Young Sheldon - Review Episode #1.03 Poker, Faith and Eggs

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In der dritten Episode geht es für Sheldon um den Glauben an Gott und seinen Glauben an die Wissenschaft und wir lernen Sheldons Großmutter, kurz Meemaw, kennen. Beides reicht aber nicht, um auch den anderen Charakteren etwas mehr Tiefe zu verleihen, obwohl andere Charaktere mehr Raum erhalten.

Foto: Lance Barber, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lance Barber, Young Sheldon
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"Why dont you come on up here und tell me how Im wrong?"

Sheldon ist einfach herrlich. Da bringt der Pfarrer eine wahrscheinlichkeitstheoretische Begründung, warum es Gott geben müsse und Sheldon zeigt problemlos auf, warum das nicht wirklich stimmen kann. Allerdings muss man auch zugeben, dass der Pfarrer gut reagiert und Sheldon mit Wissenschaftlern, die an Gott glauben, vor eine schwierige Denkaufgabe stellt, sodass er sich beliest um eine Lösung für das Problem zu finden. Das ist ein gelungener Einstieg, der dann noch mehr Bedeutung bekommt, weil George Sr. ins Krankenhaus muss und die Sorgen vor lauter Geheimniskrämerei groß sind. Das bringt Sheldon zwar nicht direkt zum Spirituellen, doch er bekommt zumindest eine Ahnung, was Glaube ist. Somit glaubt er also an sich und will in der Kirche am nächsten Sonntag die Diskussion fortführen. Dem schieben seine Eltern leider einen Riegel vor, weil diese mit einer solchen Diskussion nicht im Mittelpunkt stehen wollen. Das ist absolut verständlich, für den Zuschauer allerdings ziemlich schade, weil eine erneute, vollständige Diskussion mit dem Pfarrer am Ende der Episode alles rund gemacht hätte und ich überaus neugierig war, wie sich der Pfarrer gegen die sachlogischen Argumente gegen die Schöpfungsgeschichte zur Wehr setzt. Denn so ein bisschen um Hals und Kragen reden musste er sich schon. Allerdings könnte es auch schwierig sein, im Fernsehen absolut deutlich Stellung zu nehmen, denn es gibt doch sehr viele Amerikaner und natürlich auch andere Zuschauer der Serie, die sich mit diesem Glauben wohl fühlen. Sheldon darf anderer Meinung sein, aber überzeugen muss er nun auch nicht jeden. Wobei die metaphysische Komponente letztlich ja nie außer Kraft zu setzen wäre. Unter dem Strich kann man also konstatieren, dass man einen guten Weg gefunden hat, mit diesem Thema umzugehen, Iain Armitage wieder überzeugen konnte und man auch wenn der Humor gar nicht im Mittelpunkt stand, sich gut unterhalten fühlte.

"How long are we supposed to sit here?"

Auch in Kombination mit seiner Großmutter konnte Armitage eine sehr gute Figur machen. Sheldon wurde das Bluffen beim Pokern beigebracht und er lernt, dass der Gesichtsausdruck nicht die Wahrheit verraten muss. Vielmehr bleibt aber nicht hängen. Man bekommt ein Gefühl dafür, dass "Meemaw" Sheldon sehr mag und seine Art zu denken offenbar zu schätzen weiß. Man findet aber nicht so richtig raus, was sie macht, wo sie wohnt, wie oft sie auf die Kinder aufpassen kann und vieles mehr. Nur dass sie es mit den Regeln nicht ganz so genau nimmt und Sheldons Mutter das nicht so toll findet, wird deutlich, aber man genießt das Leben als Großmutter schließlich, weil man eben nicht so sehr auf die Erziehung achten muss. Trotzdem hätte ich hier gerne mehr gesehen, falls das ein einmaliger Auftritt gewesen sein sollte. Falls man Sheldons Oma natürlich regelmä0iger sieht, wäre das so akzeptabel.

Ärgerlicher ist eigentlich, dass die anderen Charaktere trotz der passenden Geschichte eher blass bleiben. Missy mag in Kombination mit Sheldon noch langsam Profil bekommen. Zumindest ist ihre Lässigkeit ganz unterhaltsam. Mary mimt zumindest die schützende Mutter, die sich im Lügen allerdings nicht besonders gut anstellt, aber Emotionen bekommt man nicht zu sehen. George Sr. nimmt man auch kaum war und es gibt auch keine richtige Konsequenz (was aber noch kommen könnte). George Jr. hingegen ist zwar treibende Kraft in der Flucht, aber er wird auch nur auf ein pubertäres Dauermeckern und ich mache das, was ich will reduziert, das eigentlich ganz schön nervt. Hier hätte diese Geschichte doch eigentlich viel mehr Potenzial gehabt, um sich auch mal mit den anderen Charakteren zu beschäftigen, denn Sheldon kennt man ja schon sehr intensiv. Schade.

Fazit

Diese Episode ist in Ordnung und in einigen Szenen durchaus gelungen. Unter dem Strich bleibt für mich aber nur im Gedächtnis, dass man es versäumt hat, auch die anderen Charaktere mal besser in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen mehr Profil zu verleihen. Wenn man sich jede Episode nur auf Sheldon konzentriert, dann ist das keine eigenständige Serie sondern nur eine reine Ergänzung zu "The Big Bang Theory".

Emil Groth - myFanbase

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