Bewertung: 6
Joe Lynch

Knights of Badassdom

Ich weiß, was du jetzt brauchst.

Foto: Copyright: Pandastorm Pictures GmbH
© Pandastorm Pictures GmbH

Inhalt

Nachdem Joe (Ryan Kwanten) von seiner Freundin den Laufpass bekommen hat, entführen seine Freunde ihn zu einem Live-Action-Rollenspiel auf einem abgelegenen Campingplatz, welches ihn ablenken soll. Bei der Zeremonie seiner Ernennung sorgt ein altes Buch, welches Eric (Steve Zahn) bei eBay ersteigert hat, allerdings für die Beschwörung einer alten Gestalt, die im Spiel ein Opfer nach dem anderen fordert. Joe, der unter all den Rollenspielfanatikern mit Gwen (Summer Glau) eine Gleichgesinnte gefunden hat, ist mit ihr unterwegs und wird sich schon bald der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst, als sie erste Leichen finden. Kurz darauf kommen die Freunde darauf, mit welchem Dämon sie es zu tun haben. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Herausforderung anzunehmen und sich gegen die große Gefahr zu wehren.

Kritik

Der Titel des Films machte auf mich den Eindruck, dass man es hier sicherlich mit Klamauk und Selbstironie zu tun haben wird, zumal die Grundidee der Geschichte, eine Gruppe Rollenspielverrückter zu begleiten, nach einer Idee für eine Episode von "The Big Bang Theory" klingt und sicherlich etwas Nerdiges erwarten ließ. Trotzdem war ich erst mal verwundert, warum der Film erst ab 16 Jahren freigegeben wurde. Im Laufe des Films sollte sich das aber schnell klären.

Interessanterweise sind so einige meiner Erwartungen nicht wirklich zutreffend gewesen. Der Film versucht nämlich gar nicht, in jeder Szene ganz bewusst lustig zu sein und ist damit gar keine Persiflage, sondern orientiert sich konsequent an der Geschichte und nimmt sich dabei ernster als erwartet. Die meisten Charaktere zelebrieren ihre Affinität zum Rollenspiel und gehen in dieser Welt bzw. mit der Beschäftigung mit Rollenspielen vollends auf. Und mit hinreichend Empathievermögen ist es richtig glaubhaft, dass man sein Hobby so konsequent und fanatisch verfolgt und umsetzt. So schafft es der Film, den Zuschauer in eine Welt der Rollenspieler einzutauchen, die teils amüsiert, teils beeindruckt und in beider Hinsicht unterhält. Nach 30 Minuten hat man sich vollends eingefunden und erwartet eigentlich nun das kurzweilige Wochenende, welches der gottgleiche Spielleiter vorbereitet hat. Wäre da nur nicht dieser überaus mystische Fantasy-Aspekt, der den Film in meinen Augen eigentlich abwertet.

Es wird nämlich tatsächlich ein Dämon heraufbeschworen, der nicht nur sein Unwesen treibt, sondern auch rigoros mordet, indem er blutrünstig Kehlen durchschneidet und Herzen herausreißt. Diese Brutalität ist eigentlich gar nicht notwendig und sorgt in erster Linie dafür, dass der Film das Genre wechselt und eher in die Fantasy-/Horrorrichtung driftet. Dies hätte man nach dem Anfang des Films eigentlich wissen müssen, aber das hatte man dann doch verdrängt. Hinzu kommt, dass dadurch natürlich der Realitätsbezug verloren geht, die Geschichte selbst also zerstört, ja fast schon ins Lächerliche gezogen wird. Das ist schade, weil man sich auch eine subtilere Lösung hätte einfallen lassen können, die die Charaktere ebenso herausgefordert hätte, ihre Rollenspielwelt zu leben und über den eigenen Schatten springen zu müssen. So wird es dann doch eher ein Splatterfilm, den man weniger ernst nimmt.

Was unterm Strich aber trotzdem bleibt, ist die Freude als Serienfanatiker, hier im Cast querbeet durch die Serien im verwandten Genre zu wandern. Danny Pudi ("Community"), Ryan Kwanten ("True Blood"), Peter Dinklage ("Game of Thrones"), Summer Glau ("Firefly - Der Aufbruch der Serenity", "Terminator: S.C.C.") und weitere Darsteller sind auf jeden Fall ein sehr guter Grund, sich auf diesen Film einzulassen, selbst wenn man storytechnisch seine Vorbehalte haben sollte.

Fazit

Es gibt sicherlich bessere Filme, aber ein sehenswerter Cast, ein gelungener Einblick in die Welt der fanatischen Rollenspieler und die Ausrichtung, hier nicht gezwungenen Klamauk zu liefern, gehören zu den eindeutigen Pro-Argumenten, denen man eigentlich nur die unnötige Blutrünstigkeit entgegensetzen kann. Unterm Strich also ein solider Film mit leichten Abzügen. Das macht 6 von 9 Punkten.

Emil Groth - myFanbase
12.11.2014

Diskussion zu diesem Film

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