Bewertung: 7
Guy Ritchie

Sherlock Holmes

"The World as you know it, will end!"

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Inhalt

Es soll der letzte gemeinsame Fall von Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und seinem langjährigen Partner und Mitbewohner Dr. Watson (Jude Law) werden, bevor dieser zu seiner zukünftigen Frau (Kelly Reilly) ziehen möchte und Holmes zurücklässt. Gemeinsam machen sie sich daran, den Serienmörder Lord Blackwood (Mark Strong) auf die Schliche zu kommen und schnappen ihn tatsächlich während er mit einem Ritual sein nächstes Opfer umbringen wollte. Für Blackwood folgt das Gefängnis und nur weniger Monate später der Galgen.

Doch während London erleichtert aufatmet, treten seltsame Ereignisse auf und Blackwood scheint von den Toten auferstanden zu sein. Hat dies etwas mit den seltsamen Ritualen der Schwarzen Magie zu tun? Holmes will das herausfinden und erhält dabei nicht nur von Watson, sondern auch von seiner Ex-Freundin und Meisterdiebin Irene Adler (Rachel McAdams) Unterstützung. Nebenher muss sich Holmes dann auch noch um sein verletztes Ego kümmern, das gerade durch Watsons Beziehung zu einer Frau sehr leidet.

Kritik

Er ist wohl der berühmteste Privatdetektiv der Welt und gilt als Vorreiter aller Detektiv- und Kriminalgeschichten: Sherlock Holmes. Jeder kennt diesen Namen, wenn er auch nicht die Bücher oder Filme gesehen hat. Insgesamt ganze 212 (!) Mal war der britische Detektiv dabei in Film und Fernsehen zu sehen und wurde dabei immer wieder neu erfunden. Eins jedoch war immer gleich, Holmes war ein meisterhafter Detektiv, der mit Beobachtungsgabe, reichlich Zynismus und einem großen Ego die Fälle doch meistens etwas anders löste, als es Scotland Yard wollte und konnte.

Das zumindest hat sich in Guy Ritchies Neuinterpretation und Verfilmung der Buchreihe nicht geändert. Doch verzichtet Ritchie auf den altbackenen Look, den Holmes einst vom Charikaturist der Holmes-Romane verliehen bekam. Auch mal ohne Hut, aber stets mit seiner Pfeife in der Hand wird der Meisterdetektiv nun in neuem Licht dargestellt. Dabei verzichtet Ritchie aber nicht auf seine erzählerischen Stilelemente und schafft es hier erstmals, diese richtig gut in einem Film unterzubringen und abzurunden. Was bei "RocknRolla" fehlte, wird hier fast perfektioniert. Ob nun eine riesige Explosion, ein Boxkampf oder ein Gespräch unter zwei Männern, alles wirkt authentisch und fügt sich hervorragend in den fertigen Film ein. Dabei ist es auch die wunderbare Darstellung von Englands Hauptstadt London, die zu loben ist. So grau, dreckig und realistisch ist London seit "From Hell" nur selten dargestellt worden und die nur halbfertige Towerbridge tut ihr übriges zu dem Gesamtwerk dazu.

Der Plot des Films weiß leider nicht auf ganzer Linie zu überzeugen. Dieser ist teilweise etwas überzogen und auch wenn am Ende doch alles Sinn macht und der Zuschauer mit einem guten Gefühl den Kinosessel verlassen kann, verhindert der Plot doch das, was am Krimi-Gucken doch immer das Schönste ist: das Mitraten. Darüber hinaus wirkt der Film gerade zur Mitte hin etwas langgezogen, wobei dies durch das fulminente Finale fast wieder gutgemacht wird.

Was an Plot falsch gemacht wurde, wurde an der Charakterarbeit gut gemacht. Weniger nur ein zynischer Detektiv ist Holmes ein Mann mit Tiefgang geworden, der auch mal zuschlägt und dennoch nichts an seiner Scharfsinnigkeit verloren hat. Er kann nun asiatische Kampfkünste, was wohl auch in den Büchern durchaus seine Erwähnung gefunden hatte, jedoch in keiner Inszenierung zuvor gezeigt wurde. Dr. Watson hingegen ist vom treuen Diener des Meisters zu einem ebenbürtigen Partner geworden, der sich um seinen Freund kümmert und für ihn da ist. Und auch die zwischenmenschliche Geschichte der beiden funktioniert perfekt: die Eifersucht von Holmes genauso wie Watsons Wunsch aus der Männer-WG auszuziehen und seine Angst gleichzeitig, dass Holmes ohne ihn verloren ist.

"'Avatar' was going to take us to the cleaners. If they didn’t have me, we didn't have a shot," sagte Hauptdarsteller Robert Downey Jr. scherzhaft in seiner Dankesrede, nachdem er den Golden Globe für seine Rolle des Sherlock Holmes eingeheimst hatte. Obwohl eher spaßig gemeint, weiß auch Robert Downey Jr., wie viel der Film ihm zu verdanken hat. Denn neben der guten Inszenierung ist es vor allem der großartige Hauptdarsteller, der diesen Film erst richtig sehenswert macht. Downey Jr. spielt Holmes dabei mit seiner ganz eigenen Art, die in der Rolle – ebenso wie bei "Iron Man" - super funktioniert. Doch obwohl Downey Jr. den Film wohl auch alleine tragen könnte, muss er das nicht, da ihm mit Jude Law ein großartiger Partner an die Seite gestellt wurde. Das Duo Downey/Law funktioniert dabei über den ganzen Film hinweg so gut, dass es einfach nur einen riesigen Spaß macht den beiden zuzusehen. Als mörderischer Lord Blackwood mit einem Hang zur schwarzen Magie überzeugt auch Mark Strong, der ein wunderbares Schauspiel abliefert. Ebenso die beiden Damen in der Runde, ob es nun Kelly Reilly als Watsons Verlobte und damit Widersacherin von Holmes ist, oder Rachel McAdams die als Irene Adler, die einen Charakter verkörpert, der gerade ein Mal auf drei Seiten in der gesamten Holmes-Reihe vorkommt. Adler ist dabei nicht nur eine Meisterdiebin, sondern auch eine Ex-Freundin des Detektivs, die ihm einmal schwer das Herz brach. Da ist Ärger wohl vorprogrammiert.

Fazit

"Sherlock Holmes" ist eine neue Krimi-Klassik-Verfilmung, die mit einer großartigen Inszenierung und einem wunderbaren Cast zu überzeugen weiß. Das Finale macht darüber hinaus auch noch enorme Hoffnungen auf eine vielversprechende Story im – bereits gesicherten – Teil 2.

Eva Klose - myFanbase
28.01.2010