Bewertung: 8

Review: #4.04 Lügen und Geflüster

Foto: Marie Avgeropoulos, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Marie Avgeropoulos, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Mit #4.04 A Lie Guarded nimmt die vierte Staffel von "The 100" so langsam Fahrt auf. Während sich Abby und Raven mit ihrem Team auf den Weg machen, um A.L.I.E.s Labor zu finden und dort das Nightblood zu erforschen, geht in Arkadia und Polis eigentlich alles schief, was schiefgehen kann.

"When Jaha is looking reasonable, it’s time to reassess."

Das ging schnell. Erst in der letzten Episode hat Clarke die Liste derjenigen angefertigt, die einen Platz in der sicheren Ark bekommen sollen – jetzt wurde sie bereits entdeckt. Einerseits ging mir das ein bisschen zu schnell, andererseits hätte ich ehrlich gesagt wenig Lust gehabt, die unvermeidliche Konfrontation noch lange aufzuschieben. Dabei zeigt diese vor allem eines: Clarke manövriert sich durch ihre Entscheidungen immer weiter ins Aus. Dass sie Jasper einen Elektroschock verpasst und ihn dann einsperren lässt, zeigt immer mehr welche Extreme sie mittlerweile vor sich selbst rechtfertigen kann. Die Parallele zu Jaha wird dabei auch wieder mehrmals betont, sodass sogar Clarke selbst zugibt, den ehemaligen Ratsvorsitzenden verstehen zu können. Wie Jasper so treffend bemerkt hat: Das sollte einem zu Denken geben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Jaha in Staffel 1 für viele – und auch für mich – der Feind war, weil er für Jakes Tod verantwortlich war. Jetzt, in der mittlerweile vierten Staffel, irritiert es mich total, dass man seine Beweggründe sogar teils nachvollziehen kann. Allerdings ist es natürlich noch ein Unterschied, ob man jemanden hinrichten lässt oder einsperrt. Die Idee mit der Auslosung fand ich dann aber ziemlich schlau und sinnvoll. Es kommt mir nur leider so vor, als hätten Jaha und Clarke nicht vor, diese am Ende tatsächlich umzusetzen. Könnte man nicht einen Kompromiss schließen und pro Kategorie (Ingenieure, gesunde, fruchtbare Frauen, Sonstige usw.) jeweils eine bestimmte Anzahl an Plätzen auslosen? Dann hätte jeder eine Chance und die Menschheit wäre trotzdem nicht kurz darauf direkt wieder am Aussterben. Just sayin'.

"Truth is the first casualty of war. If your motives were pure you would have shared your plan with me."

Damit hat Roan auch irgendwie Recht. Trotzdem war es ein bisschen voreilig die Allianz mit Arkadia und Trikru direkt aufzukündigen – aber da hat Echo ihm bestimmt wieder ein Liedchen geträllert. Ein Glück, dass Octavia gerade erst von Kane entlassen wurde (was zu erwarten war, da Kane natürlich nicht mit ihren Methoden einverstanden ist), denn sonst wäre sie Azgeda direkt in die Hände gefallen. Als Echo und die übrigen Verfolger Octavia schließlich am Rande eines Abgrunds stellen, war ich mir sicher, dass Octavia die drei irgendwie besiegen würde. Dann sah man plötzlich nur die Gesichter der beiden Frauen – beide geschockt – und ich dachte kurz, es wäre Octavia gelungen, Echo zu verwunden. Dann fiel Octavia allerdings den Abgrund hinunter und man sah sogar, wo sie im Wasser gelandet ist, da es sich da blutrot färbte. Mein erster Gedanke war: Alles klar Leute, ich verfall dann mal eben in eine Schockstarre. Ich bin Jason Rothenberg voll auf den Leim gegangen und habe tatsächlich kurz geglaubt, dass Octavia tot ist. Natürlich war die Erleichterung dann groß, als sie am Ende dann doch noch am Leben war. Finde ich zwar etwas unrealistisch, dass sie einen solchen Sturz überlebt – zumal sie ja schon schwer verwundet war – aber ich will mich nicht beschweren. Solange Octavia uns erhalten bleibt, ist mir das Recht. Sie ist halt zäh. Dass Echo jedoch offenbar wirklich bedauerte, dass sie Octavia umbringen musste, bringt ihr wieder ein paar Pluspunkte bei mir ein. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie das vor allem deshalb bedauerte, weil ihr etwas an Bellamy liegt, auch wenn ihre Art das zu Zeigen des Öfteren zu wünschen übrig lässt. Bellamys Zusammenbruch sprach mir dann aus der Seele und es hat mir wirklich einen Stich versetzt ihn so leiden zu sehen. Ich kann nun mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass ich es nicht ertragen werde, ihn noch einmal so zu sehen. Also bitte liebe Autoren, lasst Octavia in Ruhe! Davon mal abgesehen werden die nächsten Folgen sicher interessant, wenn man bedenkt, dass Roan nun in den Krieg zieht und Arkadia für sich erobern möchte.

"I never met a line I wouldn’t cross."

Die dritte Storyline in dieser Episode sorgt für etwas Abwechslung, die ich wirklich genossen habe. Der kleine Erkundungstrip zu A.L.I.E.s Insel hat mir schon alleine wegen der Kombination der Charaktere gefallen. Raven hat ihre Abneigung gegen Murphy auch direkt wieder klar gemacht. Dass das Gebiet von Drohnen bewacht wird, die jeden Eindringling umzubringen versuchen, erschwert die Mission natürlich deutlich. Hatte ich mich vor kurzem noch sehr darüber gefreut, Nyko wiederzusehen, ist es jetzt schon wieder Zeit sich zu verabschieden. Ich bin allerdings sehr froh, dass er eines heldenhaften Todes gestorben ist, da er Luna beschützt hat, und auch, dass er gegenüber Luna zuvor noch sein Vertrauen gegenüber den Sky People ausgesprochen hat. Dass Luna den Sky People schließlich doch geholfen hat, ist wohl vor allem Raven zu verdanken. Die Interaktion der beiden Frauen hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, davon sehen wir in Zukunft noch mehr! Und Raven beweist wieder einmal ihren Wert, indem sie die Drohnen außer Betrieb nimmt und der Crew so den Zugang zum Labor verschafft. Das Labor sieht wirklich cool aus und ich freue mich schon sehr darauf zu sehen, was Abby, Jackson und Co. dort anstellen werden.

Randnotizen

  • Jaspers Streiche können mich nicht sonderlich begeistern. Jaha auf diese Weise zu floaten war ja noch ganz amüsant, aber die Aktion mit dem Regen war wirklich unter der Gürtellinie und der Schaum im Büro hat die ernste Situation mit Clarke und der Liste für mich auch eher ins Groteske gezogen.
  • Stattdessen gelingt es Murphy immer wieder mich zum Lachen zu bringen. Bestes Beispiel: "Careful Reyes, Emori has already got dibs on me". Ravens Schmunzeln hat mir das Herz erwärmt.

Fazit

Spannung, Drama, Verluste, Abenteuer, Humor – die Autoren machen in dieser Episode vieles richtig. Statt die Probleme lange unterschwellig brodeln zu lassen, kommt es in vielerlei Hinsicht direkt zur Konfrontation, was teils vielleicht übereilt erscheint, der Story meiner Meinung nach jedoch guttut. Es geht hier schließlich um die Rettung der Welt und da sollte man keine Zeit verschwenden. Ich bin äußerst gespannt darauf zu sehen, wie sich die jeweiligen Teilgeschichten in den nächsten Folgen entwickeln und sehe einiges an Potenzial für eine spannende Staffel.

Sina Behling – myFanbase


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