Bewertung: 7

Review: #4.14 Willy Ward

Foto: John Hensley, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
John Hensley, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach einer gelungen Weihnachtsfolge und der Wiedervereinigung von Wilbur und Christian, werden sofort neue Probleme geschaffen. Auch Sean erkennt, dass er sein Leben ändern muss und wir erfahren etwas aus James' Leben, was sie in einem völlig anderen Licht dastehen lässt.

Er muss etwas Neues anfangen

Seit dem Weggang von Julia, denkt Sean immer mehr über sein Leben und seine Fehler nach. Und genau das führt dazu, dass er sein Leben sogar mit dem seiner Patienten vergleicht. Schon öfter ist mir dieser Schachzug in anderen Serien aufgefallen und auch dort gefiel es mir nicht besonders gut. Ich mag es einfach nicht, wenn man es so miteinander verbindet, zumal die Lebensumstände auch vollkommen anders sind.

Dass Sean sich mit einem Bauchredner vergleicht, finde ich schon fast etwas albern. Natürlich kann ich verstehen, dass er sich von seinem Patienten verstanden fühlt, doch seine Zusammenarbeit mit Christian ist etwas völlig anderes: Die beiden sind Menschen aus Fleisch und Blut und auch wenn sie zusammenarbeiten und auch ihre Familien sehr eng miteinander verbunden sind, führen sie doch unterschiedliche Leben. Ich finde es sehr schade, dass Sean sich in diesem Punkt derartig beeinflussen lässt. Schließlich steht noch gar nicht fest, dass Julia für immer weg sein wird. Momentan ist der Stand der Dinge der, dass sie erst einmal eine Auszeit braucht.

Nichtsdestotrotz ist und bleibt Sean ein Familienmensch, dessen Familie aber derzeit nicht zugegen ist. Ich hoffe einfach, Christian kann ihn von seinen Plänen, aus Miami wegzugehen, abbringen. Auch wenn sie immer mal wieder Probleme miteinander hatten und es auch nicht von der Hand zu weisen ist, dass Sean auf den aktuellen Lebensumstand seines Freundes eifersüchtig ist, fände ich es sehr schade, sollte er sich tatsächlich dazu entschließen, irgendwo neu anzufangen. Mir würde entschieden etwas fehlen. Doch da gibt es ja noch immer Escobar, der sicherlich schon einen Plan hat, Sean und Christian zu kontrollieren.

Neue Gefahren und neue Erkenntnisse

Schon mit dem ersten Auftauchen von James stand fest, dass diese Frau gefährlich ist und sich ein jeder in Gefahr bringt, der sie zur Feindin hat. Dann gab es auch Momente, in denen wir sie von einer anderen Seite bzw. eine andere Seite ihres Tuns zu sehen bekommen haben. Obwohl sie Michelle in der Hand hat und von ihr immer wieder verlangt hat, dass sie ihr beim Entfernen von Nieren behilflich sein soll, ist auch James selbst eine Handlangerin, wie wir kürzlich erfahren mussten.

Zugegeben sorgte das bei mir dafür, dass James mir zeitweise leid tat, weil sie selbst um ihr Leben fürchten muss. Mein Mitgefühl wurde in #4.14 Willy Ward ziemlich beansprucht. In der letzten Folge hatte ich zumindest für einige Sekunden den Eindruck, sie hat aus der Sache mit Michelle endlich gelernt – bis zu dem Zeitpunkt, als dem Patienten die Nieren entfernt worden sind. Den Anblick nach der Ausschlachtung des Körpers fand ich schon schlimm genug und ich hätte nie und nimmer damit gerechnet, dass James soweit gehen und Wilbur etwas antun würde. Mein Gott, nicht nur mein Herz ist fast stehengeblieben, sondern auch meine Wut über James steigerte sich fast ins Unermessliche. Denn ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt, dass es auch für sie irgendwo eine Grenze geben würde, doch da wurde ich eines Besseren belehrt.

Kein Wunder also, dass Michelle Christian nichts davon gesagt hat. Oder hat sie es getan und wir erfahren es nur nicht? Auf jeden Fall fand ich es so umso interessanter, dass die Autoren auch Gina in die Storyline eingebunden haben, um sie ebenfalls als Entführerin des Jungen dastehen zu lassen. Zu Gina komme ich aber gleich noch etwas intensiver.

Ich hatte wirklich Angst, dass sich Wilbur in ernsthafter Gefahr befunden haben könnte und bin froh, dass es nicht der Fall gewesen ist. Schließlich habe ich James so ziemlich alles zugetraut, doch eines ganz gewiss nicht: Dass sie eine Mutter ist, die ihr Kind verloren hat und nie wirklich über diesen Verlust hinweggekommen ist. Das rückt alle Geschehnisse in ein vollkommen neues Licht. Damit will ich bestimmt nicht sagen, dass ich ihre Vergehen tolerieren werde, aber es tut mir sehr leid für sie, dass sie solch einen Schicksalsschlag erfahren musste und sich nicht anders zu helfen wusste, als mit Nieren zu handeln. Wie gesagt, möchte ich das sicherlich nicht tolerieren, aber zumindest wissen wir nun, dass es keine Boshaftigkeit gewesen ist, sondern im Endeffekt doch etwas sehr Menschliches und Emotionales dahintergesteckt hat.

Ich denke, der Grund für ihren Selbstmord war der, weil James erkannt hat, dass sie Michelle nicht zurückgewinnen kann, sondern diese jetzt ein Leben hat, welchem James noch heute nachtrauert und keinen weiteren Menschen hat, der ihr etwas bedeutet. Wenn man so drüber nachdenkt, ist es doch sehr traurig. Genau deswegen finde ich es auch schön, dass Michelle trotz allem noch die Beerdigung von James organisiert, wahrscheinlich, weil es ihr leid tut, was sie durchmachen musste. Doch vielleicht wendet sich das Blatt nochmal, nachdem sie und wir Zuschauer erfahren mussten, dass James ausgerechnet für Escobar gearbeitet hat und nun Michelle in der Hand hat. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird, denn ich glaube nicht, dass Christian dies so hinnehmen wird.

Sie gibt ihn frei

Schon als Wilbur in der vergangen Folge wieder aufgetaucht ist, habe ich mir die Frage gestellt, wann Gina wohl auf der Bildfläche erscheinen wird und prompt passiert es. Ich kann den verstorbenen James Sutherland vollkommen verstehen, dass er nicht wollte, dass Gina das Sorgerecht bekommt. Wenn ich mich noch daran erinnere, wie und vor allem wo sie mit dem Kleinen gewohnt hat, wird mir noch immer ganz anders und trotzdem kann ich Ginas Auftreten teilweise verstehen.

Eins steht nämlich fest: Gina ist und bleibt Wilburs Mutter. Da ist es nur natürlich, dass sie ihn auch in ihrem Leben haben möchte. Zugegeben, hatte ich hier und da auch die Befürchtung, sie spielt nur die Reumütige, um Christian einzuwickeln. Vielleicht war es teilweise sogar so. Dennoch denke ich, Gina hat erkannt, dass sie nicht die Richtige für die Erziehung Wilburs ist. Für mich sah es so aus, als habe sie den Kleinen absichtlich schlecht dargestellt, damit ihr der Abschied nicht so schwer fällt. Ich bin mal gespannt, ob noch etwas nachkommen wird, momentan gefällt mir die Entwicklung aller Beteiligten sehr gut.

Pornodreh mit Folgen

Nach wie vor bin ich von der Ehe von Kimber und Matt nicht begeistert. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die beiden nicht zusammen passen, sondern eher, weil da Scientology mit drin hängt. Ich habe irgendwie die Befürchtung, uns steht noch ein riesiger Knall bevor und der könnte schneller kommen, als uns lieb ist.

Bei Kimber und Matt läuft es nicht mehr im Bett, was erst einmal nicht so schlimm ist. Aber ich denke, für die beiden ist Sex ein wichtiger Bestandteil ihrer Beziehung, weswegen Matt hier schnell Abhilfe schaffen musste. Irgendwie finde ich es nicht mal schlecht, dass Kimber zurück zu ihren Wurzeln geführt wird. Immerhin haben wir sie als Pornostar kennen gelernt und wenn wir mal ehrlich sind, wird sie dies auch nicht mehr loswerden, warum sollte man es dann nicht fürs Privatleben nutzen.

Das Problem ist nun aber, dass sie von ihrer ehemaligen Mentorin hereingelegt wurden. Mir stellt sich nun die Frage nach dem Warum? Warum tut jemand so etwas, der eigentlich stolz sein müsste? Hat sie irgendwas gegen Kimber in der Hand? Will sie sich an ihr rächen? Wenn ja, für was genau? Das sind Fragen, die unbedingt aufgeklärt werden müssen.

Fazit

Nach der gelungenen Weihnachtsfolge fährt #4.14 Willy Ward etwas zurück und kann nicht in allen Punkten überzeugen. Mit James' Geständnis und ihrem Tod sowie dem erneuten Auftauchen von Escobar könnten sich für das bevorstehende Staffelfinale interessante Dinge einstellen, ebenso wie Seans Wunsch, sich etwas Neues aufbauen zu wollen, oder Liz' Trennung von Poppy, bei der sicherlich auch noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Daniela S. - myFanbase


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