Bewertung: 4
Jason Bourque

Drone - Tödliche Mission

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
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Inhalt

Neil Wistin arbeitet für die CIA und sein Job ist es, Drohnen zu steuern und somit Einsätze für die CIA zu fliegen. Im März 2016 erfolgt ein von Neil geleiteter Drohnen-Angriff in Pakistan, bei dem nicht nur die Zielperson ihr Leben lässt, sondern auch einige Menschen aus der zivilen Bevölkerung getötet werden. Von der CIA wird der Tod dieser Menschen als Kollateralschaden betrachtet, nicht jedoch von Imir Shaw, der bei dem Angriff seine Frau und seine Tochter verloren hat.

Als sich der Angriff 2017 jährt, ist es Imir gelungen herauszufinden, wie seine Angehörigen ums Leben gekommen sind und so hat er in Erfahrung gebracht, dass sie bei einem Drohneneinsatz starben, der von Neil geflogen wurde. Imir nimmt Kontakt zu den Wistins auf, die unterdessen um Neils verstorbenen Vater trauen und es kommt zu einem Showdown.

Kritik

Bei dem Titel "Drone - Tödliche Mission" stellt man sich einen Action-geladenen Thriller vor, in dem man Sean Bean im Einsatz als Drohnen-Pilot beobachten kann. Dieses Bild bewahrheitet sich jedoch nur in den ersten Minuten des Filmes. Nachdem man uns die Szenen von dem Angriff in Pakistan gezeigt hat, wendet man sich zu großen Teilen der Familie Wistin zu, in der jeder sein Laster zu tragen hat. Während Neil seinen Job vor Frau und Kind verheimlicht, trauert sein Sohn Shane mehr als alle anderen um den Verlust seines Großvaters und Ehefrau Ellen hat eine heimliche Affäre, bei der sie sich nicht sicher ist, ob mehr daraus werden soll.

Leider gelingt es bei der Erzählung nicht, Mitgefühl oder das Interesse des Zuschauers an den Hauptfiguren zu wecken. Denn gerade in dem Moment, als alle Figuren ihre Geheimnisse auf den Tisch packen, endet der Film und man konnte keinerlei charakterliche Entwicklung feststellen oder einen Grund finden, sich mit einer der zentralen Personen zu identifizieren.

Die Schauspieler stellen ihre Charaktere sehr distanziert von einander dar und man fragt sich, weshalb Drehbuchautoren und Regisseur gewollt haben, dass die Stimmung im Hause Wistin so kühl wirkt. Zudem macht einem der hohe Alkoholkonsum der Familie die Figuren noch ein wenig unsympathischer, obwohl er zugleich unterstreicht, dass in ihnen allen etwas brodelt, dass sie für sich behalten.

Die Nebenhandlung rund um den Tod von Neils Vater scheint in der ersten Hälfte des Filmes einen bedeutenden Part darzustellen, da sowohl Neil als auch sein Sohn noch immer trauern. Im Verlauf gerät diese Geschichte jedoch vollkommen in Vergessenheit und wird nicht wieder aufgegriffen, was die Frage aufwirft, weshalb man sie überhaupt eingebaut an. Ähnlich verhält es sich mit Ellen Gewissensbissen.

Auch wenn die Figur des Imir Shaw etwas anders angelegt ist und man sich zum Ende hin in seine verzweifelte Lage hineinversetzen kann, gelingt es auch an dieser Stelle nicht, den Zuschauer wirklich mitfiebern zu lassen.

Was den Thriller-Aspekt des Filmes angeht, hat man zum Schluss recht zufriedenstellende Arbeit geleistet, denn als Imir Neil mit seinem Wissen konfrontiert und man erkennt, worauf die Situation hinausläuft, entsteht kurz ein Gefühl des Banges.

Das Ende des Filmes kommt sehr plötzlich und man erklärt nicht recht, weshalb sich Neil nun dazu entschlossen hat, sein Leben in eine andere Richtung zu lenken. Ist es wegen Imir? Ist es seiner Familie zu Liebe? Will er nicht länger die Leben unschuldiger Menschen "zufällig" auslöschen? Hier bleiben viele Fragen offen, die den Zuschauer recht unbefriedigt zurücklassen.

Fazit

Richtig überzeugen kann "Drone - Tödliche Mission" leider nicht, denn obwohl der Film dem Thriller-Genre in wenigen Momenten gerecht wird, fehlt das Gefühl, dass man sich in die Hauptfiguren hineinversetzen kann. Man spricht hier zwar aktuelle Themen an und die Entscheidung, die Neil am Ende trifft, kann man vollkommen nachvollziehen, dennoch lässt der Film viele Möglichkeiten ungenutzt.

Zum Gewinnspiel von "Drone - Tödliche Mission"

Marie Florschütz - myFanbase
16.11.2017

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