Bewertung: 6
Anthony Russo, Joe Russo

First Avenger, The: Civil War

"You've operated with unlimited power and no supervision. That's something the world can no longer tolerate."

Foto: Copyright: Marvel 2016
© Marvel 2016

Inhalt

Als es in Lagos zu einem Angriff auf ein Institut für Seuchenkrankheiten kommt, schreiten einige der Avengers, unter anderem Captain America (Chris Evans), ein, um die Angreifer zu stoppen. Leider kommt es hierbei zu einigen zivilen Opfern, weshalb der amerikanische Außenminister Thaddeus Ross (William Hurt) fordert, dass die Superhelden sich künftig zurückhalten und einem Gremium der Vereinten Nationen unterstellt werden sollen. Ein Abkommen dafür wurde aufgesetzt und soll von über hundert Ländern in Wien unterzeichnet werden. Tony Stark (Robert Downey Jr.) unterstützt diese Entscheidung voll und ganz, da auch er der Meinung der Politiker ist. Doch Steve Rogers möchte sich von niemandem etwas vorschreiben lassen und einschreiten, wenn er denkt, dass seine Hilfe benötigt wird. Als es bei der Vertragsunterzeichnung zu einem Anschlag kommt, wird Bucky Barnes (Sebastian Stan), alias der Winter Soldier, als Tatverdächtiger identifiziert. Für Captain America ist in jenem Moment die Entscheidung gefallen. Er stellt sich gegen die meisten der Avengers und entscheidet sich dafür seinem einstigen Freund zu helfen. Dies führt dazu, dass zwischen den Superhelden Krieg ausbricht.

Kritik

Mit "The First Avenger: Civil War" wird die dritte Phase des Marvel Cinematic Universe eingeläutet. Ein spektakulärer Kampf der Superhelden, der zwar für Marvel-Fans durchaus sehenswert ist, aber nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. Auch wenn die Meinungen durchweg positiv zu sein scheinen, gibt es einige Kritikpunkte, die der Film in meinen Augen hat.

Besonders gelungen ist der Einstieg in die Handlung. Gibt es zunächst noch eine Rückblende, wird schnell ins Hier und Jetzt gesprungen und ein rasanter Kampf einiger der Avengers gegen Angreifer in Lagos gezeigt. Sofort wird man von Action förmlich erschlagen und hat die Hoffnung, dass dies den gesamten Film über so bleibt. Hier und da wird natürlich wieder ein bisschen übertrieben und einige unrealistische Stunts werden präsentiert, aber von Marvel ist man schließlich nichts anderes gewöhnt. Die Ausmaße, die dieser anfängliche Kampf annimmt, sind zunächst nicht zu erahnen. Wanda (Elizabeth Olsen) unterläuft ein Fehler, der den Avengers ihre Freiheit kostet. Genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche Handlung des Films. Durch das aufgesetzte Abkommen beginnt die Beziehung der einzelnen Superhelden zueinander langsam aber sicher zu bröckeln. Es fällt ihnen schwer, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Einerseits wissen sie, dass die von ihnen ausgetragenen Kämpfe immer zu viele zivile Opfer fordern, doch andererseits wollen sie ihre Freiheit nicht aufgeben. Der Zwiespalt der Charaktere wird sehr gut dargestellt und man kann sich sehr gut in diesen hineinversetzen und verstehen, weshalb sie sich in diesem befinden.

Was allerdings viel zu kurz gerät, ist der Kampf zwischen der Seite von Captain America und der Seite von Iron Man. Vom Trailer her würde man meinen, dass das der zentrale Punkt des Films ist, dieser nimmt allerdings nur einige Minuten in Anspruch. Ich hätte damit gerechnet, dass ein waschechter Krieg zwischen den Avengers ausbricht, doch dieser bleibt leider aus. Klar, die Freundschaft bröckelt aufgrund der Tatsache, dass sie verschiedener Meinungen sind, aber kämpfen tun sie alle nur einmal kurz gegeneinander. Auch bleibt abzuwarten warum genau man Ant-Man (Paul Rudd) und Spider-Man (Tom Holland) unbedingt einführen musste. Ich persönlich kenne die Comicvorlage nicht und kann deshalb nicht sagen, ob sie im weiteren Verlauf der dritten Phase einen wichtigen Teil der Handlung einnehmen, bisher scheinen sie aber nicht wirklich einen sinnvollen Beitrag geleistet zu haben. Man hätte gut und gerne auf die beiden verzichten können, ohne einen Verlust gehabt zu haben. Hinzu kommt, dass der Milchbubi-Spidey nicht wirklich ernstzunehmen ist und nur einen anscheinend lustigen Spruch nach dem anderen fallenlässt. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Darsteller in "Spider-Man: Homecoming" machen wird.

An sich ist die Handlung des Films sehr gelungen. Es ist spannend, zu verfolgen, wie die Avengers gegeneinander ausgespielt werden und Captain America gegen das Gesetz agiert, um seinen besten Freund zu schützen. Besonders deren Freundschaft wird sehr gut weiter ausgearbeitet und geht ans Herz. Als Gegenspieler wird Daniel Brühl als Zemo eingeführt. Dieser macht seine Sache im Hollywood-Spektakel ausgesprochen gut und seine Darbietung überzeugt auf ganzer Linie. Nichtsdestotrotz ist die Auflösung des großen Ganzen weniger spektakulär, sehr vorhersehbar und zieht den Film gegen Ende etwas runter. Man spart zwar nicht an Action und Effekten, aber ein eher mangelhaftes Drehbuch kann das auch nicht mehr retten. Ich würde das Ende als sehr Disney-lastig betiteln, was meines Erachtens nach in einem Marvel-Streifen nichts verloren hat. Aber auch an dieser Stelle kann ich nicht beurteilen, ob das in den Comics nicht schon ähnlich gewesen ist. Leider ist eben dieses Ende das, was am meisten im Kopf bleibt und den Film schlechter wirken lässt, als er eigentlich ist.

Fazit

"The First Avenger: Civil War" ist bei Weitem kein schlechter Film. Dennoch zieht des Rätsels Auflösung den Film in meinen Augen ein bisschen runter. Es ist schade, dass man so wenig Kampf zwischen den Avengers sieht und es sich eher auf Captain America gegen Iron Man beschränkt, was aus dem Trailer nicht so hervorging. Die Erwartungen an den Auftakt der dritten Phase waren zu hoch und konnten nicht komplett erfüllt werden.

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Sanny Binder - myFanbase
28.04.2016

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