Bewertung: 6

Review: #3.15 Die Kette des Anbrüllens

Die dieswöchige How I Met Your Mother-Folge bietet uns seine recht wichtige Entwicklung in der Handlung, eine neue Theorie von Barney und die obligatorischen Running-Gags. Trotzdem ist der Funke bei mir nicht so hundertprozentig übergesprungen.

"Marshall, our future isn't money or an apartment. And it's definitely not you being miserable at that horrible job."

Der arme Marshall hat es momentan wirklich nicht leicht. Während er früher noch ambitioniert Jura studierte, um irgendwann die Umwelt zu retten, sitzt er nun in dieser eiskalten, profitorientierten Firma und muss sich dort durchboxen. Darunter leidet nicht nur er, sondern auch Lily, denn das Liebesleben der beiden kommt aufgrund des Stresses, den Marshall hat, zur Zeit etwas zu kurz. Während mich die verzweifelte Lily, die sich die ganze Zeit auf ihren Ehemann stürzt, nur sehr kurz unterhalten konnte, gefiel mir der andere Aspekt dieses Handlungsstranges umso besser: Die Konzentration auf den Charakter Marshall, was ihn ausmacht, was seine Träume sind und was er sich eigentlich wünscht. Es ist immer schön, wenn man einen differenzierten Einblick in Charaktere bekommt und so konnte man sehr anschaulich Marshalls Entwicklung beobachten: Wie er zunächst glücklich darüber ist Anwalt zu sein und seine leere Aktentasche stolz spazieren trägt und schließlich vor seinem Chef in Tränen ausbricht, weil dieser ihn anschreit. Einfach nur grundehrlich und liebenswert. Herrlich war es dann auch, die verschiedenen Lösungsansätze der Freunde zu beobachten, die sie Marshall gegenüber präsentieren.

Robin würde es natürlich direkt mit waffenbegleiteter Drohung probieren, Ted würde eine gewollt eloquente Rede halten, bei der er sich selbst verzettelt, Lily würde es mit höflicher, kindgerechter Zurechtweisung probieren und Barney hat eine passende, ziemlich alberne Anekdote über einen Kollegen parat. Soweit, so unterhaltsam. Marshalls Entscheidung führt jedenfalls dazu, dass er doch tatsächlich letzten Endes ohne Job dasteht. So schockierend das im ersten Moment wirken mag, so ist es gleichzeitig eindeutig das Beste für ihn und es ist schön, dass Lily dies auch erkennt und unterstützt. Marshall war einfach unglücklich mit diesem Job und nun kann er sich darauf fokussieren, eine Anstellung zu finden, die nicht nur einem Portmonee, sondern auch seinen Moralvorstellungen guttut. Ich freue mich, dass Marshall diesen Schritt gewagt hat und bin gespannt, wie es jetzt weitergeht.

"The lesson of blauman is that when your boss Screams at you, you never scream back." "That's why there's a little thing in corporate America I like to call the chain of screaming."

Im Rahmen von Marshalls Problem wird uns in dieser Folge außerdem eine neue Theorie von Barney präsentiert: Die der "Kette des Anbrüllen". Oder der Kreis. Oder die Pyramide. Wie auch immer. Jedenfalls verhält es sich bei dieser These so wie mit den meisten von Barneys Thesen: Auf den ersten Blick erscheint sie bizarr und weltfremd, bei näherer Betrachtung ist der Grundgedanke jedoch logisch und realitätsnah.

Von dieser Theorie mal abgesehen war Barney in der Folge sowieso in Höchstform. Seine Sprüche haben unglaublich unterhalten und die Szene, in der er Marshall dazu bringt, ihn anzubrüllen und ihm die ganzen Dinge an den Kopf zu werfen, die dem Zuschauer schon seit drei Staffeln im Kopf herumschwirren, war für mich das absolute Highlight der Folge. Auch gab es andere kleine Details dieses Handlungsstranges, die sehr liebevoll dargestellt wurden, wie z.B. die Umbenennung von Marshalls kompliziertem Arbeitsreport zu "Ninja Report" oder eben die Seitenhiebe auf amerikanische Firmen und ihre Unternehmensstruktur.

"Kids,the spring of 2008 was a pretty great time for me Stella and I had started dating, And I'd just gotten a big raise at work, So I decided to purchase something I knew Would be the envy of all my friends."

Zunächst gänzlich unabhängig von den restlichen Storylines erfahren wir in dieser Folge, dass Ted sich angesichts seines privaten und beruflichen Erfolges mal etwas gegönnt und ein Auto gekauft hat. Dabei wurde ein wenig ignoriert, dass es ja in der besagten Folge eigentlich so aussah, als ob Stella trotz Teds wahnsinnig romantischen 2-Minuten-Dates eher in Richtung “nein” tendiert hatte und wir erfahren, dass die beiden also tatsächlich eine Beziehung begonnen haben. Stella selbst bekommen wir allerdings trotzdem nicht zu sehen. Etwas eigenartig. Davon abgesehen waren Ted und das Auto aber durchaus unterhaltsam, auch wenn die Szene, in der alle mit ihrem Essen die Sauberkeit des Wagens bedrohten, auch schnell ihren Reiz verlor. Man fragte sich eine Weile, was das Ganze eigentlich sollte, bis sich am Ende herausstellte, dass Ted sein Auto wieder verkaufte, um Marshall das nötige Geld zu leihen. Die gesamte Folge hat mal wieder die wunderbare Freundschaft von Ted und Marshall unterstrichen und schon ihr Telefongespräch, bei dem Marshall Ted bat, so zu tun, als würde er mit Stella reden, war herrlich komisch.

Fazit


Es gibt eigentlich rückblickend wenig Konkretes, was man an dieser Folge aussetzen könnte, da im Bezug auf die Handlung mit Marshalls Kündigung ein großer Schritt vorwärts gemacht wurde und auch die Freundschaftsszenen zwischen ihm und Ted toll waren. Trotzdem hatte die Folge irgendwie ihre Längen und war nicht ganz so unterhaltsam, wie sie hätte sein können. Deshalb nur sechs Punkte.

Klara G. - myFanbase


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