Bewertung: 8
Ol Parker

Now Is Good – Jeder Moment zählt

Anything could happen next.

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Inhalt

Tessa Scott (Dakota Fanning) ist ein junges Mädchen, welches einfach nur ihr Leben genießen möchte. Als sie jedoch die Diagnose Leukämie erhält, beginnt sie, all die Dinge aufzuschreiben, welche sie noch vor ihrem Tod erleben will. Mit Hilfe ihrer Freundin Zoey (Kaya Scodelario) und dem Nachbarsjungen Adam (Jeremy Irvine), in welchen sie sich nach und nach verliebt, erlebt sie Momente, welche sie nie vergessen wird. Hierbei muss sich Tessa auch mit ihrer Krankheit und ihren Eltern auseinandersetzen, denn ihr Leben neigt sich dem Ende zu.

Kritik

Der Film "Now Is Good – Jeder Moment zählt" basiert auf dem Bestseller "Bevor ich sterbe" von Jenny Downham. Da ich bereits großen Gefallen an dem Buch hatte, war ich umso mehr gespannt, wie diese Geschichte in Form eines Film umgesetzt werden würde und zu meiner Freude wurde ich nicht enttäuscht.

Dieser Film behandelt ein Thema, welches in unserer Gesellschaft oft totgeschwiegen und vermieden wird – das Thema Sterben und Tod. So erscheint es verständlich, wenn man sich diesen Streifen mit einer gewissen Skepsis ansieht, schließlich ist nicht jeder scharf darauf einen bedrückend emotionalen und tieftraurigen Film anzusehen. Doch was "Now Is Good erzählt, ist nicht die Geschichte eines Mädchens, welches leidend auf ihren Tod wartet, sondern die Geschichte eines Mädchen, welches um jeden Preis leben möchte und ihre verbleibende Zeit voll auskosten will. Bereits in der ersten Szene des Films, in welcher Tessa einen Jungen küsst und dadurch ihre Perücke herunterfällt, merkt man, dass sie ihr Schicksal akzeptiert hat, weshalb sie auch herzlichst darüber lacht, als der Junge im ersten Moment erschrickt.

Dakota Fanning beweist in der Rolle der Tessa wieder einmal, was sie in ihren jungen Jahren schon alles drauf hat und überzeugt in jeder einzelnen Minute. Sei es als rebellische Teenagertochter, welche ab und an Streiche spielt und auch mit dem Gesetz in Konflikt gerät, oder als verletzliches Mädchen, das Sehnsucht nach dem Leben hat. Besonders gut gefallen hat mir auch Paddy Considine als Tessas Vater. Ich habe ihm seinen Schmerz und seine Verzweiflung, dass er nichts am Zustand seiner geliebten Tochter ändern und ihr nicht helfen kann, jede einzelne Sekunde lang abgekauft und war von den gemeinsamen Szenen zwischen Vater und Tochter tief bewegt.
Auch wenn die Idee einer Liste der Dinge, welche man vor seinem Ableben noch erledigen möchte, nicht neu ist, hat sie doch sehr gut zum Wesen von Tessa gepasst. Sie ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, welcher das Leben kennenlernen möchte und so auch in Schwierigkeiten gerät. Dass ihre Krankheit sie manchmal daran hindert, Neues auszuprobieren, scheint sie dabei keineswegs zu stören. Ich persönlich fand die Idee der Liste auch insofern schön, da es dem Film dadurch auch einige humorvolle Augenblicke bescherte und das Ganze nicht durchgehend erdrückend traurig und depressiv wirkte, wie man es von einem Film, welcher von einer krebskranken Protagonistin handelt, durchaus erwarten könnte.

Ebenfalls positiv ist die Schilderung dessen, wie die einzelnen Personen in Tessas Leben mit ihrer Krankheit und ihrem Sterben umgehen. Beispielsweise ist Tessas Mutter vollkommen überfordert, während sich ihr Vater möglicherweise zu viele Sorgen um seine Tochter macht. Schön fand ich auch, dass Tessas Freundin Zoey ihr stets zur Seite steht und sie im Abarbeiten ihrer Liste unterstützt. Auch Adam spielt eine immer größere Rolle in Tessas Leben. Die aufkommende Romanze der beiden wird jedoch nicht so kitschig erzählt, dass man das eigentliche Thema des Films aus den Augen verliert. Mit Adam kann Tessa tiefgehende Gespräche führen, ihren Ängsten freien Lauf lassen und auch lachen.

Der wohl emotionalste, traurigste aber zugleich schönste Moment des gesamten Films ist aber dann doch die Schlussszene, in welcher noch einmal all die schönen Momente in Tessas Leben geschildert werden. Wie sie ganz richtig feststellt, besteht unser Leben aus vielen kleinen und großen Momenten, die wir genießen sollen, solange wir sie haben. Und somit zählt jeder einzelne Moment.

Fazit

Ein schöner, eindrucksvoller Film über das Leben und Sterben, welchen man so schnell nicht vergessen wird. In seiner Erzählweise zeigt er sowohl die schönen als auch traurigen und schmerzvollen Aspekte des Lebens auf, ohne dabei jedoch erdrückend zu wirken. Alles in allem ist dieser Film eine wundervolle Aufforderung, die Momente des Lebens zu genießen.

Melanie E. - myFanbase
18.04.2013

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