Bewertung: 7
Mel Gibson

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

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Inhalt

Desmond Doss wächst in Lynchburg, Virginia, auf und bereits in seiner Kindheit wird der sehr gläubig erzogene Desmond zu einem Pazifisten, der fest daran glaubt, dass man nicht töten sollte. Während der Zweite Weltkrieg ausbricht, lernt Desmond die Krankenschwester Dorothy Schutte kennen, in die er sich sofort verliebt. Trotz seiner Ansichten und der Beziehung zu Dorothy beschließt Desmond, sich für den Krieg verpflichten zu lassen, er will jedoch nicht als Soldat dienen, sondern als Sanitäter und besteht darauf, weder im Kampf noch im Training eine Waffe zu tragen. Mit diesem Wunsch sind Desmonds Vorgesetzte nicht einverstanden, dennoch darf Desmond nach der Ausbildung zum Sanitäter in den Krieg ziehen und ist dabei, als die Amerikaner in der Schlacht mit den Japanern versuchen, Hacksaw Ridge einzunehmen.

Kritik

Von Beginn an strahlt Andrew Garfield in der Hauptrolle als Desmond Doss einen tiefe Freundlichkeit und Ehrlichkeit aus. Desmond ist ein herzensguter Mensch, der keiner Fliege etwas zuleide tun würde und bereits Erfahrungen im Umgang mit Gewalt gemacht hat, die er nicht noch einmal durchleben möchte, weshalb er sich weigert, eine Waffe anzufassen. Es erscheint einem zum Teil verrückt, dass Desmond unbewaffnet in den Krieg ziehen möchte, doch aufgrund von Garfields Interpretation der Figur passt es wiederum sehr gut zu dem gläubigen Desmond und man kann seine Ansichten verstehen. Es ist den Drehbuchautoren sehr gut gelungen, uns im Verlauf der Geschichte nicht nur Desmonds Standpunkt klar zu machen, sondern mit der Reaktion des Militärs auch aufzuzeigen, wie unsinnig Desmonds Wünsche eigentlich sind. Daher fühlt man sich bei der Diskussion um einen unbewaffneten Feldzug in den Krieg hin und her gerissen. Weiterhin gelingt auch die Auflösung dieses Konfliktes sehr gut und schweißt die Gruppe zusammen.

Die Umsetzung des Kriegsschauplatzes hat mir sehr gut gefallen. Man führt uns in eine kahle Gegend, wo es neben nackten Felsen und Schutt nur die Blutflecken als Farbtupfer in der Landschaft gibt. Auch der erste Einsatz der Kompanie ist unglaublich fesselnd inszeniert. Man schmeißt uns sofort ins Gefecht und der Schock darüber, wie widerlich und barbarisch der Krieg ist, raubt einem sofort den Atem. Kugeln der Maschinengewehre sausen durch die Luft und pusten Hirn und Knochensplitter aus den Soldaten, Granaten zerfetzen die jungen Männer und lassen Gliedmaßen und Eingeweide durch die Gegend spritzen. Diese Aufnahmen sind gleichermaßen beeindruckend und abstoßend, untermalen damit allerdings genau die richtige Atmosphäre.

Zuvor haben wir im Trainingslager nicht nur Desmond kennen und verstehen gelernt, auch seine Vorgesetzten Sergeant Howell (Vince Vaughn) und Captain Glover (Sam Worthington) sind uns mit ihren rauen aber amüsanten Sprüchen bereits ans Herz gewachsen. Neben den beiden hat man auch Desmonds Mitsoldaten kennengelernt, zu denen man durch die netten Spitznamen auch sofort einen Draht hat. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Japaner, die man uns als gesichtslose Barbaren vorstellt. Man legt den Gegner bewusst als äußerst unmenschlich an, um den Zuschauer noch intensiver mit Desmond und den Amerikanern mitfiebern zu lassen.

Der Soldat Desmond Doss hat tatsächlich existiert und es ist erstaunlich, zu was für einem wahren Helden er sich im Verlauf des Filmes entwickelt. Am Anfang kann man nicht recht glauben, dass sich dieser schlaksige Junge, der sich von jeglicher Gewalt distanziert, in der Armee zurechtfinden wird. Aber die Heldentaten, die er auf Hacksaw Ridge verbringt, ohne seine Entscheidung, kein Gewehr zu tragen, dabei auch nur ein einziges Mal in Frage zu stellen, sind wahrlich beeindruckend.

Fazit

Als Held des Kampfes auf Hacksaw Ridge kann Desmond Doss die Zuschauer im Verlauf des Filmes tatsächlich für sich einnehmen. Es macht Spaß, dem Mann mit dem festen Willen zu verfolgen, doch an sich halte ich es für äußerst töricht, unbewaffnet in den Krieg ziehen zu wollen.

Marie Florschütz - myFanbase
09.02.2017

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