Bewertung: 7
Darren Lynn Bousman

Mother's Day

Mutter ist zurück!

Foto: Copyright: 2011 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

Nach einem missglückten Banküberfall wollen die Brüder Ike (Patrick Flueger), Addley (Warren Kole) und Johnny Koffin (Matt O'Leary) zu ihrer Mutter Natalie (Rebecca De Mornay) fliehen, wissen jedoch nicht, dass diese das Haus verloren hat und es nun von Daniel (Frank Grillo) und Beth (Jaime King) bewohnt wird. Die Brüder nehmen das Ehepaar und dessen Freunde, die gerade zu Besuch sind, als Geiseln, und verständigen ihre Mutter, die sofort kommt, um ihren Söhnen beizustehen. Die Geiseln müssen schnell feststellen, dass Natalie das Sagen hat und kein Erbarmen kennt, wenn es um die Sicherheit ihrer Familie geht. Natalie vermutet, dass entweder Beth oder Daniel das Geld versteckt halten, das ihre Söhne an die Adresse geschickt haben. Ein tödliches Psychospiel beginnt.

Kritik

Wem "Desperate Housewives" entschieden zu soft ist, der kann sich mit "Mother's Day" eine Art filmische Hardcore-Variante zu Gemüte führen. Im Zentrum des Psychothrillers steht eine perfekte Hausfrau und Mutter, die zwischen den Morden und Folterungen, die sie durchführt oder von ihren Kindern ausführen lässt, noch Zeit und Muse hat, einen leckeren Schokoladenkuchen zu backen. Natalie Koffin, wunderbar dargestellt von Rebecca De Mornay, ist wirklich eine Übermutter des Grauens. Ihre drei Söhne und ihre Tochter Lydia (Deborah Ann Woll) sind ihr absolut hörig und würden alles für sie tun. Davon, wie Natalie ihre Kinder erzogen hat, bekommen wir einen guten Eindruck durch die Maßnahmen, die sie gegen die Geiseln ergreift, wenn sie mit deren Verhalten nicht einverstanden ist.

Ohne spektakulär oder außergewöhnlich zu sein, besitzt "Mother's Day" alle Elemente, die einen gelungenen Psychothriller ausmachen. Natalie ist eine Antagonistin, die Schauer verursacht, weil sie autoritär, gerissen und unerbittlich ist. Sie spielt ihre Geiseln auf perfide Weise gegeneinander aus. So werden Daniel, Beth und ihre sieben Freunde, drei Paare und ein Single, immer wieder gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die anderen aus der Gruppe schaden. Jedes "Fehlverhalten" einer Geisel führt zu Konsequenzen für die anderen. Natalie macht sich sowohl den Selbsterhaltungstrieb jedes einzelnen Gefangenen wie auch die Liebe der Geiseln zum jeweiligen Partner auf grausame Weise zunutze. Durch die Fokussierung auf das eigene Überleben und das des geliebten Partners hindern sich die Geiseln gegenseitig an Heldentaten, ohne dass man ihnen einen Vorwurf machen kann. Sie wirken nicht immer sympathisch, aber wenn man sich gedanklich in ihre Lage versetzt, versteht man ihre Reaktionen. Außerhalb der Geschehnisse im Haus zeigt Natalies ältester Sohn Ike, was er von seiner Mutter gelernt hat, und quält zwei Zeuginnen auf ähnliche Weise.

Von Natalies Kindern zeigt nur Lydia Spuren eines Gewissens und unternimmt halbherzige Versuche, die Lage zu entschärfen, doch letztlich hat sie weder die Kraft noch den unbedingten Willen, sich gegen ihre Familie zu stellen und den Geiseln zu helfen. Sie ist ein Opfer ihrer Erziehung.

Es gibt einige harte Szenen, sowohl auf physischer wie auf psychischer Ebene, ohne dass man als Zuschauer je das Gefühl hat, es würde ausarten. Ein Problem, dass viele Filme dieser Art haben, ist das oftmals geradezu groteske Versagen der Polizeibehörden. In diesem Fall werden die langsamen Reaktionen der Ordnungshüter durch ein Unwetter erklärt, das alle Einsatzkräfte in Anspruch nimmt. Das ist zumindest einigermaßen plausibel, wenn auch nicht bis ins Detail realistisch umgesetzt.

Fazit

"Mother's Day", übrigens ein Remake eines 1980er-Films, ist ein gelungener Psychothriller, der nicht mit Samthandschuhen inszeniert wurde, aber auch nie die Linie verliert.

Maret Hosemann - myFanbase
16.10.2011

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