Bewertung: 3
Douglas McGrath

Ganz normale Wahnsinn, Der - Working Mum

"Ich weiß nicht wie sie das schafft. All die Kinder." - "Ich hab zwei, Sie haben vier!" - "Ja, aber zwei davon sind Zwillinge."

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Inhalt

Kate Reddy (Sarah Jessica Parker) ist nicht nur liebende Ehefrau und Mutter von zwei Kindern, sondern auch Geschäftsfrau. Sie ist viel unterwegs und ihre Kinder müssen oft auf ihre Mutter verzichten. Als Kate auch noch den besten Auftrag ihrer Karriere erhält, muss sie Haushalt, Familienleben und Job unter einen Hut bekommen. Dass ihr Geschäftspartner Jack Abelhammer (Pierce Brosnan) sie dann auch noch zu verführen versucht, erleichtert ihre Situation nicht gerade.

Kritik

Zuerst die positiven Momente des Films: Ich habe zwei (vielleicht auch drei) Mal geschmunzelt. Nun zum Rest: Grausam! Dieser Film vereint so viele schlechte Eigenschaften, dass ich nicht um die miserable Bewertung herum kam. Da kann auch die Starbesetzung um Sarah Jessica Parker mit Pierce Brosnan, Busy Philipps und Christina Hendricks nicht mehr helfen.

Fangen wir mit der Story an. Sie ist lahm. Der Spannungsbogen, kann sich über den gesamten Film nicht ausbauen, weil es GAR KEINEN gibt. An und für sich finde ich die Idee gut, mal zu zeigen, dass Frauen mehr können, als Kochen, Putzen und Kinder erziehen. Doch leider hilft die beste Grundidee nichts, wenn die Umsetzung nicht gelingt. Besonders schrecklich ist das Ende, das nicht nur sehr vorhersehbar ist, sondern obendrein schlimmer als jede Märchen-Schmonzette. Ich will nicht zu viel verraten, doch jedes Problem, das sich nur annähernd ergibt und irgendwie Spannung in die Story bringen könnte, wird schon während seiner Entstehung aus der Welt geschafft. Kates Kollege verliebt sich in sie, versteht aber sofort, dass sie das nette Angebot ausschlagen muss und ist ihr nicht böse. Ihr Mann und ihre Tochter sind enttäuscht, weil sie zu wenig Zeit hat. Schwupps lässt sie beim nächsten Schnee ihren Job sausen und eilt zu ihrer Familie. Und als sie für diese Aktion die Quittung bekommen sollte, macht sie ihrem Boss eine lahme Ansage à la "nun hören sie MIR mal zu" und auch er sieht absolut ein, dass sie mal einen Tag Pause braucht. Dämlich!

Die Nebenfiguren sind allesamt unnötig und ergänzen die Geschichte in keiner Weise. Über die Technik des Films möchte man eigentlich kein Wort verlieren, ich tue es trotzdem an dieser Stelle. Als es schneit, meint man, Sarah Jessica Parker sei in ein Gewusel aus Styropor geraten, von heimtückischen Blütenpollen heimgesucht worden oder in einen Fight um eine Rolle Klopapier mit ihrer Katze geraten. Vielleicht wurde sie auch mit Wattepüscheln beworfen (was sie sicher verdient hätte). Aber diese albernen weißen Stoffklumpen, die sich in einer schlecht geschnittenen Dialogszene in ihrem Pony verfransen (mal links, mal rechts, mal dicker, mal dünner) haben mir den größten Lacher des ganzen Films eingebracht. Inmitten der lahmen Schnitte und schlechten Kameraführung meine ich sogar, den ein oder anderen Bruch der 180-Grad-Regel bemerkt zu haben. Wenigstens ein kurzer HA-Moment in der anhaltenden Langweile – falls ihr auch so gerne Filmfehler sucht wie ich.

Von den Dialogen, die so in keinem Rosamunde-Pilcher-Roman vorstellbar sind, will ich gar nicht erst anfangen. Ergänzt wird diese durchweg schlechte Leistung von fahrstuhlähnlicher Filmmusik. Während eines Streits zwischen Kate und ihrem Mann musste ich irgendwie an den Supermarkt denken. Vielleicht Absicht, um Haus-, Ehe- und Geschäftsfrau zu vereinigen. Unwahrscheinlich... Oder aber die beruhigend plätschernde Fahrstuhlmusik soll das Dahinplätschern des Films passend begleiten. Wer von einem Film Spannung, Story und Unterhaltung erwartet, ist hier falsch. Positiv sind lediglich die unfreiwillig komischen Momente und die relativ kurze Spieldauer von eineinhalb Stunden bis das erwartete Schlussbild kommt. Wie der Film bei vielen Kritiken positiv abschneiden konnte, ist mir ein Rätsel.

Fazit

Ein netter Grundgedanke wurde schamlos in den Sand gesetzt. Da reißt auch eine hochkarätige Besetzung nichts mehr raus. Vielleicht was für Sarah-Jessica-Parker-Fans, möglicherweise als Nebenbespaßung oder als beruhigender Einschlaffilm zu gebrauchen. Doch als unterhaltsame High-Budget-Komödie kann dieser Film wirklich nicht angesehen werden.

Janina Funk - myFanbase
18.04.2012

Diskussion zu diesem Film

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