger um den Mord an sich, als vielmehr um den Krieg und seine Folgen. Im Gegensatz zu den üblichen Diskussionen zu diesem Thema steht aber nicht die Frage der Berechtigung eines Krieges im Zentrum, sondern wie sehr er den Alltag der Soldaten verändert hat, die bis heute nicht in ihr normales Leben zurückfinden können.

Bei den Hauptcharakteren hat dieser Fall vor allem Booth und seine Vergangenheit beim Militär in den Vordergrund gestellt. Es war zwar schon länger bekannt, dass er früher als Scharfschütze gearbeitet hat, jedoch ist er bis zu diesem Zeitpunkt mit seinen Erlebnissen sehr verschlossen umgegangen. Doch in diesem Fall wird er indirekt wieder in den Krieg hineingezogen, der die heimgekehrten Soldaten immer noch gefangen hält. Und so bekommen wir Booth von einer ungewohnt zurückhaltenden und vorsichtigen Seite zu sehen, die er meistens an den Tag legt, wenn es um das Thema Militär oder die Regierung geht. Denn nur sein Glaube daran, dass er das Richtige für die USA tut und sich auf die Befehle seiner Vorgesetzten verlassen kann, sich auf das US-amerikanische System verlassen kann, hat ihn durch seine Zeit im Einsatz gebracht. Von dem her ist es kein Wunder, dass Booth am Anfang nicht wahrhaben möchte, dass etwas vertuscht wurde, oder dass Kameraden sich gegenseitig umgebracht haben. An dieser Stelle trifft er jedoch auf Widerstand von Brennan. Die sieht den Fall nämlich in keinem besonderen Licht, weil sie keinen direkten persönlichen Bezug zu der ganzen Sache hat. Trotzdem ist ihr bewusst, warum der Fall so schwer für Booth ist. Am Ende der Folge bekommen wir noch ein kurzes Gespräch der beiden zu sehen, was man wohl als einen der kleineren Meilensteine ihrer Beziehung sehen kann. Booth erzählt Brennan zögerlich und bewegt von seinem Einsatz in Serbien, bei dem er gezwungen war, einen General vor den Augen seines Sohnes zu erschießen und Brennan will das mal ausnahmsweise nicht wissenschaftlich rechtfertigen, sondern ist einfach nur für ihn da. Auf diese Weise öffnen sie sich beide ein Stück für den anderen.

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#2.08 Zwei Schicksale im Sand

Die Serie hatte im Laufe der Jahre einige sehr unterhaltsame Undercover-Episoden, doch #2.08 Zwei Schicksale im Sand gefällt mir von allen am besten. Es ist Brennan und Booths erster Undercover-Einsatz, bei dem sie sich als reiches Pärchen Roxy und Tony in Las Vegas bei illegalen Boxkämpfen einschleusen, um so einen Mord aufzuklären.

Las Vegas ist die Stadt von Party, Glücksspiel und Vergnügen - und genau passend dazu hat diese Folge einfach unglaublich viel Spaß gemacht. Denn Brennan und Booth dürfen einmal in neue Rollen hineinschlüpfen und das tun sie mit Hingabe. Brennan ist jetzt nicht mehr die professionelle, selbstbewusste Wissenschaftlerin, die sich von niemandem etwas sagen lässt, sondern Roxy, die oberflächliche, verführerische Verlobte von Tony, die voll für ihren Mann da ist und sich von ihm herumkommandieren lässt. Bei Booths Tony sind die Veränderungen nicht ganz so krass, er verhält sich nur etwas machohafter und spielt den reichen, angeberischen Typen. Es war einfach herrlich amüsant mitanzusehen, wie die beiden das verliebte Pärchen mimen mussten und auch tatsächlich hin und wieder vom anderen abgelenkt waren, sei das nun als Brennan sich richtig schick gemacht hat oder als Booth in den Ring steigen musste. Hier konnte man auch mal wieder sehen, wie toll die beiden sich als Team ergänzen. Booth alleine hätte seinen Gegner vermutlich nicht schlagen können, wenn Brennan ihm nicht dessen verwundbare Punkte genannt hätte. Durch diesen Fall bekamen wir nicht nur einen spannenden Einblick in die Unterwelt von Las Vegas, wir konnten auch Brennan und Booth in einer völlig neuen Situation erleben, was nur mal wieder verdeutlicht hat, was für eine tolle Chemie die beiden haben.

Foto: David Boreanaz, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
David Boreanaz, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX

#5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit

In dieser Folge behandelt "Bones" das Attentat an John F. Kennedy und beweist damit mal wieder, dass es ein Händchen für politische Verschwörungen hat und sich auch traut, so ein doch durchaus heikles Thema anzusprechen. Das Team des Jeffersonian Institutes wird von einer Regierungsorganisation im Labor festgehalten, um die Todesursache einer mysteriösen Person anhand ihrer Knochen auszumachen. Im Laufe ihrer Untersuchungen stellt das Team dabei fest, dass es sich bei den Überresten um niemand Geringeren als den ehemaligen Präsidenten handelt.

Nicht zuletzt dank Hodgins finden sich in der Serie so einige Fälle, die irgendwelche Verschwörungstheorien behandeln. Mit #5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit traut sich "Bones" dabei sogar an eine richtig große Sache, denn es ranken sich so einige Theorien um Kennedys Tod. Den Großteil der Folge über ist das Team aber eher damit beschäftigt, herauszufinden, ob die Überreste vor ihnen tatsächlich von Kennedy stammen. Zusammen bündeln sie alle ihre Spezialgebiete, Angela mit einem Phantombild, Hodgins mit Kleidungsproben, Brennan mit den Knochen und können es tatsächlich ziemlich sicher bestätigen. Doch während die ganze Sache für sie unglaublich spannend und aufregend ist, trifft es Booth um einiges härter. Zwar darf er in der Folge ein bisschen den Held spielen, sich gewaltsam Zutritt zum Labor verschaffen und den entscheidenden Schuss für die Rekonstruktion abgeben, dennoch möchte er nicht wahrhaben, was die Wissenschaftler Stück für Stück mit immer größerer Sicherheit beweisen. Denn wenn da tatsächlich Kennedy auf dem Tisch liegt, hat die Regierung etwas vertuscht. Plötzlich ist erneut Booths Vertrauen in die Regierung und sein Patriotismus in Gefahr. Doch Brennan erkennt, wie wichtig es für Booth ist, dass das nicht Kennedy ist und tut ihm den Gefallen. Ein kurzer Versuch, der angeblich beweist, dass die Knochen doch nicht von Kennedy stammen. Das war eher ungewohnt von ihr, da Brennan sonst immer so auf ihren Beweisen beharrt und nur noch einmal verdeutlicht, wie viel ihr an Booth liegt. Der ist wieder glücklich und erleichtert und nur die Zuschauer erfahren durch Cam, dass der Versuch genau das Gegenteil bewiesen hat. Letztlich hat "Bones" also nicht wirklich die Geschichte umgeschrieben. Kennedy bleibt offiziell begraben, ermordet von Lee Harvey Oswald und niemandem sonst. Nur das kleine Team des Jeffersonian Institutes weiß, dass das nicht so ganz der Wahrheit entspricht.

Foto: Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
Emily Deschanel, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX

#6.21 Das schweigende Lämmchen

Für mich ist "Bones" immer dann häufig am stärksten, wenn die Serie von ihren typischen Mordfällen abweicht und sich mit menschlichen Schicksalen beschäftigt. Im Fall von #6.21 Das schweigende Lämmchen ist das die Geschichte eines jungen, gehörlosen Mädchens, das blutüberströmt als mutmaßliche Mörderin aufgefunden wird und dessen tatsächliche Tragödie sich erst nach und nach im Laufe der Ermittlungen aufdeckt. Wie sich herausstellt, wurde Samantha als kleines Kind entführt und wuchs bei einem Paar auf, das sie regelmäßig misshandelte. Als Samantha endlich fliehen konnte, wurde sie von einem Bekannten des Paares festgehalten, den sie schließlich in Notwehr unabsichtlich tötete.

Das Besondere an diesem Fall war die unglaubliche Betroffenheit, die man mit Samantha fühlen konnte und die dafür gesorgt hat, dass die ganze Episode sehr von Emotionalität geprägt war. Außerdem kam das Team des Jeffersonian Institutes in die ungewohnte Lage, ausnahmsweise mal ein lebendes Beweisstück vor sich zu haben und keine Leiche. So verfolgt man als Zuschauer, wie sich gerade auch Brennan sehr schwer tut, mit dieser Situation umzugehen. Anfangs behandelt sie Samantha wie jeden anderen Beweis auch. Doch nachdem Sweets ihr ins Gewissen redet, dass sie eben nicht einem Haufen Knochen, sondern einem verängstigten Mädchen gegenübersteht, geht Brennan auf Samantha ein. Besonders schön war hier die Szene, in der Brennan der misstrauischen Samantha klar macht, dass sie ihr ihre Misshandlungen glauben und ihr ihre Knochenaufnahmen zeigt, die das bestätigen. So konnte Brennan über die Wissenschaft das Vertrauen des Mädchens gewinnen. Denn schließlich ist das alles ihr selbst auch nicht gerade fremd. Im Gegenteil, im Laufe der Ermittlungen erkennt Brennan immer mehr Gemeinsamkeiten mit dem Mädchen. Die unsichere Kindheit, die Misshandlungen, keine richtigen Eltern mehr zu haben. Kein Wunder also, dass Brennan alles dafür tut, die richtige Familie von Samantha ausfindig zu machen. Die bewegende Geschichte von Samantha hat dann letztlich auch noch ein wunderbares Happy End gefunden, als sie ihre Eltern nach all den Jahren wieder in die Arme schließen kann.

Foto: T.J, Thyne, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
T.J, Thyne, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX

#8.11 Die Jahrtausende und die Gewalt

Zum Schluss habe ich mit #8.11 Die Jahrtausende und die Gewalt noch eine Folge ausgesucht, die sich im Gegensatz zu den anderen wohl nicht auf allzu vielen Top-Listen finden lässt. Denn eigentlich handelt es sich um eine eher normale "Bones"-Folge. Ein Archäologe und Autor wird ermordet aufgefunden. Wie sich herausstellt hat der gerade einen interessanten neuen Fund gemacht, den das Team des Jeffersonian Institutes nun parallel zum Mord untersucht.

Was mir an dieser sonst eher durchschnittlichen Folge so gut gefällt, ist nicht der Mord selbst, sondern die Nebengeschichte mit den prähistorischen Funden. Ich finde Anthropologie einfach unglaublich spannend und war deswegen ziemlich begeistert, dass auch mal das Thema der Entstehung der Menschheit den Weg in die Serie geschafft hat. Es ist durchaus bekannt, dass Neanderthaler und Homo sapiens während ihrer gemeinsamen Zeit auf der Erde teilweise nahe beisammen gewohnt haben. Von wirklichen Verbindungen und Nachkommen dieser zwei Vorfahren des Menschen hat man aber erst vor relativ kurzer Zeit erfahren. Bisher ist man immer davon ausgegangen, dass die beiden Rassen einfach viel zu unterschiedlich waren, um miteinander ordentlich in Kontakt zu treten, geschweige denn sich miteinander vermischen könnten. Von dem her war der Fall aus rein anthropologischer Sicht aus also top aktuell. Es hat mir sehr gut gefallen, dass sich das Team auch mal mit sehr alten Überresten beschäftigt. Denn so hat man mal eine komplett andere Art der Untersuchungen gesehen. Es gibt keine Datenbanken mit möglichen Informationen über Täter oder Opfer, keine anderen Hinweise aus der Zivilisation. Es handelt sich bei den Überresten ja nicht einmal um den ganz modernen Menschen. Und sie haben trotzdem nicht nur die Zugehörigkeiten der Knochen bestimmt, sondern konnten auch noch den wohl ersten Mord der Menschheitsgeschichte aufdecken.


Die besten Fälle in "Bones" von Maria Schoch


Foto: Michaela Conlin, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
Michaela Conlin, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX

#5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit

Die Episode #5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit setzt sich mit einem berühmten Attentat auseinander, nämlich mit demjenigen an dem US-Präsidenten John F. Kennedy. Abgesehen davon, dass ich das Thema des Falles unglaublich interessant fand, gefiel es mir immer sehr gut, wenn sich "Bones" mit einem Fall einem etwas kritischen Thema annäherte und sich damit beschäftigte. Es ging in dieser Episode sicherlich nicht darum aufzuklären, wer denn nun genau John F. Kennedy umgebracht hat, doch hat man in mehreren Szenen klargemacht, dass alles scheinbar nicht so einfach ist, wie die US-Regierung ihre Bürger und die Welt damals glauben machen wollte. Somit wurde in der Serie indirekt Kritik an dieser Handlung geübt und mit ein paar Bemerkungen auch an der damaligen Regierung um Präsident Bush.

Gleichzeitig wurden mit diesem Fall schön die gegensätzlichen Meinungen und Ansichten der Teammitglieder aufgezeigt, was mir bei den Fällen in "Bones" auch immer sehr gut gefallen hat und meiner Meinung nach für die Serie auch sehr wichtig war, da die Charakterentwicklungen und die Beziehungen untereinander so vertieft wurden. Denn im Gegensatz zu einer Dramaserie setzt sich eine Crimeserie nicht jedes Mal so extrem mit den einzelnen Charakteren auseinander. Bei diesem Fall kamen jedoch die Kritiker und Verschwörungstheoretiker in Form von Hodgins genauso wie die Patrioten in Form von Booth auf ihre Kosten. Beide Seiten wurden dem Zuschauer glaubhaft und verständlich vermittelt, gerade weil sie uns in Form zweier Charaktere, die wir mit den Jahren liebgewonnen hatten, klargemacht wurden. Dass der Schluss der Episode und auch des Falles dem Zuschauer offen lässt, welcher Seite er nun Glauben schenken soll, war für mich ein perfektes Ende, denn schliesslich ist es nicht Aufgabe einer TV-Serie dieses spektakuläre Attentat aufzuklären, sondern eher es noch einmal mit kritischen Augen zu hinterfragen und den Zuschauer zum Denken anzuregen, nicht nur darüber was damals passiert ist, sondern auch im Bezug auf die Gegenwart.

Foto: Copyright: 2012 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
© 2012 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

#8.06 Das Leben der wartenden Toten

In eine ähnliche Kategorie fällt der Fall in der Episode #8.06 Das Leben der wartenden Toten. Auch hier greift die Serie ein Attentat auf, das die Welt erschüttert hat, nämlich dasjenige vom 11. September 2001. Einen Fall in einer TV-Serie mit diesem schrecklichen Ereignis zu verbinden, ist sicher nicht ganz einfach, sind doch viele Emotionen, grosser Schock und grosses Leid mit diesem Tag verbunden. "Bones" hat diesen Fall jedoch so hervorragend aufgezogen, dass nicht nur eine spannende und traurige Geschichte erzählt wurde, sondern auch auf menschliche Probleme, die der Krieg mit sich zieht und oft in den Hintergrund gerückt werden, Aufmerksam gemacht wurde. Denn einerseits dreht sich der Fall um den 11. September 2001 andererseits aber auch um Soldaten, die verändert und psychisch krank aus dem Krieg zurückkehren und es nicht mehr schaffen, zuhause im Kreise ihrer Lieben wieder zurück in ihr Leben zu finden. Soldaten, für die zwar Einrichtungen zur Verfügung stehen, denen aber gerade im Bezug auf ihre Psyche zu wenig Hilfeleistung angeboten wird, etwas was so wichtig wäre. Und so zeigt der Fall in dieser Episode auf, dass nicht nur die Toten und körperlich Verwundeten Opfer eines Krieges sind, sondern eben auch die überlebenden Soldaten, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, damit nicht umgehen können und in vielerlei Hinsicht alleine gelassen werden. So wurde auch wieder die Parallele zu einem der Hauptcharaktere der Serie gezogen, nämlich Booth, der auch für sein Land in den Krieg gezogen ist, der als Scharfschütze schlimmes durchmachen musste und wie auch Tim Murphy in dieser Episode, immer wieder mit seinen Taten hadert. Gleichzeitig wurde aber auch dem 11. September 2001 und den vielen Opfern Respekt gezollt, indem man erstmals alle Assistenten von Brennan an dem Fall arbeiten lässt. Diese Verbindung von realen Ereignissen mit gesellschaftlichen Problemen und den Parallelen zu den Charakteren der Serie, ist etwas was "Bones" oft hervorragend gelungen ist, in diesem Fall für mich aber besonders hervorsticht.

Foto: Eric Millegan, Bones - Copyright: 2005 FOX BROADCASTING COMPANY.; Brett Panelli/FOX
Eric Millegan, Bones
© 2005 FOX BROADCASTING COMPANY.; Brett Panelli/FOX

#1.21 Der Soldat auf dem Grab

Wie auch im Fall der Episode #8.06 Das Leben der wartenden Toten beschäftigt sich der Fall in der Episode #1.21 Der Soldat auf dem Grab mit Soldaten die aus dem Krieg zurückgekehrt sind und schafft es auch hier, vielleicht fast noch besser als in der vorgenannten Folge, Parallelen zu Booth' psychischen Zustand aufzuzeigen. Man beschäftigt sich auch in diesem Fall mit den Opfern, die oft "vergessen" gehen, mit den Soldaten die nach schrecklichen Ereignissen und oftmals auch schrecklich begonnenen Taten nach Hause zurückkehren und sich in der Umgebung, in der sie sich einmal so wohl gefühlt haben, nun plötzlich nicht mehr zurechtfinden. Im Gegensatz zu dem Fall rund um den elften September zeigt sich bei dem Fall um den toten Soldaten jedoch, dass sich das Leben nach dem Krieg oftmals schwierig gestaltet, weil man sich darin nicht mehr zurechtfindet und oftmals Entscheidungen trifft, die im Krieg in gewisser Weise gerechtfertigt oder erklärbar sind, im Leben danach aber völlig falsch, ja sogar verehrend sind. So wird während diesem Fall mehrmals erwähnt, dass man im Krieg oft keine Zeit hat Pro und Contra abzuwägen, sondern einfach handeln muss und dieses Handeln auch mal falsch sein und somit Menschenleben kosten kann. Dies soll keineswegs die schlimmen Taten rechtfertigen, aber es soll jemandem der sich nie in dieser Situation befunden hat, aufzeigen, was die Soldaten während einem Einsatz im Kriegsgebiet durchmachen und wie ihre Taten ihr weiteres Leben beeinflussen.

Abgesehen von den gesellschaftlichen Aspekten konnte der Fall aber auch mit Spannung und vor allem mit einer überraschenden Auflösung punkten. Die Entlarvung der Mörderin war für mich überhaupt nicht vorhersehbar und auch dies gehört zu einem spannenden Fall in einer Crimeserie. Zum Schluss führte der Fall auch noch zu einer wunderschönen und emotionalen Szene von Booth und Brennan. Die Verbindung all dieser Elemente sorgt dafür, dass der Fall in #1.21 Der Soldat auf dem Grab zu einem der besten in zwölf Staffeln "Bones" gehört.

Foto: Richard Schiff, Bones - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Company.; Patrick McElhenney/FOX
Richard Schiff, Bones
© 2013 Fox Broadcasting Company.; Patrick McElhenney/FOX

#9.11 Die Fetzen nach dem Funken

Die ersten drei Fälle in meiner Liste schafften vor allem Parallelen zu Booth, seiner Militärkarriere, seiner Liebe zu seinem Land und seinem Patriotismus. Der Fall in #9.11 Die Fetzen nach dem Funken schaffen Parallelen zu Brennan, ihrer Arbeit, ihrer Rationalität und aus Sicht anderer ihrer manchmal hervortretender Emotionslosigkeit. Der Fall um den Tod der Tochter eines Mathematikprofessors wurde nicht nur spannend aufgezogen, indem man tätermässig eigentlich durchwegs auf die falsche Fährte gelockt wurde, sondern er war auch sehr emotional, obwohl der Hauptverdächtige von Booth, der Vater des Opfers eigentlich völlige Emotionslosigkeit zeigte. Der Vergleich zu Brennan und ihrer eigenen Arbeit, den sie selber während des Falles zieht und so versucht das Verhalten des Mathematikprofessors gegenüber Booth zu erklären, wird hervorragend gezogen und der Abschluss des Falles mit der Formel über das Leben des Opfers, die der Vater an die Tafel zeichnet, hat mich zu Tränen gerührt. Somit hat dieser Fall den Platz in dieser Auflistung hier mehr als verdient.

Foto: Zooey Deschanel, Bones - Copyright: 2009 Fox Broadcasting Co.; Greg Gayne/FOX
Zooey Deschanel, Bones
© 2009 Fox Broadcasting Co.; Greg Gayne/FOX

#5.10 Was vom Mann der Weihnacht übrig blieb

An fünfter Stelle steht für mich der Fall einer Weihnachtsfolge. Festtagsfolgen sind im Bezug auf die Charaktere meistens nett anzusehen, der Fall dazu ist aber oft entweder nicht sehr passend oder langweilig. In #5.10 Was vom Mann der Weihnacht übrig blieb wurde jedoch ein spannender Fall, der sogar richtig "Bones"-mässig gruselig begann, in die Folge eingeflochten. Auf den ersten Blick scheint nur das Opfer, welches als Weihnachtsmann verkleidet war, im Zusammenhang mit Weihnachten zu stehen. Was mir aber besonders gefallen hat, ist dass man versucht hat, darauf Aufmerksam zu machen, dass es viele Leute gibt, die an Weihnachten alleine sind, was einem doch sehr nachdenklich und auch traurig stimmt. Gerade um diese Zeit ist es sicherlich besonders schwer, wenn man alleine ist und überall die "Familienweihnachten" vorgeführt bekommt. Somit zeigt der Fall Weihnachten von einer etwas anderen Seite und der Schluss zeigt schön die Menschlichkeit im Team des Jeffersonians, die als Ganzes an der Beerdigung des Opfers teilnehmen, damit seine Mutter nicht ganz alleine am Grab stehen muss.

Welches fandet ihr den besten Fall?

#1.21 Der Soldat auf dem Grab
#2.08 Zwei Schicksale im Sand
#5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit
#6.21 Das schweigende Lämmchen
#8.11 Die Jahrtausende und die Gewalt
#8.06 Das Leben der wartenden Toten
#9.11 Die Fetzen nach dem Funken
#5.10 Was vom Mann der Weihnacht übrig blieb

Ergebnisse:

#8.06 Das Leben der wartenden Toten
#5.12 Im Pudding liegt die Wahrheit
#5.10 Was vom Mann der Weihnacht übrig blieb
#6.21 Das schweigende Lämmchen
#1.21 Der Soldat auf dem Grab
#2.08 Zwei Schicksale im Sand
#9.11 Die Fetzen nach dem Funken
#8.11 Die Jahrtausende und die Gewalt

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