Bewertung: 7

Review: #4.15 Gala Gallardo

Foto: Dylan Walsh, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Dylan Walsh, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das Staffelfinale von "Nip/Tuck" schlägt diesmal im Vergleich zu vergangenen Staffeln einen recht ruhigen Ton an, kann aber vor allem durch den Zusammenhalt und die tollen Charaktermomente punkten...

Ende eines Albtraums

Nachdem man in der letzten Episode erfahren musste, dass James nicht nur einen sehr großen Schicksalsschlag über all die Jahre nicht verarbeiten konnte, sondern auch noch für Escobar Gallardo gearbeitet hat, hat mich das sehr schockiert. Vermutlich weil ich mir durch diese Offenbarung auch schon vorstellen konnte, dass Escobars erneutes Auftauchen noch für den ein oder anderen spannenden Moment sorgen würde. Aber im Gegenzug zum Staffel-3-Finale war #4.15 Gala Gallardo sehr spannungsarm, was aber nicht heißen soll, dass es langweilig gewesen ist.

Denn dafür wurde uns eine sehr interessante Dynamik geboten, mit der ich persönlich gar nicht gerechnet habe. Bis zu dieser Episode dachte ich immer, Escobar wäre der knallharte Kerl, vor dem jeder Respekt und Ehrfurcht hat. Für viele mag das auch stimmen, nicht aber für seine Frau Gala. Es war schon sehr überraschend zu erfahren, dass er überhaupt verheiratet ist. Doch der Faden wurde noch viel weiter gesponnen, indem sich seine Frau als die Person entpuppte, die das Sagen hat und ihren Mann immer wieder in seine Schranken weist. Dies war für mich der Dreh- und Angelpunkt, der für mich die Episode interessant gemacht hat. Doch bis es soweit war, erfuhr man erst einmal von dem Leid von Gala. Dazu haben die Autoren wieder die Vergangenheit hervorgeholt und sie mit diesem Handlungsstrang sehr schön verbunden. Denn wenn wir uns mal an eine der letzten Staffeln erinnern, ist uns Antonia Ramos durchaus ein Begriff. Die junge Frau sollte damals Drogen in ihren Brüsten schmuggeln und kam dabei zu Tode. Ich habe mich schon damals gefragt, ob man diesen Handlungsstrang noch weiter verfolgen würde. Dabei hätte mir klar sein müssen, dass die Verantwortlichen von "Nip/Tuck" oftmals einige Zeit dafür verstreichen lassen, es dann aber mit viel Spannung auflösen. Denn die Brüder von Antonia haben sich durchaus gerächt, wenn auch nicht an Escobar selbst, sondern an dessen Frau Gala. Und wenn man sich dabei anschaut, wie ungehalten er auf die Verstümmlung seiner Frau reagiert hat, wurde auch Escobar mit der Tat getroffen. Kein Wunder also, dass er da Abhilfe schaffen will und dafür nur die besten der Besten in Frage kommen. Natürlich nicht zuletzt deswegen, da er dadurch nochmals ein Druckmittel hat. Wie schon gesagt, hat James ja für ihn gearbeitet und dass Michelle nach wie vor beteiligt ist, dürfte ganz logisch sein.

Wie auch schon einst bei der Morddrohung von James, ist Michelle auch diesmal nicht dazu bereit, Christian leiden zu sehen. Dass sie nach der Ablehnung der beiden Ärzte, Gala selbst operieren wollte, zeigt eigentlich nur, wie sehr sie Christian liebt. Wobei ich ja eher das Gefühl habe, dass das alles zu ihrem Plan gehört hat und sie durch ihre Eigenmächtigkeit dafür gesorgt hat, dass sowohl Christian als auch Sean letztlich doch die OP durchführen. Allerdings war das für mich persönlich noch nicht der Punkt, der wirklich spannend war. Spannend war für mich, ob Liz Escobar tatsächlich erschießt oder eben nicht. Wobei ich mir nicht recht vorstellen konnte, dass sie wirklich zu solch einer Tat fähig gewesen wäre. Wenn man allerdings bedenkt, was sie alles wegen ihm durchmachen musste, wäre es durchaus logisch gewesen und hätte ihren Charakter nochmals in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen, was man in Staffel 5 hätte ausbauen können. Dennoch bin ich froh, dass es am Ende dann doch Gala gewesen ist, die für das Ende des Albtraums gesorgt hat, auch wenn es abzusehen gewesen ist, nachdem Liz doch nicht geschossen hatte. Ich glaube jedoch, dass es vielmehr das Gespräch zwischen Gala und Liz gewesen ist, das Gala dazu gebracht hat, ihren Mann aus dem Weg zu schaffen. Ein wenig schade finde ich es doch, dass Gala nicht weiter ausgebaut wird, eigentlich ist sie nämlich ein sehr interessanter Charakter.

Mit der Beseitigung von Escobars Leiche, die auf die gleiche Art und Weise wie die von Silvio Pérez beim Serienstart entsorgt wurde, schließt sich ein Kreis und deutet nicht nur einen neuen Anfang an, sondern unterstreicht nochmals den Zusammenhalt von Sean, Christian und Liz.

Ein neuer Anfang

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Sean tatsächlich nach Kalifornien gehen würde. In meinen Augen war es eher eine Illusion, die ohnehin niemals Wirklichkeit werden würde, aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Nachdem aber auch Escobar Geschichte ist, ist es aber auch logisch, dass Sean wirklich mit all der Vergangenheit abschließen und irgendwo neu beginnen will. Etwas schade finde ich es schon, denn auch wenn es oftmals Streitigkeiten mit Christian gab, so bildete er doch mit ihm seit vielen Jahren eine Einheit.

Seans Weggang bescherte uns Zuschauern aber auch eine tolle und schöne Vater-Sohn-Szene zwischen ihm und Matt. Wir wissen zwar, dass Christian Matts biologischer Vater ist, aber auch Sean hat eben einen großen Anteil an der Erziehung von Matt. Ganz besonders jetzt, wo Matt bemerkt, dass seine Eheschließung mit Kimber doch falsch gewesen ist, kann Sean ihm eine besonders starke Schulter sein. In diesem Zusammenhang fand ich auch seine Trennung von Julia gut, schließlich ist Matt auch irgendwie davon betroffen und findet wohl in seinem Vater den besten Ansprechpartner. Ich bin mal gespannt, wie lange die Ehe der beiden noch hält. Wie wir ja erfahren mussten, liebt Kimber Matt eigentlich gar nicht und Bemühungen reichen in diesem Fall eben nicht aus.

Neben Matt gibt es da aber noch jemanden, der auf einmal Zweifel an seiner Beziehung hat: Christian. So ganz verwunderlich ist das nicht. Immerhin hat Michelle mehr als einmal gelogen, selbst wenn das zum Schutz Christians gewesen ist. Für ihn ist es eine Frage des Vertrauens und wir kennen ihn lange genug, um zu wissen, wie schwer ihm das Vertrauen fällt. Ich bin aber sehr froh, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat und auch nach Kalifornien gegangen ist, auch wenn es sicherlich eine ganze Weile dauern wird, bis er über Michelle hinweg ist, weil er sie wirklich geliebt hat. Aber ich denke, dass ihm Sean eine Stütze sein wird. Ich würde mir wünschen, dass Liz auch noch auftauchen würde, dann wäre das Ärzte-Trio wieder vereint und könnte in Kalifornien noch einmal ganz neu anfangen.

Fazit

Diesmal haben die Autoren von "Nip/Tuck" ein recht ruhiges Finale kreiert, was sich aber durchaus sehen lassen kann. Mit dem Tod von Escobar und dem Umzug von Sean und Christian stellte man die Weiche für etwas Neues und vielleicht auch Aufregendes. Ich bin jedenfalls sehr auf den Auftakt für Staffel 5 gespannt und freue mich auf ein Wiedersehen mit den Ärzten in Kalifornien!

Daniela S. - myFanbase


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