Bewertung: 7

Review: #3.16 Schlittenfahrt

Foto: Frank Dillane, Fear the Walking Dead - Copyright: 2016 AMC
Frank Dillane, Fear the Walking Dead
© 2016 AMC

Weiter geht es mit dem Chaos am Damm, wo nun auch Alicia Clark mit Chefaufseher John ankommt, der gar nicht so glücklich über die Kämpfe ist. Doch das war alles nur der Anfang.

"Du musst mir vertrauen"

Victor Strand ist natürlich zugegen und versucht zu verteidigen, dass nicht alles nach Plan lief. Dann nimmt er sich Alicia zur Seite und bittet um ihr Vertrauen. Das ist natürlich nicht einfach, aber eine richtige Wahl hat sie auch nicht. Immerhin wird Alicia aktiv und hofft mit John einen Deal aushandeln zu können, weil sie ihm immerhin äußerst gute Dienste erwiesen hat. Das sieht auch erst mal gut aus und die Bedingungen ändern sich in dieser Episode auch sekündlich. Als Madison Clark und Nick Clark von Strand gerettet werden wollen und Lola ihre letzten Atemzüge für Rache verwendet, ist John gar nicht mehr glücklich. Die Ballerei gefällt ihm nicht, wobei schnell deutlich wird, dass es ihm nicht um eine Abneigung gegen das Töten geht. Vielmehr stört es ihn wohl, dass er keine Kontrolle darüber hat. Doch das soll sich ändern. Er will nun das Sagen haben und einfach alle töten. Das ist einfach und eine typische Dramatik. Allerdings ist es dann auch plump, dass man dazu wieder zu einem besonderen Ort gehen muss und den Abgesang so zelebriert, dass es wieder anders kommen kann. Der Zünder kommt ins Spiel und wird zu einem neuen Druckmittel, welches den Showdown perfekt macht.

"Wo soll das alles mal enden?"

Zuvor will ich aber noch ein paar Worte über Nick und Madison verlieren. Nick findet es natürlich nicht so toll, dass Madison seinem guten Freund Troy Otto den Todesstoß versetzt hat. Ich muss schon sagen, dass er ziemlich dreist ist. Troys Aktivitäten sind eigentlich unverzeihlich gewesen. Er hat seine eigene Leute getötet, um gegen die Indianer zu hetzen, er hat eine Armee von Infizierten auf die Ranch gelockt aus purer Rache und auch wenn er sich zuletzt zurückgehalten hatte, so muss man ihm auch attestieren, dass er skrupellos und krank war. Dass Nick das auch auf sich bezieht und behauptet, dass seine Mutter ihn gerne tot sähe bzw. sie ihn auch töten würde, wenn es nicht anders ginge, ist gemein und irgendwie auch einseitig. Troys Taten stehen in keinem Verhältnis zu Nicks bisherigen Verfehlungen. Nick ist in solchen Momenten schon noch ganz schön kindisch. Dafür, dass er immer das Große zu überblicken glaubt, scheint er hier einfach nur Frust abzulassen. Immerhin merkt man dann später, dass es kein Hass ist sondern einfach nur seine eigene Hilflosigkeit. Letztlich würde auch er alles für seine Familie tun, so wie Madison eben auch.

"Wenn ihr nicht geht, sterben wir alle."

So ergibt es sich beim Showdown, dass Nick derjenige ist, dass Alicia, Madison und Strand freipressen will. Mir ist allerdings nicht ganz klar, warum er sie unbedingt aufs Schlauchboot schicken will? Die Flucht übers Land wäre doch erst mal auch sicher, auch wenn eine Verfolgung so mit Autos einfacher wäre. Da aber die Sprengung des Dammes die zentrale Rolle spielt, hätte man schon ahnen können, dass es eventuell eine schlechte Idee ist. Insofern wird man das Gefühl nicht los, dass man hier doch die Handlung so gebaut hat, dass man einem festen Cliffhanger nahe kommen kann. Und dafür lässt man sich viel Zeit, was abends sicherlich fesselnd sein kann, spätnachts aber durchaus auch langatmig wirkt. Nick wird fast erwischt, doch dann kommt Qaletaqa Walker mit Crazy Dog aus sicherer Entfernung noch mal zu Hilfe, um zu verzögern. Dann sprengt Nick doch, nachdem es erneut nicht gelingt, ihm den Zünder zu entreißen (es sind so viele Gegner). Ein langer Kampf des kleinen Schlauchbootes gegen die Strömung ist die Folge. Akzeptieren wir das mal so, auch wenn mir eine Intuition gesagt hat, dass ein bewusstes Durchfahren vielleicht auch clever gewesen wäre, aber ob man in diesem Moment so etwas überlegt? Egal. Daniel Salazar, der den Verlust von Lola betreuert und teilweise rächt, kommt noch mal Nick zu Hilfe und die Sprengung des Dammes ist auch erst mal gar nicht so schlimm für diejenigen auf der Brücke. Dann ist da noch viel Wasser, Stille und ein weiteres starkes Bild mit Madison am Grab von Jeremiah Otto. Überhaupt muss ich sagen, dass die Szenen am Grab bzw. das absurde Festessen gut inszeniert wurden und alles in gewisser Weise auch eine schöne Zusammenfassung der Staffel bot. Ähnlich hatte man es auch schon bei "The Walking Dead" gemacht und auch das hatte irgendwie eine schöne Atmosphäre. Auch das passte so für mich.

Und nun?

Der Zuschauer wird am Ende ziemlich ahnungslos zurück gelassen. Sicher ist, dass Madison noch lebt. Daniel und Nick leben ziemlich wahrscheinlich. Bei Alicia und Strand kann man nur spekulieren. Die Anfangssequenz lässt nichts Gutes ahnen. Ich hoffe aber sehr, dass dies nur eine gemeine Idee des Autorenteams ist. Ohne Alicia ist die Serie für mich nur noch halb so viel wert. Ihr Charakter hat in der gesamten Staffel auch eine faszinierende Entwicklung durchgemacht. Ich hoffe also sehr, dass alles gut geht. Strand könnte ich noch ertragen. Hier finde ich es eigentlich schade, dass er sich nicht für die Clarks geopfert hat (obwohl er das wohl wollte). Staffel 4 steht jedenfalls vor Herausforderungen bzw. vor der Möglichkeit, ganz neu anzufangen, weil erst mal wieder ein Ort gefunden werden muss.

Fazit

Insgesamt ist es eine ordentliche Episode und somit auch ein gelungenes Staffelfinale las Ganzes. Es ist für mich nicht an jeder Stelle schlüssig und die ein oder andere Szene wurde überdramatisch langgezogen. Aber das soll bei einem Staffelfinale irgendwie auch so sein. Die dritte Staffel findet hiermit jedenfalls ein deutliches Ende, mit vielen Toten, und kann für die vierte Staffel nun alles machen.

Emil Groth - myFanbase


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