Bewertung

Review: #3.18 Ich mag dein Nachthemd

Foto: Zooey Deschanel, New Girl - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX
Zooey Deschanel, New Girl
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Taylor/FOX

Jetzt endlich ist heraus, was die ganze Abby-Day-Sache eigentlich sollte. Sie diente einzig und allein dazu, Schmidt wieder zurück ins Loft zu bringen. Doch das ist nicht die einzige Veränderung, die der dritte Teil der Geschichte um Jess' Schwester mit sich bringt. Jess und Nick wagen einen großen Schritt in ihrer Beziehung.

"Quit sorting through my trash, Coach! You're messing it all up!"

Niemand kann wirklich glauben, dass die Beziehung zwischen Abby und Schmidt wirklich ernst und von Dauer ist, allen voran Cece, die es sich zur Aufgabe macht, zu beweisen, dass Abby Schmidt einfach nur benutzt. Und während sie sich aufmacht, ihr nachzuspionieren und belastendes Material zu finden, erhält sie Unterstützung von Coach. Natürlich ist die ganze Szenerie albern, doch immerhin führt sie zu einigen sehr schönen Szenen zwischen ihr und Coach. Nach ihrem kleinen Techtelmechtel war zwischendurch etwas die Luft heraus, doch diese Episode beweist, dass Coach und Cece tatsächlich so etwas wie Freunde werden können. Und als Freund macht Coach ihr klar, dass es einen Grund geben muss, warum sie Abby nachspioniert und warum sie Schmidt unbedingt vor ihr zu schützen versucht. Eine durchaus interessante Frage – ist die Tür zwischen Schmidt und Cece wirklich zu und jegliches Band für eine spätere Beziehung tatsächlich zerschnitten? In dieser Episode wirkt es, als sei das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen, auch wenn ich die beiden in allzu naher Zukunft nicht zusammen sehe. Aber immerhin kommen sich die zwei ein wenig näher und bauen wieder Vertrauen zueinander auf.

Während diese kleine Geschichte durchaus überzeugen kann, schwächelt die um Nick und Jess doch dieses Mal sehr. Jess versucht mit aller Gewalt zu beweisen, dass sie und Nick ein besseres Paar sind als Abby und Schmidt und nötigt Nick dazu, zusammen zu ziehen. Natürlich leben die beiden schon in einem Appartement, aber bislang hatten sie immer ihr eigenes Zimmer, in das sie sich zurückziehen konnten, wenn ihnen danach war. Nun wollen sie diese Unabhängigkeit aufgeben und den nächsten Schritt wagen. Nick hält zwar nichts davon, aber er kann es Jess gegenüber einfach nicht zugeben, dass er noch nicht bereit dazu ist, diesen Schritt zu gehen. Natürlich hat er nicht unbedingt gute Gründe gegen das Zusammenleben, aber es passt zu ihm. Nick war noch nie in einer langen Beziehung und diese Nähe macht ihm Angst. Dennoch will er Jess' Euphorie nicht bremsen.

"Why does your bottom need to breathe?" - "It's like a plant. It needs sun and air."

Jess ist in Wirklichkeit auch nicht sonderlich glücklich damit, mit Nick zusammen zu leben, wobei nicht ganz klar wird, warum. Es können doch nicht einfach nur seine nicht gewaschenen Füße sein, die sie dazu treiben, kurzfristig in ein Hotel zu ziehen. Ich glaube, diese ganze Sache dient nur dazu, um Zooey Deschanel mal wieder etwas Gelegenheit zu geben, so richtig die Sau raus zu lassen. Sie darf in dem Hotelzimmer auf und ab hüpfen, singen, tanzen und einfach nur herumspinnen. Sie kann endlich mal wieder sie selbst sein und muss nicht ständig die Erwachsene spielen, wie sie es in ihrer Beziehung zu Nick täglich tun muss. Dass ihr dies gefällt, überrascht mich jetzt nicht so sehr, als vielmehr dass sie ohne Winstons Zutun am Ende Nick nicht gestanden hätte, dass sie auch Probleme damit hat, mit ihm zusammen zu leben und es nur tut, um zu beweisen, dass sie besser als ihre Schwester ist.

Am Ende kommen Nick und Jess überein, dass es besser ist, wenn sie wieder getrennte Wege gehen, doch da taucht auch schon Schmidt auf und erzählt stolz, dass er zurück ins Loft kommen und Jess' altes Zimmer beziehen wird. Und bevor die beiden dagegen protestieren können, macht er ihnen klar, dass sie keine Wahl haben, denn sein Name steht immer noch im Mietvertrag. Nun haben wir also die Situation, dass Nick und Jess zwar nicht zusammen leben wollen, nun aber zusammen leben müssen. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt. Ich warte ja immer noch darauf, dass die beiden in eine große Krise geraten, die ihre Beziehung erschüttert und bin überrascht, dass sie selbst die Tatsache, dass sie nun zu etwas gezwungen werden, das keiner von beiden will, relativ positiv aufnehmen und sich der Herausforderung stellen wollen.

Leider muss ich an diesem Punkt gestehen, dass sich die anfänglich wirklich großartig dargestellte Beziehung der beiden langsam abnutzt. Das liegt vor allem daran, dass eigentlich bislang nur Nick eine Entwicklung zugestanden wurde. Er hat sich für Jess weiterentwickelt und sich gewissen Dingen in seinem Leben gestellt, während Jess die geblieben ist, die sie immer war. Das ist etwas einseitig und ich würde mir wünschen, dass man nicht nur bei Nick eine Entwicklung sehen würde, sondern dass auch Jess gewisse Dinge an sich kritisch betrachten würde. Natürlich war Nick die Person, die wesentlich mehr Ballast mit sich herumgetragen hat und es ist schön zu sehen, dass er einiges davon abarbeiten konnte, doch irgendwie wirkt Nick über viele Strecken nicht mehr wie er selbst.

Ganz er selbst ist leider in dieser Episode wieder Winston, der nach der durchaus für ihn positiven letzten Episode wieder dazu zurückkehrt, eine absolute Randfigur zu sein, die absolut keinen Sinn und Zweck für die Geschichte hat. Hat er jetzt seinen Polizeieignungstest bestanden? Trainiert er deswegen für den Fitnesstest? Das wird nicht ganz klar. Aber immerhin hält er an seinem Vorhaben auch die dritte oder vierte Episode in Folge fest und ich hoffe, dass man es endlich versteht, ihn besser in die Geschichten der anderen zu integrieren. Letzte Woche hat man doch gezeigt, dass es funktioniert.

Zum Abschluss der Episode gibt es dann auch noch die Aussprache zwischen Abby und Jess, in der sie – ganz klischeehaft – der anderen gegenüber zugeben, dass sie sie beneiden. Zwei kurze Minuten dauert es, bis Abby zugibt, dass sie gerne mehr wie Jess wäre und Jess, dass sie auch einen gewissen Neid auf ihren Lebensstil hat. Daraufhin zieht Abby zurück zu ihrer Mutter und verschwindet erst einmal aus Jess Leben. Was ihr Auftauchen am Ende gebracht hat? Schmidt zieht zurück ins Loft und Nick und Jess wagen den nächsten Schritt in ihrer Beziehung.

Fazit

Zwar ist der Abschluss der "Abby-Trilogie" besser als der Mittelteil, doch irgendwie kann ich mich mit den Veränderungen, die hier angestoßen wurden, nicht so recht anfreunden. Schmidt kehrt nach kurzer Abstinenz ins Loft zurück und zwingt Nick und Jess dazu, ihre Beziehung einem Test zu unterziehen, der von beiden nicht gewollt ist und noch böse enden könnte. Mal sehen, ob es im letzten Drittel der Staffel qualitativ wieder etwas nach oben geht.

Melanie Wolff - myFanbase

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