Bewertung: 6
F. Gary Gray

Fast & Furious 8

Foto: Copyright: 2017 Universal Pictures International
© 2017 Universal Pictures International

Inhalt

Schnelle Autos, schöne Menschen und atemberaubende Action: Die Motoren heulen wieder auf und Dom (Vin Diesel) und seine Familie können, nachdem sie in "Fast & Furious 7" von ihren Anschuldigungen entlastet wurden, beinahe ein ganz normales Leben führen. Mitten in seinen Flitterwochen auf Kuba gerät Doms Welt allerdings ins Wanken, als eine mysteriöse Blondine (Charlize Theron) ihn in seinen Bann zieht. Er folgt ihrem Ruf in die Welt des Verbrechens und kehrt den wichtigsten Menschen in seinem Leben den Rücken. Doms Team versucht mit einer rasanten Verfolgungsjagd von Kuba über New York bis nach Russland die Machenschaften der Antagonistin zu stoppen und den Mann nach Hause zu bringen, der sie zusammengebracht hat.

Kritik

"Fast & Furious 8" bietet seinen Fans all das, was man von einer der erfolgreichsten Filmserien der Welt gewohnt ist: Rasante und teilweise wunderbar sinnfreie Action, schnelle Autos, atemberaubende Locations und eine Familie, die alles füreinander tun würde. Es ist der erste Film nach Paul Walkers Tod, der komplett ohne ihn entstanden ist und man spürt den Wunsch nach einem Neubeginn an einigen Stellen deutlich.

Was wohl am deutlichsten auffällt ist, wie viel lustiger "Fast & Furious 8" im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist. Besonders Roman Pierce (Tyrese Gibson) scheint mit seinen Sprüchen in Höchstform zu sein. Seine Sticheleien gegen Scott Eastwoods doch leider sehr schwachen Charakter des Little Nobody treiben einem fast Tränen in die Augen vor Gelächter. Ein weiteres, doch sehr überraschendes, komödiantisches Duo findet sich in Hobbs (Dwayne Johnson) und Deckard Shaw (Jason Statham). Die beiden versuchen im Laufe des Films ihre mehr als deutlich aufblühende Bromance mit allen Mitteln zu verhindern. Sei es ein verbaler und urkomischer Schlagabtausch durch ihre Gefängniszellen oder während ihrer Zusammenarbeit mit der Crew, die beiden sind das absolute Highlight des Films und machen einfach nur Spaß! Den Witz braucht der erste Teil der finalen Trilogie nach dem sehr emotionalen siebten Teil auch. Genauso wie neue Charaktere, die in manchen Fällen zu einer Bereicherung des Cast führen, hier und da aber leider auch ein totaler Griff ins Klo sind:

Charlize Theron gehört mit ihrer Verkörperung der ersten weiblichen Antagonistin eindeutig zur ersten Gruppe. Die Oscarpreisträgerin haucht ihrer Figur ein Selbstbewusstsein ein, das einen vor ihr erzittern lässt. In vielen Situationen ist sie eiskalt und nimmt keine Rücksicht auf Verluste, was sie wunderbar undurchschaubar macht.

Eine weitere Grand Dame der Filmbranche stößt mit Helen Mirren zur "Fast & Furious"-Reihe dazu. Anscheinend ist sie ein so großer Fan der Filmreihe, dass sie nach einem Treffen mit Vin Diesel, der übrigens wieder als Produzent fungiert, zum Cast hinzugefügt wurde. Sie spielt eine kluge, abgezockte Rolle, die einige Überraschungen in petto hat. Im Laufe des Films erfährt man nicht zu viel über sie, das Potential dieser Rolle für die finalen zwei Filme ist aber riesig. Sie dürfte uns noch jede Menge Spaß machen.

Der dritte Neuzugang in der Runde ist der Sohn einer Schauspiellegende: Scott Eastwood. Der Name seines Charakters sagt mit Little Nobody eigentlich schon alles! Zu Beginn mag sein dümmliches Gehabe ja vielleicht noch lustig sein, aber der Agent scheint in seiner Ausbildung durch Mr. Nobody (Kurt Russell) mal absolut gar nichts über Dom und seine Familie gelernt zu haben. Gegen Ende des Films hat man anscheinend noch versucht, die naive Art des Charakters durch eine wild herbeigerufene, einer Charakterentwicklung gleichenden, Wendung zu retten, aber für mich war es zu diesem Zeitpunkt leider schon zu spät.

Was allerdings mal wieder wunderbar funktioniert, sind die Schauplätze und die an sie angepassten wilden Verfolgungsjagten. Wenn man als "Fast & Furious"-Fan mal ehrlich ist, schaut man die Filme doch eben gerade deswegen so gerne. In Kuba erleben wir eine losgelöste Stimmung mit hellen Farben und wunderbar nostalgischen Fahrzeugen, bei denen wir nicht sicher sind, ob sie die waghalsigen Manöver überleben werden. New York dient mit sauberen, gut geschnittenen und glänzenden Sportwagen (bis auf Hobbs übergroßen Jeep im Militärstil natürlich) dagegen als Kontrast. Überhaupt gelingt es den Filmemachern, die immer düster werdende Stimmung wunderbar in Farben und Fahrzeugen widerzuspiegeln. Die Wärme, die unser Fanherz in Kuba noch wohlig umschließt, ist beim finalen Showdown in Russland einer eisigen, weißen Kälte gewichen. Hier kommen dann auch Panzerfahrzeuge, U-Boote und Co. zum Einsatz.

Fazit

Paul Walker hinterlässt natürlich eine Lücke, die mit keinem noch so guten neuen Charakter zu füllen ist. Allerdings gelingt es "Fast & Furious 8" an die Tradition der spektakulären Bilder und Sequenzen der vorherigen Filme anzuschließen. Der Witz, der die doch sehr angespannte Handlung rund um Dom Toretto und seine Familie trägt, ist das Salz in der Suppe, das dieser Film brauchte. So ist ein Film entstanden, der sich mit der Frage beschäftigt: Wie weit würdest du für deine Familie gehen?

Nicola Porschen - myFanbase
13.04.2017

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