Bewertung: 7

Review: #3.15 Sündentsproßne Werke...

Foto: Colman Domingo & Kim Dickens, Fear the Walking Dead - Copyright: 2016 AMC
Colman Domingo & Kim Dickens, Fear the Walking Dead
© 2016 AMC

Eine Doppelfolge als Staffelfinale hat immer besondere Brisanz, weil man viel Zeit hat, noch mal richtig auf die Pauke zu hauen. Und die Lage spitzt sich natürlich überall zu. Die erste Episode versucht auch gar nicht erst, alles für die zweite aufzuheben.

"Wir brauchen jetzt jeden Einzelnen."

Der Damm ist in Gefahr, was schon mehrmals angedeutet wurde und somit zu erwarten war. Dass sich aber irgendwie alle Geschichten dort vereinen werden, lag nicht auf der Hand. Jedenfalls haben Troy Otto und Nick Clark heraus gefunden, dass die Aufseher sich den Damm schnappen wollen, was vor allem dank der Initiative von Victor Strand geschehen soll. Dieser hatte in einer kurzen Szene in der letzten Episode genau diesen Deal ausgehandelt. Mal wieder auf eigene Faust und nur, um alle zu schützen. Das soll ihm mal jemand glauben. Es ist unbestritten, dass ihm etwas an Madison Clark liegt, aber dass er sich für sie opfern würde, mag ich noch nicht glauben. Insofern finde ich das Ende der Episode etwas befremdlich. Nachweislich sorgt er für großes Chaos, doch er darf Madison und Nick einsperren und bekommt den Zünder. Wenn das mal kein Vertrauensbeweis ist. Eigentlich sieht es jetzt richtig schlecht für Madison und Nick aus. Sie können nur hoffen, dass Strand es ernst meint. Immerhin hat er auch schon zuvor geraten, dass sie abhauen. Er hat also tatsächlich ein Interesse an ihrem Überlegen. Qaletaqa Walker hat sich auch noch aus dem Staub gemacht, was angesichts der Lage eigentlich eine sehr gute Idee ist. Es gibt am Damm also keinen Zusammenhalt und so wird da in der letzten Episode sicherlich noch einiges passieren.

"Menschen ändern sich nicht. Sie drehen sich immer nur im Kreis."

Neben der Zuspitzung der Ereignisse spielt Daniel Salazars Umgang mit dem Tod seiner Tochter noch eine Rolle. Er will einen Schuldigen finden und sich gewiss rächen. Die Geschichte mit der Herde kommt ihm zurecht spanisch vor. "Jemand hat die Herde angeführt. Eigentlich weiß er die Antwort schon, doch er hat so viel Anstand und will ganz sicher sein, bevor er einen Menschen tötet. Dafür ist er sogar bereit, Nick zu foltern, falls dieser weiter lügt. Dazu kommt es dann nicht, doch irgendwie kommt es trotzdem zu Gerechtigkeit. Nick kann Daniel noch eine Alternativlüge auftischen, Madison gegenüber sagt er dann aber die Wahrheit. Und da Troy sich auch noch im Recht sieht und Madisons ins Gesicht sagt, dass er sich wieder so verhalten würde, brennt bei ihr eine Leitung durch. Mal wieder ein unerwarteter Tod, aber er ist wahrlich verdient. Madison hat ihn immer wieder geschützt, in dieser Episode sogar für ihn gebürgt, und dann steht er dazu, ein Herde auf die Ranch gejagt zu haben. Verständlich, dass da eine Leitung durchbrennt. Das war es also mit Troy, kurz und schmerzlos. Inzwischen habe ich mich so an ihn gewöhnt, dass ich ihn eventuell sogar vermissen werde. Das kommt aber sicherlich auch darauf an, was der zweite Teil noch so zu bieten hat.

Den Showdown mit Strand und Daniel will ich auch noch kurz hier erwähnen. Ich verstehe nicht so ganz, warum Strand sich zu erkennen gibt? Wäre es so schlimm, wenn man das Wasser kurzzeitig wieder umgeleitet hätte? War der Deal, dass er die beiden tötet? Jedenfalls schafft er erst mal nicht abzudrücken. Aber ein Warnschuss oder wenigstens ein Schuss ins Bein wäre doch möglich gewesen, um sich Respekt zu verschaffen. Dass Strand dann den Nahkampf tatsächlich übersteht, war überraschend. Und dann überlebt Daniel das auch noch. Ist er aber kampffähig und kann er sich noch rächen? Strand behauptet ja, der Daniel und Lola tot seien, aber das ist zu diesem Zeitpunkt unglaubwürdig.

"Am besten, du sieht nicht hin."

Alicia Clark und Diana haben sich miteinander arrangiert, doch es kommt zu einen urplötzlichen überraschenden Überfall. Die Mädels sind aber tough und wehren sich erfolgreich gegen vier vorbereitete und unverletzte Männer, auch wenn ein offener Bruch jetzt kein gutes Ergebnis ist. Trotzdem Respekt. Dass Alicia aber niemanden tötet, ist etwas unglaubwürdig. Selbst wenn sie Skrupel hat, so hätte sie in dieser Situation doch allen Grund dazu. Irgendwie stößt sie dann jedenfalls auf eine Motorradgang, die es schon ziemlich weit gebracht hat. Die Machtbestrebungen haben jedenfalls Hand und Fuß. Die Geschichte geht bis auf den Autounfall eher ruhig zu, Alicia zeigt auch unter den Aufsehern, welche Kraft in ihr steckt und assistiert bei der OP, deren Zweck nicht so klar ist, außer Alicia eine gute Position in der Gruppe zu verpassen. Was aus Diana wird, bleibt erst mal offen, ebenso die Frage, wie man sich frisch operiert und aus dem Rollstuhl heraus gleich in eine große Mission begeben will. Das ist etwas zu dick aufgetragen. Nur so konnte man aber offenbar die Kurve kriegen und auch den Glücksengel Alicia in die Nähe des Dammes zu bringen. Ich habe ein bisschen Sorge, was im zweiten Teil noch passieren wird.

Fazit

Teil 1 der Doppelfolge bringt die Handlung so voran, dass es zur Zuspitzung kommt, die uns in der nächsten Episode noch beschäftigen wird. Bis jetzt haben wir einen toten Hauptcharakter, da ist also wohl leider auch noch Luft. Also nicht lange lesen, gleich weiter schauen.

Emil Groth - myFanbase


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Fear the Walking Dead" über die Folge #3.15 Sündentsproßne Werke... diskutieren.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Mehr zum Datenschutz Schließen