Bewertung: 8
James Gunn

Guardians of the Galaxy Vol. 2

"I can't believe I fell in love with a space man."

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Die Guardians of the Galaxy sind zurück - und das mit allem, was die Fans im ersten Film so begeistert hat. Star-Lord aka Peter Quill (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Rocket (Sean Gunn/Bradley Cooper) und nicht zuletzt Baby Groot (Vin Diesel) machen sich auf in eine Welt, die ihre neugefundene Familie auf eine harte Probe stellt. Im Kampf gegen alte und neue Gegner muss das ungleiche Team sich einmal mehr beweisen, um sicherzustellen dass die Galaxie weiterhin bestehen kann.

Kritik

Schon in "Guardians of the Galaxy" wurde die thematische Grundlage für "Guardians of the Galaxy Vol. 2" geschaffen. Es waren kleine Details, die nun zu großen Geschichten werden. So wurde Peter Quills Vater im ersten Teil nur zwischendurch einmal erwähnt, bis im Anschluss an das große Finale klar wurde, dass Peter nur mütterlicherseits menschlich ist und die andere Hälfte seines Seins sehr alten Ursprungs ist. Des Weiteren hat Ravager Yondu (Michael Rooker) auch mehrfach in den Raum geworfen, dass er Quill, als er noch ein Kind war, hätte 'zurückbringen' können, aber scheinbar Gründe hatte, dies nicht zu tun. Diese beiden Aspekte aus Star-Lords Leben sind prägend für "Guardians of the Galaxy Vol. 2" und die Entwicklung des Hauptcharakters.

Die Sehnsucht nach seinem Vater, nach einem Gefühl von Familie, treibt Peter Quill an die Grenzen seiner Wahrnehmung und bringt ihn schlussendlich in eine Gefahr, die er sich niemals hätte erträumen können. Zu Beginn des Films erledigen die Guardians einen Job für die sogenannten Sovereigns; ein Volk, dessen höchstes Gut Integrität ist. Als Rocket diese links liegen lässt und die Sovereigns bestiehlt, beginnt eine unvergleichliche Verfolgungsjagd durch die Galaxie. Die einzige Strafe, die die Sovereigns kennen, ist die Todesstrafe, deshalb sind Rockets Weggefährten verständlicherweise alles andere als begeistert von seinem Handeln. Der erste große Moment von vielen im Film ist, dass Peters Vater (Kurt Russell) auftaucht und sich als unheimlich machtvoller Gott herausstellt. Peter hatte sich seinen Vater eigentlich immer eher wie David Hasselhoff vorgestellt; ein wundervoll subtiler Verweis auf "Hooked on a Feeling" aus dem ersten Film.

Wie auch schon zuvor "Guardians of the Galaxy", ist "Guardians of the Galaxy Vol. 2" ganz klar ein Charakterfilm. Die Handlung lebt sowohl von den detailliert ausgearbeiteten einzelnen Figuren, als auch von deren Zusammenspiel untereinander. Gamora und Nebula (Karen Gillan) sind immer noch Geschwister, die sich augenscheinlich abgrundtief hassen, in diesem Film aber Seiten an sich entdecken, die beide erst einmal nicht sonderlich toll finden. Rocket tritt mit seiner Eigenart, immer alles stehlen zu wollen, die komplette Handlung des Films los und wird weiterhin mit Spitznamen aller Art in den Wahnsinn getrieben. Drax tritt im Gegensatz zum ersten Film etwas in den Hintergrund, während Baby Groot für grandiose Lacher sorgt. Bei den Ravagern von Yondu herrscht Aufbruchsstimmung. Nicht zuletzt durch die Meuterei eines anderen Ravagers namens Taserface (Chris Sullivan), findet Yondu den Weg zurück zu Peter Quill und stellt sich endgültig auch seiner eigenen Vergangenheit.

Peters erfolgreiche Suche nach seinem, bis hierhin verschollenen, Vater steht stellvertretend für die emotionale Reise aller Charaktere in "Guardians of the Galaxy Vol. 2". Er ist nicht der Einzige, der sich einer Angst in seinem Leben stellen muss und er ist auch nicht allein mit seiner Sehnsucht nach Familie und Zugehörigkeit. Obwohl alle Figuren eine ähnliche Reise ins Innere von sich antreten, läuft letztendlich jeder einzelne Erinnerungs- und Vergangenheitsstrang, ob handlungstechnisch oder emotional, auf einen gemeinsamen Nenner zu - wenn auch mit nicht gerade kleinen Hindernissen auf dem jeweiligen Weg.

Absolutes Highlight ist, neben dem abermals genialen Soundtrack und dem wieder sehr guten Drehbuch, mehr oder weniger überraschend Sean Gunn. Der Schauspieler, der Serienfans schon in "Gilmore Girls" sieben Staffeln lang unterhalten hat, zeigt in "Guardians of the Galaxy Vol. 2" sein ganzes Können - und das ist beeindruckend. Selten gibt es in der heutigen Zeit noch echte Charakterschauspieler, die mit einer Unmenge an Facetten aufwarten, so dass es schwer fällt, sich ihrem Bann zu entziehen. Die Ausdrucksstärke seines Charakters Kraglin ist gerade im zweiten Teil des Films omnipräsent. Wenn man hier mit einbezieht, dass Sean Gunn am Set zusätzlich auch noch Rocket gespielt hat, da er die einzigartige Fähigkeit hat, den ganzen Tag lang auf seinen Knien durch die Welt der Guardians zu laufen, ist seine Leistung als Kraglin umso beeindruckender.

Fazit

"Guardians of the Galaxy 2" kommt nicht ganz an seinen Vorgänger heran, dies war aber durchaus zu erwarten. Einzelne Längen treten auf, aber ansonsten ist der Film auf allen Ebenen überzeugend und nicht nur für Marvel-Fans ein absolutes Muss, sondern auch für jeden, der im Kino gerne herzlich lacht, vor emotionalen Reisen in ferne Galaxien nicht zurückschreckt und Filme mit guten Soundtracks mag.

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Jeanne Plaumann - myFanbase
27.04.2017

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