Bewertung: 8

Review: #8.16 Das war episch

Foto: Ian Somerhalder, Nina Dobrev & Paul Wesley, Vampire Diaries - Copyright: Warner Bros. Television Entertainment/ Andrew Eccles
Ian Somerhalder, Nina Dobrev & Paul Wesley, Vampire Diaries
© Warner Bros. Television Entertainment/ Andrew Eccles

Auch wenn nicht immer alles perfekt war, begeisterte die spannende Serie "Vampire Diaries" acht Jahre lang ihre Zuschauer. Im Serienfinale müssen die Salvatore-Brüder ein letztes Mal ihrer Schöpferin und Erzfeindin Katherine Pierce gegenübertreten. Alte Charaktere kehren zurück und der emotionale Abschluss vermittelt das Gefühl von einem runden Ende.

"It was good to see you again, Elena. One last time."

Nicht jede Serie schafft es nach einer so langen Laufzeit ein rundes Ende hinzubekommen, doch "The Vampire Diaries" ist dies gelungen. Die Serie wirkt einfach komplett und man hat sich Mühe gegeben viele kleine Details zu beachten. Die Serie begann mit Stefan Salvatore, der seine Geschichte erzählte und mit dieser Episode endet sie. Somit schließt sich der Kreis. Mir hat es gut gefallen, dass er endlich zugegeben hat, dass er für seine Taten selbst verantwortlich ist. Dieser "Stefan hat seine Menschlichkeit abgestellt und ist eigentlich gar nicht Schuld daran, das er hunderte Menschenleben zerstört"-Schrott hat mich in den letzten Episoden genervt. Warum genau er sterben musste, ist fraglich. Er hätte sich locker in den Raum stellen können, in dem Damon Salvatore lag, Katherine erstechen und sie dann ins Höllenfeuer werfen können, ohne das ihm was passiert wäre, aber ich will mal nicht so sein und versuchen solche Kleinigkeiten nicht allzu sehr zu bemängeln. Der Abschied von Elena Gilbert war rührend und hat die schönen Erinnerungen an ihre Beziehung noch mal aufleben lassen, was allerdings auch irgendwie einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Denn auch wenn ich Damon und Elena als Paar nicht unbedingt furchtbar finde, hätte das Ende noch runder gewirkt, wenn Stefan und Elena wieder zusammengekommen oder beide Brüder gestorben wären. Immerhin sind diese der Hauptkern der Serie und trotz Stefans Tod ist ihnen ist ein schönes Ende vergönnt, in dem beide ihren Frieden schließen. Auch wenn beide über die Jahre immer wieder aneinander geraten sind, hat man immer gemerkt, wie stark das Band zwischen ihnen ist und das sie jederzeit bereit sind alles füreinander zu tun. Und nach 200 Jahren als, mehr oder weniger, mordender Vampir hat sich Damon wieder zu der Person entwickelt, die er vor seinem Tod war, was Stefan immer wollte.

"I need you to know that I understand. I love you. I will love you forever."

Ich bin kein großer Fan von der Paarung Stefan und Caroline Forbes. Ich finde, die beiden hatten eine wundervolle Freundschaft und ich verstehe bis heute nicht, warum man aus den beiden ein Paar machen musste. Es wirkte immer so gezwungen, so als müssten die beiden unbedingt zusammenkommen, da Caroline ansonsten schon mit jedem involviert war und es ja so furchtbar wäre, wenn in der Serie jemand Single ist. Mir gefällt Caroline auch weniger, wenn sie in einer Beziehung ist. Solo ist sie eine starke Frau, doch ihre ganzen positiven Eigenschaften scheinen zu verschwinden, wenn ein Mann in ihr Leben tritt. Ja, es mag vielleicht ganz süß sein, wenn man bedenkt, dass Caroline eine Junihochzeit mit Stefan geplant hatte, weil sie so in ihn verknallt war, aber auf mich wirkt es immer befremdlich, wenn ich beide in einer romantischen Szene sehe. Nichtsdestotrotz fand ich die Szene am Telefon, in der sie Stefan eine Nachricht hinterlässt und sagt das sie ihn für immer lieben wird und sein Handeln versteht, wirklich herzzerreißend. Hier hat Candice Accola eine wunderbare Darbietung abgeliefert.

"It really is the perfect revenge."

Als vor zwei Episoden enthüllt wurde das niemand Geringeres als Katherine Pierce die Fäden in der Hölle zieht, ist meine Vorfreude auf das Finale um zweihundert Prozent gestiegen. Katherine ist nicht nur eine meiner Lieblingsfeinde im Serienuniversum, sondern auch einer der interessantesten und komplexesten Charaktere der Serie. Möglicherweise gibt es hier und da ein paar Logiklöcher, was ihren Aufstieg zur Königin der Hölle betrifft, aber das war mir völlig egal. Ich war einfach nur froh Katherine noch einmal in der Serie zusehen. Nina Dobrev geht in der Rolle vollkommen auf und man merkt ihr an, wie viel Spaß sie dabei hat. Ich bin etwas genervt davon, dass sie erneut sterben musste, aber mir gefiel es, dass der Fokus für fast zwei Drittel der Episode auf ihr lag und nicht Elena. Mit Katherine Pierce hat alles begonnen und so war es auch das einzig Richtige, dass es mit ihr als finaler Bösewicht endete. So ganz habe ich nicht verstanden, wie Damon und vor allem Stefan sie so einfach überwältigen konnten. Ich meine, als Königin der Hölle müsste man doch irgendwelche Kräfte haben oder? Außer die Fähigkeit ihr Outfit und die Frisur nach jedem Tod zu wechseln. Und gerade Katherine Pierce würde sich nicht so einfach geschlagen geben. Da haben es sich die Drehbuchautoren etwas zu einfach gemacht. Überhaupt finde ich es schade, das ausgerechnet Katherine zurück in die Hölle verbannt wurde, obwohl sie, meiner Meinung nach, kaum schlimmer ist als Damon oder Stefan.

"I'm gonna save the world."

Bonnie Bennett ist wohl der tragischste Charakter der Serie. Manchmal dachte ich, Julie Plec würde diesen Charakter wirklich abgrundtief hassen. Sie hat sich mehrmals für ihre Freunde geopfert, die sogar in der fünften Staffel für Monate nicht mal gemerkt haben, dass ihre beste Freundin tot ist und dann verliert sie auch noch die Liebe ihres Lebens. Während ich kein großer Fan von Steroline bin, mochte ich Bonnie und Enzo St. John gerne zusammen. Die beiden haben eine tolle Chemie miteinander und die Entwicklung von Feinden zu einem Paar verlief organisch. Aber mal wieder ist es Bonnie, der kein Glück vergönnt ist, die ihren Liebsten verliert und letztendlich trotzdem diejenige ist, die Mystic Falls und ihre Freunde rettet. Das sie am Ende entscheidet ihr Leben in vollen Zügen zu genießen und auf Weltreise geht, fühlte sich dennoch irgendwie schön an, auch wenn Enzo nicht physisch an ihrer Seite ist. Man weiß ja, dass sie im Leben nach dem Tod wieder vereint sein werden.

“Dear Diary, Today will be different. Today I will smile and it will be genuine because today is the day that I get to live again.”

Bei Elenas Erwachen haben es sich die Drehbuchautoren auch etwas zu einfach gemacht. Vier oder fünf Jahre lang kann keiner den Zauber brechen, aber nun schafft es Bonnie einfach mal so beiläufig? Wie dem auch sei, Elena ist wieder wach und Bonnie ist weiterhin am Leben. Die Reunion mit ihren Freundinnen, sowie der Abschied von Stefan wurden rührend inszeniert, doch es ist ausgerechnet die Wiedervereinigung mit Damon, auf die Fans jahrelang gewartet haben, die ein wenig emotionslos ausfiel. Nicht mal ein einziges Wort haben die beiden in der Episode ausgetauscht. Mich würde es nicht wundern wenn bei der Kussszene und dem Händchen halten ein Double zum Einsatz kam. Auch wenn Nina Dobrev und Ian Somerhalder beteuern, dass zwischen ihnen alles gut ist, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass die beiden nicht so begeistert davon waren, noch einmal ein Paar zu spielen. Nun gut, für mich war diese Reunion ausreichend, da es nie die Beziehung der beiden war, die die Serie für mich interessant gemacht hat. Nur das Ende fand ich anfangs leicht verwirrend, da ich zuerst nicht verstanden hatte, dass sie am Ende, nachdem sie ein langes, glückliches Leben geführt haben, gestorben sind und mit ihren Familien wiedervereint wurden. Das lag aber nur daran, dass sie äußerlich keinen Tag gealtert sind. Die Szene auf dem Friedhof und der Tagebucheintrag über Stefan waren eine schöne Hommage an die Pilotepisode. Aber mal ganz ehrlich, welche erwachsene Frau schreibt im Jahr 2017 noch Tagebücher?

"That is the promise of peace. That one day, after a long life, we will find each other again."

Es war schön so viele alte Charaktere nochmal zusehen, vor allem Lexi Branson und Jenna Sommers, sowie Vicki Donovan, deren Tod viel zu früh kam. Und es zeigt auch, wie viel den Darstellern die Serie bedeutet hat. Und der Brief von Klaus Mikaelson schürt die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung zwischen ihm und Caroline in "The Originals". Ganz verstanden habe ich aber nicht, wo genau sie sich jetzt alle befinden. In dem 'Himmel', den Bonnie kreiert hat, als Enzo gestorben ist? Denn wenn ich mich recht erinnere, wurde die andere Seite zerstört. Oder gibt es eine andere Welt, in der normale Menschen nach ihrem Tod leben? Allerdings sind Jenna und Lexi als Vampire gestorben, weshalb sie gar nicht da sein dürften. Ich will mir darüber aber auch nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Es war einfach schön alle noch ein letztes Mal zusehen. Das erinnerte an das Serienfinale von "Desperate Housewives".

Fazit

"The Vampire Diaries" hatte seine durchwachsenen Momente, hat es aber immer geschafft mich zu unterhalten und dafür zu sorgen, dass ich mitfiebere. Allein wegen Charakteren wie Katherine Pierce werde ich die Serie für immer in guter Erinnerung behalten. Auch wenn es in #8.16 I Was Feeling Epic hier und da ein paar Logiklöcher gibt, ist dennoch ein schönes Serienfinale entstanden, bei dem man das Gefühl hat das sich der Kreis schließt, was nicht jeder Serie vergönnt ist.

Kevin Dave Surauf - myFanbase


Vorherige ReviewÜbersicht

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Vampire Diaries" über die Folge #8.16 Das war episch diskutieren.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Mehr zum Datenschutz Schließen