Bewertung: 7

Review: #12.05 Der Nachhilfelehrer, der nach Hilfe rief

Foto: Bones - Copyright: 2016 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Bones
© 2016 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

In #12.05 The Tutor in the Tussle schaltet "Bones" nach den dramatischen Entwicklungen der letzten Folge wieder einen Gang zurück. Dabei ist diese Folge wieder um einiges leichter und amüsanter und kann dabei gleichzeitig ein paar offene Handlungsstränge wieder aufgreifen.

"He called me a paycheck."

Mit einem klassischen Fall der Woche tauchen wir mitten in die Welt der vielversprechenden Schüler ein, die Eliteunis besuchen wollen. Natürlich werden da gleich mal einige Klischees abgearbeitet: Die Helikopter-Mum, die nur möchte, dass ihr Sohn die Familientradition aufrecht erhält, die übereifrigen Studenten, die Tutoren, die Affären mit Eltern haben. Doch wie es bei "Bones" gerne der Fall ist, gab es auch hier wieder einen emotionalen Twist. In der ganzen Oberflächlichkeit und Konzentration auf Noten und Erfolg waren es Austins Hingabe an seine Schüler, die ihm letztlich das Leben gekostet haben.

Mein persönliches Mini-Highlight an dem Fall war Cam und ihre Spinnenphobie. Ich glaube, ich habe noch nie derart mit ihr mitgefühlt. Bei den ganzen Spinnen hat ja nur noch die Kammer des Schreckens gefehlt. Kein Wunder, dass Hodgins derart fluchtartig den Raum verlassen hat. Nur gut, dass Cam die passende Rache gefunden hat: Sie wird es ihm irgendwann heimzahlen, wenn er nicht darauf vorbereitet ist. Das ist nur zu gerecht.

"Any good in me was in spite of having you as a father."

Seit die Geschichte rund um Aubreys Vater eingeführt wurde, war ich schon gespannt, wie man das Ganze angehen wird. Schließlich gibt es ja doch einige Parallelen zu Brennan und Max. Der Vater ist kriminell, hat die Familie früh verlassen und kommt irgendwann ganz plötzlich wieder ins Leben seines Kindes zurück. Daher fand ich es echt interessant, dass man hier anscheinend einen anderen Weg gehen wird. Klar, am Anfang hat Brennan Max auch verhaften lassen und nur seine kriminelle Vergangenheit (naja, Vergangenheit ist relativ) gesehen. Doch das hat sich geändert, nachdem sie Max näher kennengelernt und seine Motive herausgefunden hat, wie sie Jessica in #12.04 The Price for the Past ja schon so schön erklärt hat. Sie hat gesehen, dass Max immer nur ihr Bestes wollte und sie liebt.

Von dem, was wir bis jetzt von Philip Aubrey gesehen haben, scheint das bei ihm nicht der Fall zu sein. Wenn die Geschichte mit seiner neuen Familie wirklich gelogen ist, dann hat er nicht nur seinen Sohn hintergangen, sondern auch noch dessen Gutmütigkeit hinterhältig ausgenutzt. Immerhin muss sich Aubrey jetzt nicht mehr schlecht fühlen, weil er seinen Vater erneut hat verhaften lassen. Trotzdem konnte er einem echt leidtun, denn ein Teil von ihm scheint wirklich gehofft zu haben, dass sich sein Vater nochmal ändern könnte. Von dem her war es gut, dass Booth ihm zur Seite gestanden hat. Überhaupt hatten die beiden mal wieder eine tolle Dynamik in der Folge. Zum Beispiel, als Aubrey ihm doch noch erzählen wollte, dass er seinen Vater wieder gesehen hat und Booth ihm davon abgehalten hat, damit er nicht gezwungen ist, zu handeln. Und von seinem Vater spricht Booth ja auch eher selten, was seinen Rat an Aubrey nochmal bedeutender gemacht hat.

"Despite your apathetic affectations there are things in this world that bring you joy."

Inzwischen frage ich mich bei jedem Praktikanten, der bei einem Fall hilft, ob wir ihn zum letzten Mal in der Serie sehen. Nachdem Daisy in #12.02 The Brain in the Bot mit ihrer neuen Anstellung schon mal ein super Ende bekommen hat, klang es auch bei Fisher ein bisschen nach Abschluss. Okay, er hat vielleicht keinen tollen neuen Job bekommen (ganz im Gegenteil, seine Tutortage scheinen ja auch vorbei zu sein), dafür konnte man seinen Charakter wunderbar abschließen. Fisher, der einem im Laufe der Jahre durch seine herrlich deprimierte und schwarzseherische Art ans Herz gewachsen ist, hat laut Brennan doch noch etwas gefunden, was ihm am Herzen liegt: Bücher und Fanfiction.

Da musste ich mir ein lautes Lachen verkneifen, nicht nur, weil man klassische Fanfiction jetzt nicht unbedingt mit Fisher in Zusammenhang bringen würde, sondern weil die Serie so doch tatsächlich noch eine gewisse Meta-Ebene reingebracht hat. Den Trend, die Fangemeinde irgendwie in der Serie anzusprechen, konnte man schon in einigen Serien entdecken (allen voran "Supernatural", aber die nehmen sich, was das angeht, ja schon lange nicht mehr ernst). Deswegen hat es mich wirklich gefreut, dass auch "Bones" einen kleinen Wink an die Fans gab. Besonders schön war der letzte Satz von Brennan, dass ihre (Buch-)Welt viele Menschen berührt hat und jeder sie auf seine ganz eigene Art und Weise interpretiert.

Randnotizen:

  • Die "Bones"-Insider dieser Woche: Alles rund um Brennans Buch und den Tod von Agent Andy, der in #11.04 Wer hat hier sein Gesicht verloren? ja von allen so betrauert worden ist, Aubreys Kaffee mit Zimtgeschmack (#11.11 Kein Wort der Verteidigung), Brennans Jugend im Pflegesystem, Cam und ihre Spinnenphobie (#5.13 Die Geheimnisse und ein Zahnarzt), Booths komplizierte Vergangenheit mit seinem Vater und Fishers Job als Tutor der Präsidententochter (#11.17 Die Sünde im Secret Service).
  • Na, zum Glück hat Brennan ihre Idee, ihr eigenes Hörbuch zu sprechen, nochmal überdacht. So amüsant ihr Agent Andy auch war, eine Karriere als Sprecherin ist ihr wohl nicht gegeben.
  • Wer musste bei der Szene am Fundort mit Aubrey auch an die vielen Male denken, in denen das Team irgendwelche Leichenteile oder fehlgeschlagene Experimente abbekommen hat?
  • Mal kurz ein kleiner Fun-Fact nebenbei: Guy Boyd, der Philip Aubrey spielt, ist auch im echten Leben John Boyds Vater.



Fazit

Das war eine wirklich gelungene, unterhaltsame Episode, die einige Handlungsstränge weiterbringen konnte. Dabei wurden wieder einige Erinnerungen an frühere Staffeln eingebaut und ein (möglicher) Abschluss für Fisher gefunden, was wunderbar in das zentrale Thema von Staffel 12 passt.

Denise D. - myFanbase


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