Bewertung: 8

Review: #11.09 The Bitcoin Entanglement

Foto: Jim Parsons, The Big Bang Theory - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jim Parsons, The Big Bang Theory
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Ich muss zugeben, dass ich einige Bedenken hatte, als ich hörte, dass man in dieser Episode offenbar intensiv einen Blick einige Jahre zurück wirft. Ich mag solche Episoden eigentlich nicht, weil mir hier immer zu sehr rumkonstruiert wird und ein Zusammenhang hergestellt wird, der natürlich nicht existiert. Doch all diese Vorabbedenken und Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Das ist das gute an niedrigen Erwartungen, man wird fast zwangsläufig positiv überrascht.

"Staying up late, writing code, it sounds like a party."

Es geht in dieser Episode im die tatsächlich aktuell unglaubliche Wertentwicklung von Bitcoin, einer virtuellen Währung, die man einst belächelt hat und jetzt eine Art Blase entstehen lässt, die eigentlich nur schwer zu begreifen ist. Fakt ist aber, dass man, wenn man vor Jahren äußerst günstig die damals wertlosen Bitcoins ergattert hat, jetzt richtig Geld hat. Man muss eben nur wissen, wo man das digitale Geld hat und da sich Speichermedien in den letzten Jahren auch intensiv entwickelt haben und die Halbwertzeit eines elektrischen Gerätes nicht besonders hoch ist, stellt sich eben die Frage, wo man diese Bitcoins hat. Falls man sich überhaupt erinnern kann, dass man so etwas besitzt. Sheldon ist hier derjenige, der diese Erinnerung wach rüttelt und die Fäden in der hält. Die Suche nach dem Laptop war recht witzig. Was mich an der Story aber wirklich überzeugte, ist der gelungene Gegenwartsbezug. Auch im echten Leben gibt es Menschen, die verzweifelt nach ihren Bitcoins suchen. Laut einer Meldung will ein Brite eine Müllhalde komplett durchsuchen, weil er vor vier Jahren angeblich versehentlich seine Festplatte weggeworfen habe, auf der er 7500 Bitcoins hatte, womit er heute Millionär wäre. (Quelle) Die Episode trifft also mal wieder einen Nerv der Zeit, zumindest unter den Nerds, aber das Thema schlägt tatsächlich große Wellen.

"Should I be the bigger man?" - "I think you should." - "Why did I ask you?"

Als Sheldon vor sieben Jahren auch die Idee hatte, Bitcoins zu beschaffen, waren sich aber nicht alle einig und so wurde das ohne Sheldon gemacht, woraufhin er seine Rache plante. Der Teil passt zu Sheldon und ist durchaus amüsant, allerdings frage ich mich schon, wieso man sich hier nicht einigen konnte bzw. wieso Sheldon dann nicht alleine welche geholt hat. Das wäre doch sicherlich möglich gewesen. Immerhin war es auch seine Idee. Doch er hat sich nur auf seine Rache konzentriert, die Bitcoins quasi gestohlen und heimlich auf Leonards USB-Stick geladen. Es hätte also alles gut sein können, doch Leonard hatte diesen verloren und so ist alles pfutsch. Gut, das ist auch alles ein bisschen konstruiert, aber es ist wenigstens nicht absurd. Was man sich fragen könnte ist, ob die anderen nicht viel saurer auf Sheldon sein müssten, wenn er sie quasi um Millionen gebracht hat. Auf der anderen Seite wussten sie selbst nicht mal mehr, dass sie Bitcoins haben, geschweige denn wo sie sich befinden. Summa summarum kommen sie also bei null raus.

"You were really into asian science."

Die Rückblicke waren größtenteils auf das Thema der Episode bezogen, man hat es sich aber nicht nehmen lassen, ein paar Gags einzubauen, die wirklich gut dosiert und witzig daherkamen. Ob Amy da unbedingt auch in der Bar auftauchen musste, sei mal dahin gestellt, aber man hat es nicht übertrieben mit solchen Anspielungen. Schön fand ich, dass man Howards Mutter Mrs. Wolowitz noch mal eingebunden hat. Und die kleinen Dialoge zwischen Penny und Bernadette waren auch witzig. Die Szenen im Comicladen haben auch gepasst. Ich habe bei solchen Episoden immer die Sorge, dass man viel zu dick aufträgt. Hier hat man aber ein sehr gutes Maß gefunden und nicht die eigentliche Geschichte aus den Augen verloren um noch ein paar Lacher zu produzieren, die vielleicht gar keinen richtigen Sinn machen.

"You have names for our break-ups?"

Was mir außerdem richtig gut gefallen hat, ist der zweite Schwerpunkt auf die Beziehung von Penny und Leonard, die sich im zweiten Teil der Episode entwickelt hat. Das war überraschend, aber gelungen umgesetzt. Leonard ist nicht begeistert, dass Penny seinen Laptop an Zack Johnson weitergegeben hat, und ist zurecht wütend. Doch all das soll nicht in einem großen Streit enden. Ganz im Gegenteil. Penny ist selbst nicht mehr bewusst, dass sie sich nach einer Trennung damals doch stark betrunken hat und dann Leonard mitteilen wollte, wieso sie sich von ihm getrennt hat. Schade, dass der Inhalt des Videos für sie neu ist. Schade auch, dass Sheldon das Leonard gegenüber nie erwähnt hat (ganz ohne Lücken geht so eine Rückblicksfolge eben doch nie, falls man sie nicht von Beginn an einplant und durchdenkt). Trotzdem finde ich es für die Beziehung unheimlich schön, dass Penny einfach nur Angst hatte, zu früh schon ihr Happy End zu bekommen. Das ist jetzt nichts, was ich damals gedacht hatte, aber es kann durchaus ein unbewusster Impuls gewesen sein, der eben nur dort kurz an die Oberfläche kam. Als Leonard-Penny-Shipper konnte man sich jedenfalls an dieser Story erfreuen. Und die Sprüche zu ihrem Hin-und-Her waren auch gelungen, wobei Raj hier meinen Lieblingseinwurf brachte: "All my break-ups have lasted." Super.

Fazit

Aufgrund meiner Befürchtungen vor der Episode wurde ich absolut positiv überrascht. Bis auf Kleinigkeiten wirkte die Episode gar nicht unnötig konstruiert, sondern konzentrierte sich auf ein sehr gegenwärtiges Thema, setzte die Gags an die richtigen Stellen und tat sogar noch etwas für Leonard und Penny. Und dann fand man sogar noch Zeit für einen Kommentar zu Amys und Sheldons Hochzeit. Diese ist also auch nicht vergessen.

Emil Groth – myFanbase


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