Bewertung: 6

Review: #3.11 Hänsel und Gretel

Die 11. Episode der 3. Staffel ist auf den ersten Blick eine dieser reinen Monsterepisoden, in denen die Charaktere kaum im Mittelpunkt stehen und ihre persönlichen Storylines nicht vorangetrieben werden. Allerdings bringt diese Monster-of-the-week-Folge eine beindruckende und auf eine völlig neue Art geradezu beängstigende Atmosphäre mit sich. Buffy und Co. sehen sich in #3.11 Hänsel und Gretel einer Art von Bedrohung ausgesetzt, mit der sie niemals gerechnet haben: ihren eigenen Eltern. Und trotzdem ist es am Ende wieder einmal der Zusammenhalt der Scoobies, der den Tag rettet.

"It's just you can't... you can't make it right."

Joyce, die zuletzt offensichtlich nicht der größte Fan von Buffys Berufung war, versucht sich endlich ein wenig zu öffnen und am unfreiwilligen Leben ihrer Tochter als auserwählte Jägerin teilzuhaben. Natürlich musste dieses noble Unterfangen direkt schief gehen und Joyce verliert in Anbetracht der zwei toten Kinder – völlig zu Recht – die Nerven. Natürlich ist alles was dann folgt nicht objektiv bewertbar, da sich relativ schnell herausstellt, dass Joyces Verhalten und das der anderen Erwachsenen in Sunnydale übernatürlicher Natur ist, aber man kommt trotzdem nicht umhin, relativ schnell Mitgefühl für Buffy und Unverständnis für Joyce zu entwickeln. Buffy setzt tagtäglich ihr Leben aufs Spiel, um Sunnydale und den Rest der Welt vor dem Untergang zu retten und dann glaubt man ihr entweder nicht, oder man hält sie für gefährlich. Dass sich auch Buffys Mutter auf der anderen Seite dieses Grabens befindet, macht es nicht einfacher. Und trotzdem sollte man Joyce Verständnis schenken. Da zieht man frisch getrennt mit der einzigen Tochter in einen hübschen Vorort, damit diese dort behütet ihren Abschluss machen kann und stattdessen stellt sie sich mir als Vampirjägerin vor und nun geht alles noch viel schneller und steiler den Bach runter. Das ist harter Tobak und hier erst einmal zu glauben, die eigene pubertierende Tochter ginge durch "eine schwere Phase" ist wirklich nicht abwegig.

"But we never...“ „We never win.“ „Not completely."

Es ist in dieser Folge vielleicht nur eine Nebensächlichkeit, aber es wird mal wieder deutlich, dass Buffy eben nicht nur körperlich stark und aufs Kämpfen trainiert ist. Sie kommt, mit unbeabsichtigter Hilfe von Angel ,als Einzige darauf, dass es doch wirklich sehr komisch ist, dass sich überhaupt keine Eltern oder sonstige Angehörigen der getöteten Kinder melden. Vor allem diese Einsicht macht den Scoobies klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Man kann gut beobachten, wie Buffy im Laufe der Zeit immer mehr dazu lernt und sich immer öfter auf ihren Instinkt verlassen kann. Es ist spannend zu beobachten, wie sie sich menschlich aber eben auch als Jägerin weiterentwickelt und dazu gehören eben nicht nur die großen Kämpfe, sondern auch kleine Situationen wie diese.

“It's clear where this little obsession came from. You will not speak to Bunny Summers again.”

Es ist nicht verwunderlich, dass man bisher nie etwas von Willows Mutter gesehen hat. Willow hatte es ja vorher schon ein paar Mal angedeutet; Sheila Rosenberg ist nicht gerade eine Vorzeigemutter. Entsprechend überraschend und befremdlich ist es für Willow, dass sie sich auf einmal für Willow und ihr "Hobby" interessiert, auch wenn es wirklich nicht zu Willows Besten ist. Aber so unabhängig und selbstständig Willow auch ist, als sie merkt, dass ihre Mutter sie zwar beachtet, aber trotzdem nicht ernst nimmt, schlägt ihr sonst so ruhiges, ausgeglichenes Gemüt, wie bei jedem Kind – und das ist sie trotz allem nun einmal immer noch – das von den eigenen Eltern ernst genommen werden will, in trotziges Aufbegehren um. Es ist schön zu sehen, dass das ganze Drama dieser Episode am Ende zumindest zur Folge hatte, dass Sheila sich nun tatsächlich mehr mit ihrer Tochter und deren Interessen auseinander setzen will.

"This isn't our town anymore. It belongs to the monsters, and the witches and the Slayers."

Die Haupthandlung war der Star der Episode und zwar weil man sich folgende Frage stellen musste: Wieviel Übernatürliches steckte in der Wut und Hetze, die sich durch Sunnydale zogen? War es wirklich nur die Hexerei, die Joyce dazu brachte, vor versammelter Stadt Jägerinnen und Hexen für alles was in Sunnydale schief läuft, verantwortlich zu machen? Und wieviel wussten die Bewohner Sunnydales zum Zeitpunkt der vermeintlichen Morde bereits über Dämonen, Vampire und die Existenz des Übernatürlichen? Die Scoobies bewegen sich in ihrer kleinen Welt, in der jeder Beteiligte Bescheid weiß aber nach Außen alle geheim halten, womit sie tagtäglich zu tun haben. Aber in Sunnydale geschehen so viele seltsame und grausame Dinge, dass es nicht wundert, dass sich keiner so richtig an die neue Situation der "Hexenverfolgung" gewöhnen musste, sondern alle gleich zum Aussuchen der passenden Mistgabel und Fackel übergegangen sind. Auch hier stellt sich natürlich die Frage, ob das alles schon das Tun des Dämons war, oder ob die Bewohner Sunnydales sich lange schon des sie stets umgebenden Bösen bewusst sind und alles was damit zusammenhängt – inklusive unserer Titelheldin und ihrer heldenhaften Clique – verteufeln. Dass man als Jägerin keinen guten Stand in der Gesellschaft hat, ist keine neue Erfahrung und auch wenn es eine ganze Gruppe von "Hilfsjägern" in diesem Umfang zuvor vielleicht noch nicht gegeben hat, ist klar, dass jeder Beteiligte immer wird lügen müssen und sein Leben nie unvoreingenommen gestalten kann. Aber dass die Energie der besorgten Masse so schnell gefährlich werden kann, und das auch für die eigentlichen Helden der Geschichte, ist doch ziemlich beängstigend. Aus diesem Grund ist es eigentlich fast schade, dass sich nun keiner der "Hexenjäger" mehr an die eigenen Taten erinnern kann, denn so wird für die Scoobies immer offen bleiben, wieviel Ablehnung und Unverständnis sie tatsächlich nur dem Dämon zuschreiben können.

"Before thee let the unclean thing crawl!"

Eine schöne kleine Nebenstory war das unbeabsichtigte Selbstverzaubern Amys. Klar, man kann aus bisherigen Folgen sagen, dass Amy eine mächtigere Hexe als Willow ist, aber es wird eben auch deutlich, dass nicht nur die Macht, einen Zauber wirken zu lassen, notwendig ist, um eine gute Hexe zu sein, sondern auch Erfahrung, Weitsicht und im konkreten Fall den Gedanken, dass es schwierig werden könnte, sich als Ratte wieder zurück zu verwandeln. Mal sehen, ob Willow es bald schafft, Amy zurück zu holen. Es wäre auf jeden Fall ein guter nächster Schritt als heranwachsende Hexe.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es in dieser Episode zwar sehr an den persönlichen Beziehungen mangelte, die man so gespannt verfolgt (kaum Angel & Buffy z.B.), dass einem aber eine gute Show geliefert wurde und wir am Ende wissen: Egal wie mächtig wir glauben zu sein, ein wütender Mob ist unberechenbar.

Marie K. - myFanbase


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