Bewertung: 8

Review: #13.07 War of the Worlds

Foto: Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das war mal wieder eine der Folgen, bei denen so viel passiert, dass man kaum mehr hinterherkommt. Sprünge zwischen den Welten, die Rückkehr von Charakteren, verrückte Zwillingsplots und Allianzen mit Himmel und Hölle – all das vermischt in mehrere Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, später aber doch noch alle zusammenlaufen. Ja, es war manchmal nicht einfach, #13.07 War of the Worlds zu folgen, das teilweise zu etwas wahnwitzigen und weithergeholten Methoden gegriffen hat, um die Geschichte so voranzubringen.

"You're weak!" – "Oh, cowboy, I'm not that weak."

Es war klar, dass es Luzifer früher oder später gelingen wird, die Parallelwelt zu verlassen, nur hätte ich nicht so früh damit gerechnet und das "wie" hat mich auch überrascht. Ich hätte gedacht, dass Luzifers Flucht irgendwie mit Mary zusammenhängt. Entweder, dass die beiden gemeinsam fliehen, oder dass die Winchesters ihre Mutter retten und dabei gezwungen sind, auch Luzifer mitzunehmen. Nur von Mary bekommt man in dieser Folge überhaupt nichts zu sehen. Merkwürdig eigentlich, immerhin müsste die doch zusammen mit Luzifer von Michael gefangen genommen worden sein. Andererseits war der ja eh nur an der Alternativversion seines Bruders interessiert.

Dieser Parallelwelt-Michael ist mir sowieso nicht ganz geheuer. Es hat zwar ziemlich gut getan, dass auch Luzifer mal was abbekommt – geschieht ihm nur recht – trotzdem scheinen die beiden Rollen getauscht zu haben, wonach es nun Michael ist, vor dem die größere Gefahr ausgeht. Wir wissen noch fast nichts darüber, warum die Parallelwelt so zerstört ist, doch man kann wohl davon ausgehen, dass es zu großem Teil unter der Führung von Michael geschehen ist. Und genau der will nun in ihr "Paradies", also die normale Erde, und wohl da weitermachen, wo er drüben aufgehört hat. Zugebenerweise, sein Zauber, um den Riss zwischen den Welten wieder zu öffnen, war dann doch etwas weit hergeholt. Immerhin bekommen wir damit die Parallelweltversion von Kevin zu sehen. Der ist zwar ein bisschen durchgeknallter als die Erde-Version, aber trotzdem freut es mich schrecklich, ihn wiederzusehen und ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal war.

Auf jeden Fall ist Luzifer durch diesen kleinen Zauber wieder auf der Erde. Naja, zumindest mehr oder weniger, denn nachdem er einen guten Teil seiner Gnade aufgeben musste, ist er ungewohnt geschwächt. Die Szene, in der ihm das klar wird, war echt amüsant (vor allem, weil es Luzifer einfach recht geschieht). Blöd nur, dass das Asmodeus auf den Plan ruft. Und der ist entgegen meiner Erwartungen kein treuer Untergebener von Luzifer, sondern eher das genaue Gegenteil. Von Anfang an ist klar, dass Asmodeus kein Stück Respekt vor ihm hat, während man bei Luzifer sogar so etwas wie Furcht erkennen kann. Mal sehen, was Asmodeus mit ihm und Castiel vorhat.

"Don't do anything stupid."

Kaum ist Castiel wieder auf Solomission unterwegs und schon prügelt er sich erst mit drei Engeln, hängt dann mit Luzifer in einer Bar ab und landet schlussendlich im Kerker in der Hölle. Das war selbst für Cas' Verhältnisse ein produktiver Tag. Ich frage mich sowieso, was er sich noch vom Himmel erhofft. Bisher ist es doch noch jedes Mal schief gegangen, wenn er von ihnen Hilfe wollte. Und gerade bei Jack als Nephilim von Luzifer sollte er eigentlich erst recht auf der Hut sein. Aber Überraschung: Die Engel wollen Jack gar nicht umbringen, sondern seine Macht dafür auszunutzen, ihre Reihen aufzufüllen. Damit wird nur ein weiterer Name auf die Liste der Leute gesetzt, die etwas von Jack wollen: Den Riss zur anderen Welt öffnen, Mary retten, Engel entstehen lassen, der Hölle zur neuen Größe verhelfen.. kein Wunder, dass Jack untergetaucht ist.

Glücklicherweise wird Castiel gerade noch so von Luzifer gerettet, bevor er mal wieder von den Engeln gefangen genommen wird. Die folgenden Szenen mit Cas und Luzifer haben mir an der Folge eigentlich am besten gefallen. Vor allem, weil Cas sich einfach so herrlich genervt und widerwillig auf Luzifer eingelassen hat. Okay, so wirklich hat er aus seinen Fehlern nicht gelernt, immerhin denkt er zwar daran, Sam und Dean anzurufen, aber als es dann darauf ankommt, sagt er Dean doch nicht die Wahrheit. Hoffentlich ist das nicht wieder der Anfang einer Kooperation, die schrecklich danebengeht.

"How are you not dead?"

Bei dem ganzen Chaos rund um Luzifer geraten Sam und Dean fast ein bisschen aufs Nebengleis. Dabei treffen die auf einen ganz anderen alten Bekannten: Ketch. Auch hier hat man die Geschichte unnötig kompliziert gemacht; der geheime Zwilling, wirklich? Mir ist Arthur Ketch zwar alles andere als sympathisch, aber ich bin erleichtert, dass es tatsächlich er ist, und nicht irgendein aus dem Hut gezauberter Bruder. Ob man nun etwas mit Ketch anfangen kann, oder nicht, sein Erscheinen war gleich mehrfach praktisch: Allen voran seine wundersame Wiederbelebung durch Rowenas Zauberspruch. Denn wenn man den Zauber einfach erneuern kann, wird Rowena das hundertprozentig auch bei sich selbst gemacht haben. Das würde auf jeden Fall ihren doch sehr unwürdigen und lieblosen Tod in der letzten Staffel erklären – er war nicht endgültig. Dann darf Dean beweisen, dass sein Bauchgefühl eben doch noch funktioniert, nachdem er sich bei Jack etwas verrannt hat. Außerdem wird durch die Befragungen von Sam und Dean Ketchs Charakter wieder beleuchtet: Er behauptet, einige Aktionen zu bereuen (wenn man ihm das denn glauben kann), hat nach wie vor Interesse an Mary und meint, absolut loyal zu sein. Nur wem gegenüber? Die britischen Men of Letters haben ihn fallen gelassen. In der letzten Szene sieht man zwar, dass Ketch für Asmodeus nach Jack sucht, aber irgendwie glaube ich nicht, dass es so einfach ist. Ist Ketch wirklich nur eine Art Assassine, der für die rechte Bezahlung alles tut, egal für wen? Ist es wirklich bereit dazu, mit einem Ritter der Hölle und den Dämonen zusammenzuarbeiten, den Monstern, die er ja so hasst? Meine Theorie ist, dass er Jack zwar sucht, allerdings nicht, um ihn an Asmodeus auszuliefern, sondern um ihn dazu zu bringen, den Riss in die andere Welt zu öffnen, um so Mary zu retten.

Randnotizen:

  • Willkommen zurück an Osric Chau und David Haydn-Jones! Hoffentlich bekommen ihre Charaktere auch einen ordentlichen Plot und wurden nicht nur als kurze Überraschungen zurückgeholt.
  • Auch ohne die Credits hat man ziemlich schnell gemerkt, dass Richard Speight Jr. wieder hinter der Kamera saß – die künstlerischen Elemente und ungewöhnlichen Kameraschnitte gefallen mir immer schrecklich gut.
  • Die Bar, die Castiel und Luzifer aufsuchen, heißt "Nick's Bar", ein geschickter Wink an Luzifers Hülle.
  • Es ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber nach der heutigen Folge kann man wohl davon ausgehen, dass Rowena irgendwie überlebt hat.
  • Das war eine tolle Kampfszene zwischen Sam, Dean und den Engeln und Dämonen in der Bar.
  • Auch wenn Asmodeus seine Sache als Anführer der Hölle nicht schlecht macht – Crowley fehlt mir trotzdem schmerzlich.
  • Es hat richtig gut getan, auch mal wieder ein paar ernstere Szenen mit Luzifer zu bekommen. Hoffentlich bleibt dieser Trend bestehen, denn in den letzten Staffeln wurde dieser Charakter ja doch sehr auf dramatische Auftritte und lustige Sprüche reduziert.



Fazit

Auch wenn die Folge eindeutig überladen war und man sich manche Handlungsstränge hätte sparen können, hat sie die Geschichte um einiges vorangebracht. Vor allem ist es viel undurchsichtiger geworden, wer denn eigentlich auf welcher Seite steht. Während der ursprüngliche Michael gewissermaßen das himmlische Gegenstück zu Luzifer war, kann man die Parallelweltversion von ihm noch gar nicht einschätzen, auch wenn zu befürchten ist, dass er letztlich sogar noch schlimmer als Luzifer sein könnte. Der wiederum ist durch den Verlust seiner Gnade so geschwächt worden, dass er lange nicht mehr an der Spitze der Bösewichte steht, die sich gerade im Spiel befinden. Außerdem ist da noch seine vorsichtige Allianz mit Castiel, die wohl mit Jack steht und fällt. Und dann ist da noch Asmodeus, dem es allem Anschein nach wohl hauptsächlich um Rache und Macht geht. Nicht zu vergessen Ketch, der zwischen den ganzen übernatürlichen Mächten zwar ein eher kleines Licht ist, aber auch nicht unterschätzt werden sollte. Wie gesagt, die Folge hat einem viel zu denken gegeben und vor allem viele verstrickte Handlungsstränge eingeführt. Mal sehen, wie die Winchesters in das ganze Chaos passen, schließlich wissen die zum jetzigen Zeitpunkt ja nur von einem Bruchteil der Geschehnisse, die wir Zuschauer verfolgt haben.

Denise D. - myFanbase


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