Bewertung: 8

Review: #1.04 Nicht vergehen

Foto: Kim Dickens, Fear the Walking Dead - Copyright: 2014 AMC Networks Inc.; Frank Ockenfels III/AMC
Kim Dickens, Fear the Walking Dead
© 2014 AMC Networks Inc.; Frank Ockenfels III/AMC

Die vierte Episode beginnt neun Tage nach dem Ende der letzten Episode und das Militär hat mit einem Zaun eine Art sichere Zone gebaut. Innerhalb versuchen die Überlebenden ihren Alltag zu leben, so richtig Ruhe will aber aufgrund vieler Fragen und Einschränkungen natürlich nicht aufkommen.

"It's not normal. Stop it. Stop acting like it is."

Es ist schon eine sehr skurrile Atmosphäre, die uns die vierte Episode von "Fear the Walking Dead" bietet, weil man im Prinzip gerade die Phase erlebt, die darüber entschieden hat, ob die Welt zugrunde geht oder die Seuche beseitigt werden könnte. Das Ende kennen wir ja dank der Mutterserie bereits, weshalb man umso genauer hinschaut, welche Fehler hier offenbar begangen wurden. Denn irgendwie scheint die Situation ja unter Kontrolle zu sein. Travis geht Joggen, Nick badet im Pool und bis auf rationierte Lebensmittel und geregelte Stromnutzung scheint es fast alltäglich zu sein innerhalb des Zauns. Wären da nur nicht so viele Fragen und diese große Ungewissheit, welche die Bürger plagen. Man ist abgeschottet und das Militär spielt lieber Golf, statt Informationen zu liefern. Man solle froh sein, dass man in Sicherheit ist. Aber der normale Mensch will nicht einfach nur ruhig dasitzen und abwarten. Er findet Anomalien wie Leuchtsignale in der Ferne. Und wenn es einem seltsam vorkommt, macht man sich sein eigenes Bild und spinnt sich eventuell sogar eine Verschwörungstheorie zusammen. Wie so oft stellt sich also die Frage, ob man eine Katastrophe eher abwenden kann, wenn man mit offenen Karten spielt, oder ob man das Chaos dann erst recht fördert. Bei "Wayward Pines" hatte man das zuletzt recht ausführlich erörtert. Welche Intensität das hier noch bekommen wird, lässt sich nicht abschätzen, aber die Staffel hat ja erst mal nicht mehr so viele Gelegenheiten.

"The tide has most definitely turned."

Besonders der Beginn der Episode strahlt eigentlich Optimismus aus. Auch das ist eventuell einer der Fehler. Die eigene Stärke wird überschätzt, nur weil man ein paar Gebiete von der Seuche befreit hat. Der gute Rat, einfach artig zu sein, hilft nicht. Der Wind dreht sich langsam wieder in die andere Richtung. Außerhalb ist es alles andere als schön. Madison wagt eine Erkundungstour nach draußen und muss sich mit dem Gestank der Leichen arrangieren. Dabei fällt ihr auf, dass offenbar jeder erschossen wird, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das Haus mit ihrem Kommunikationspartner wurde seltsamerweise nicht angesteuert. War der Moment unter dem Auto also abschreckend genug? Ich war ja fasziniert, wie es die gesamte Episode ohne Zombie ausgehalten hatte und mit den Erwartungen der Zuschauer spielte, man also immer mal wieder dachte, jetzt geht es gleich los, und dann doch gar nichts passierte. Das war auch irgendwie gruselig.

Randnotizen

  • Liza macht ihren Job als Hilfspflegerin so gut, dass sie von Dr. Exner auserwählt wird, im provisorischen Krankenhaus zu helfen. Da sie dafür verantwortlich ist, dass Nick auch auf dem Weg dorthin ist, ist sie nun wohl in der nächsten Folge stark involviert. Durch die heutige Episode ist ihr Charakter definitiv spannender geworden.
  • Travis hat es in seiner Zone direkt zum Bürgermeister geschafft und muss all seine Helferqualitäten zeigen. Das kann er ja offenbar ganz gut, aber er wird mehr zeigen müssen als den optimistischen Gutmenschen. Doch wenn sich das Militär weiter so abfällig, abgeklärt und cool verhält, wird er sicherlich nicht mehr lange kooperieren.
  • Nicks Entschlossenheit bei seinem Entzug scheint doch sehr wackelig zu sein. Dass Madison so extrem auf ihn los geht, war ziemlich krass, aber es zeigte vor allem, was der Ausflug auf die andere Seite des Zaunes mit ihr gemacht hat. Der Zeitsprung hat jedenfalls auch dafür gesorgt, dass man den Entzug nicht mehr so präsent hat und irgendwie nicht mehr als wichtig erachtet.
  • Das Militär nimmt in den unteren Abschnitten der Befehlskette die Lage offenbar auch nicht richtig ernst. Ofelia jedenfalls versucht mit ihren weiblichen Vorzügen einen Soldaten dafür zu gewinnen, sie mit Medikamenten für ihre Mutter zu versorgen. Da muss man sich also auch nicht zweimal fragen, wo eventuell ein Sicherheitsproblem existieren könnte.
  • Muss man sich um das Loch im Zaun, welches Madison hinterlassen hat, Sorgen machen? War das der größte Fehler in der Episode? Wirklich offensichtlich ist der Fluchtort am Zaun ja nicht gewesen.
  • Alicia ist noch blasser als Ofelia oder der Rest der Salazars. So richtig ist einem jedenfalls nicht klar, warum diese Serie so viele Hauptdarsteller verpflichtet hat, wenn man gar nicht vor hat, allen eine kurze, richtige Geschichte zu ermöglichen
  • Chris hatte zwar auch nicht viel Screentime, aus der er aus meiner Sicht aber richtig viel gemacht hat. Hoffentlich kommt da nächste Woche mehr.

Fazit

Diese Episode überzeugt durch die ambivalente Atmosphäre zwischen Alltag und unbekannter Bedrohung. Der Zeitsprung hatte für das Fortkommen der Serie Sinn, nahm aber auch aus der ein oder anderen Charakterentwicklung die Relevanz heraus.

Emil Groth - myFanbase


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Fear the Walking Dead" über die Folge #1.04 Nicht vergehen diskutieren.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Mehr zum Datenschutz Schließen