Bewertung: 6
John R. Leonetti

Wolves at the Door

When night falls....the wolves will hunt.

Foto: Copyright: 2016 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.
© 2016 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.

Inhalt

In einer Sommernacht, Ende der 60er Jahre, beschließen die hochschwangere Sharon (Katie Cassidy) und ihre Freunde eine Abschiedsfeier für Abigail zu veranstalten, die am nächsten Morgen zurück nach Boston zieht. Als die vier jungen Leute die Party auf das Anwesen von Sharon verlegen, bemerken sie schnell, dass sie nicht alleine sind. Unheimliche Gestalten huschen durch das Haus und für Sharon und ihre Freunde entbrennt ein Kampf ums nackte Überleben.

Kritik

"Wolves at the Door" ist ein Film, auf dem ich mich bereits Monate vorher gefreut hatte. Ich weiß, das klingt etwas morbide, aber ich finde es faszinierend über reale Mordfälle zu lesen und gerade die Artikel über den bestialischen Mord an Sharon Tate und ihren Freunden hatte ich im Vorfeld regelrecht verschlungen. Da der Film nur auf diesen Taten basiert, hatte ich im Vorfeld bereits erwartet, dass die Details im Film nicht mit den realen Ereignissen übereinstimmen würden und das fand ich auch in Ordnung. Es ist ja schließlich keine Dokumentation, sondern ein Horrorfilm. Ob es okay ist, diese schreckliche Tat für so einen Film auszuschlachten, sei mal dahin gestellt, bei mir hat es jedoch dafür gesorgt, dass ich noch mehr mit den Opfern mitgelitten habe, da ich immer die wahren Ereignisse im Hinterkopf hatte.

Der Film schafft es allgemein dafür zu sorgen, dass man sich für das Schicksal der Charaktere interessiert und mitfiebert. Vor allem mit Abigail, die hier quasi zum Hauptcharakter mutiert. Das war meiner Meinung nach ein gelungener Twist in der Story, da man natürlich erwartet hatte, dass Sharon hier im Mittelpunkt stehen würde, doch diese wirkt stellenweise fast wie ein Nebencharakter. Wenn im realen Leben über diesen Mordfall berichtet wurde, lag der Fokus meist auf Sharon Tate oder der Manson Familie, weshalb es mir gefallen hat, dass hier auch mal ein anderes Opfer im Mittelpunkt stand. Möglicherweise war das auch der Gedanke hinter dieser Entscheidung.

Wie bereits erwähnt, hält sich der Film nur lose an die wahren Begebenheiten. Details der Morde wurden geändert, wie zum Beispiel, ein Hammer als Mordwaffe, der im realen Leben nie zum Einsatz kam. An sich ist der Film jedoch recht blutleer. Bei allzu brutalen Szenen hält die Kamera selten drauf oder es werden Tricks angewendet. Als auf ein Opfer eingestochen wird, sieht man den Mord nur in einer Reflexion im Fernseher. Mehr Brutalität brauchte der Film aber auch nicht. Der Film überzeugt durch seine düstere Atmosphäre, die an "The Strangers" erinnert, allerdings nicht ganz an diesen heranreicht.

Als wirklich gelungen empfand ich auch den Soundtrack, der gut zum Film passte und einige Szenen noch aufwertete. Die Mörder bleiben stumm und sind nur selten erkennbar, was zur Atmosphäre beiträgt. Eine Erklärung oder ein Motiv sind hier nicht notwendig. Bis zum Ende hin huschen die unheimlichen Gestalten durchs Haus, machen Geräusche und lehren Sharon und ihren Freunden das Fürchten, was auch beim Zuschauer für Unbehagen sorgt. Leider ist es dann ausgerechnet das Ende, das den Film zwar nicht kaputtmacht, aber doch ein oder zwei Punkte kostet. Es endet einfach abrupt. Ich saß im Kinosessel und dachte mir nur "Das war's?"

Vielleicht wollte man aus Respekt vor Sharon Tate nicht alles zeigen oder vielleicht fürchtete man auch Ärger mit Roman Polanski, aber ich fand es doch etwas schade, dass man, wenn man die Geschichte schon erzählen möchte, es nicht konsequent durchzieht. Schauspielerisch können vor allem die Frauen überzeugen. Katie Cassidy hat sich sowieso schon als Scream Queen etabliert und liefert auch hier wieder eine gute Leistung ab. Es ist aber vor allem Elizabeth Henstridge und ihre packende Darbietung der Abigail die überzeugt und mit der man wirklich mitfiebert.

Fazit

"Wolves at the Door" hätte ein großartiger Thriller werden können, wird jedoch vom abrupten Ende nach unten gezogen. Bis dahin kommt man allerdings in den Genuss eines kurzweiligen, fesselnden und düsteren Thriller.

Kevin Dave Surauf - myFanbase
04.03.2017

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