Bewertung: 6
Renny Harlin

Deep Blue Sea

Bigger. Smarter. Faster. Meaner.

Foto: Copyright: Warner Bros. Home Entertainment
© Warner Bros. Home Entertainment

Inhalt

Ein Experiment wird für ein Forschungsteam zur Katastrophe. Eigentlich wollten Dr. Susan McCallister (Saffron Burrows) und ihr Team auf der abgelegenen Unterwasserstation Aquatica ein Mittel gegen Alzheimer entwickeln. McCallister und der Gentechniker Whitlock (Stellan Skarsgård) ändern dazu die DNS von drei Makohaien. Dadurch wird deren Gehirnmenge vergrößert, was ungeahnte Folgen mit sich bringt. Die Tiere werden aggressiver und noch viel schlimmer, auch intelligenter. Als ein Sturm über die Station hereinbricht und die Anlage geflutet wird, beginnen die Haie, die Teammitglieder zu attackieren.

Kritik

Der Slogan "Bigger. Smarter. Faster. Meaner." deutet an, worauf es Regisseur Renny Harlin abgesehen hat, nämlich auf eine bessere und spektakulärere Version von Steven Spielbergs Klassiker "Der weiße Hai". Zwar wird schnell klar, dass "Deep Blue Sea" nicht in derselben Liga wie sein großes Vorbild spielt, aber er verspricht einen unterhaltsamen und actionreichen Filmabend. Ähnlich wie bei Horrorfilmen gilt auch hier die Devise: Wer Haifilme generell nicht mag, sollte auch von diesem hier lieber die Finger lassen.

Alle anderen, die nicht gegen Haifilme geneigt sind, dürften aufgrund einer richtigen Story, die sogar in sich schlüssig ist, überrascht sein. Den Haien durch eine Genmanipulation ein wenig Bewusstsein zu geben, um sie somit konkurrenzfähiger zu machen, ist eine sehr gute Idee und sorgt für anhaltende Spannung. Die Haie haben ein Ziel und lassen den Film nicht in schwachsinnigem Abschlachten enden, sondern in spannenden und zum Teil schockierenden Attacken, die nicht auf viel Blut abzielen. Stattdessen soll der Zuschauer richtig mitfiebern, ohne im Geringsten zu ahnen, wo sich die Haie befinden könnten.

Das ist über weite Strecken auch gelungen, vor allem, weil man jegliche Klischees, die man eigentlich erwartet hätte, weglässt. Auch wenn man für einen Charakter mehr mitfiebert als für den Rest, man hat nicht den blassesten Schimmer, wen es als nächsten trifft. Natürlich werden einige Charaktere zum Opfer einer Haiattacke, aber wer sich letztendlich aus der Schlinge ziehen kann und wer dran glauben muss, bleibt reine Spekulation. Es wurde ebenfalls auf eine Liebesgeschichte verzichtet, was besser so ist, denn ein verliebtes Pärchen wäre hier wirklich fehl am Platz gewesen. Zum Glück haben die Macher auch solch ein Klischee vermieden. Zudem ist es schön zu sehen, dass Samuel L. Jackson nicht immer die Hauptrolle spielt, was in vielen Filmen selbstverständlich zu sein scheint. Hier aber sind alle Darsteller gleichberechtigt und man nimmt ihnen ihre Angst glaubhaft ab.

Dadurch, dass es nicht nur einen bösartigen Hai, sondern gleich drei von dieser Sorte gibt, bleibt der Film spannend und wird gegen Ende hin immer dramatischer. Es scheitert einzig und allein an den mangelhaften Effekten. Während die Explosionen und die komplette Anlage auf dem Meer gut und glaubhaft inszeniert sind, können die Haianimationen nicht überzeugen. Es gibt nur wenige Szenen, in denen die Haie realistisch aussehen. Obwohl "Der weiße Hai" im Jahre 1975 gedreht worden ist und "Deep Blue Sea" ganze 25 Jahre Vorsprung hat, kann er nicht mit Spielbergs Effekten mithalten. Das ist zwar das einzige Manko, übt sich aber schlecht auf den Film aus, da die Haiangriffe im Mittelpunkt stehen. So gibt es Szenen, in denen die Haie ungewollt lächerlich ausschauen, wobei eigentlich das Gegenteil gewollt ist. Besonders dann, als sich Carter (Thomas Jane) an der Flosse eines Hais festhält, muss man als Zuschauer über diese schlechte Darstellung sogar schmunzeln und der Hai verliert damit komplett an Boshaftigkeit. Zudem werden die Haie mit denselben Mitteln bekämpft, die man in der "Der weiße Hai" schon beobachten konnte. Diese Anspielung ist vollkommen unnötig gewesen, da es so rüberkommt, als hätte Harlin keine eigenen Ideen gehabt, was dem vielleicht auch so war. Schade, denn mit ein bisschen mehr Mühe für Details und ein wenig Abgrenzung zu Spielbergs Klassiker wäre hier viel mehr drin gewesen.

Fazit

Wer über die mangelhafte Haidarstellung hinwegsehen kann, bekommt mit "Deep Blue Sea" einen temporeichen und spannenden Haifilm zu sehen, der mit einer überraschend guten Story die Zuschauer auf Trab hält.

Tanya Sarikaya - myFanbase
15.08.2011

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