Bewertung: 4

Review: #6.11 Law of the Jungle

Foto: Taylor Kinney & Jesse Spencer, Chicago Fire - Copyright: 2017 NBCUniversal Media, LLC © Universal Channel; Elizabeth Morris/NBC
Taylor Kinney & Jesse Spencer, Chicago Fire
© 2017 NBCUniversal Media, LLC © Universal Channel; Elizabeth Morris/NBC

"Chicago Fire" macht es einem manchmal nicht einfach. Auch wenn #6.11 Law of the Jungle wirklich interessante Handlungsstränge hatte, so muss man sich am Ende doch eingestehen, dass man daraus wirklich mehr hätte machen können. Auch der Cliffhanger dieser Episode konnte mich nicht wirklich schocken, was letztlich daran liegt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass wir uns von Matthew Casey oder von Kelly Severide verabschieden müssen.

Anerkennungen, Entscheidungen und Zusammenhalt

Nachdem in der vergangenen Episode mit Chief Grissom Kellys ehemaliger Ausbilder auf der Wache aufgetaucht ist, muss Kelly sich mit seiner beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Diese Thematik ist wahrlich nicht neu, hatten wir es schon mal in der letzten Staffel, dass Kelly über eine berufliche Veränderung nachgedacht hatte. Allerdings waren die Voraussetzungen anders und man darf nicht vergessen, dass er diese Veränderung selbst wollte. Doch diesmal liegt der Fall anders.

Schon in der letzten Episode, war zu erkennen, dass Grissom Kelly fördern möchte. Das ist gewiss nicht das Schlechteste, doch dem Chief merkt man deutlich an, dass er nichts auf Kellys Einwände gibt. Dabei ist die Art und Weise, wie er sein Vorhaben in die Tat umsetzt, ziemlich mies. Ganz bewusst möchte er nämlich einen Keil zwischen Kelly und Matt treiben. Auch das ist nichts Neues, gab es das in den letzten Staffeln auch schon zur Genüge. Ebenso ist es nicht neu, dass sich die beiden Freunde bei der Rettung der Menschen während eines Einsatzes nicht einig sein können. Genauso war es auch diesmal, als ein Sheriff aus einem Gefangenentransporter befreit werden musste. Als Captain hat Matt natürlich das letzte Wort, dem sich Kelly beugen muss.

Mich wundert immer ein bisschen, wie schnell solche Einsätze die Runde machen. Denn Grissom taucht nach diesem Einsatz auf der Wache auf und möchte von Kelly konkrete Einzelheiten erfahren. Dabei versucht er ihn aus der Reserve zu locken. Doch Kelly gibt sich loyal und das schien Grissom absolut nicht zu passen. Denn auch Matt befragt er zu dem Einsatz. Doch anstatt bei der Wahrheit zu bleiben, tischt er ihm auf, Kelly habe ihn angeschwärzt, was er aber nicht getan hat. Ich finde es aber ehrlich gesagt sehr schade, dass Matt an Kellys Loyalität zweifelt. Sicherlich hatte Kelly in der Vergangenheit die loyale Ader, denken wir doch nur mal an Scott Rice aus Staffel 3. Doch auch da war die Ausgangsposition eine andere.

Logisch, dass Grissom diesen Keil für seine Zwecke ausnutzt und Kelly für eine Anerkennung vorschlägt. An sich eine schöne Geste, wenn es da nicht zwei Punkte gäbe, die störend sind. Zum einen starb der Sheriff an seinen Verletzungen und zum anderen bezweckte Grissom damit nur, dass Kelly einen neuen Posten bekommt. Mir hat gefallen, dass Kelly sich dagegen ausgesprochen hat und somit zu seiner Wache hält. Ich bin gespannt, ob wir Grissom noch einmal wiedersehen werden.

Dieser Zusammenhalt wird auch nochmal bei dem gefährlichen Einsatz unterstrichen, der einen Cliffhanger geboten hat, der sicherlich für viele spannend gewesen ist. Ich selbst bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Sicherlich ist es schön, dass die beiden wieder eine Einheit bilden und dass Matt es letztlich war, der Kelly für eine Anerkennung vorgeschlagen hat. Doch auf mich wirkt das Ganze eher wie eine Entschädigung von Matts Seite, da er an Kellys Loyalität gezweifelt hat.

Auch gehe ich nicht davon aus, dass wir uns von einen der beiden nach diesem Cliffhanger verabschieden müssen. Aber wer weiß, vielleicht überraschen uns die Autoren. Aber momentan glaube ich nicht daran, dafür halte ich die beiden Charaktere für zu wichtig.

Der "Bring-deine-Tochter-mit-zur-Arbeit"-Tag

Die Storyline rund um Christopher Herrmann und seine Tochter Annabelle hatte für mich ein einziges Highlight: Trudy Platt! Auf die Bitte seiner Frau soll Christopher seine Tochter einen Tag mit auf die Wache nehmen, was er auch tut – und das war es. Er zeigt er nichts und er erklärt ihr nicht einmal, was ein Feuerwehrmann zu leisten hat. Er setzt sie letztlich vor den Fernseher und hofft, dass der Tag schnell umgehen wird.

Sowohl Christopher als auch Annabelle merkte man an, dass keiner der beiden Lust auf diesen Tag hat und ehrlich gesagt kann ich das sogar verstehen. Allerdings kann ich auch Christopher gut verstehen. Als Vater einer Tochter möchte er sie nun mal vor all dem Bösen beschützen und hat eigentlich auch den Wunsch, dass sie ewig klein bleibt. Doch Annabelle scheint das gar nicht zu wollen, denn diese blüht richtig auf, als sie Trudy kennen lernt und von ihrem aktuellen Fall bei der Polizei erfährt.

Ich finde es schön, dass man Trudy in diese Handlung mit eingebunden hat. Für mich ist es sowieso immer wieder ein Highlight, wenn sie auf der Wache auftaucht. Ich wäre zu gerne dabei gewesen, als Annabelle den Tag mit ihr verbracht hat. Das Outfit der Kleinen hat für mich deutlich gezeigt, dass es Trudy ernst ist, damit die Kleine etwas erlebt. Christopher selbst war nicht sonderlich begeistert. Ich bin gespannt, ob das nochmal Thema wird.

Stella, Sylvie und die Männer

Ich weiß wirklich nicht, was ich von Stella Kidd und Zach halten soll. Ich hatte mich wirklich gefreut, als man Zach mehr Beachtung geschenkt hat, als er erstes Interesse an Stella zeigte. Er ist ein sehr sympathischer Kerl und mir gefällt auch die Konstellation der beiden ganz gut. Und dennoch gehe ich davon aus, dass wir uns bald von Zach verabschieden müssen.

Bereits die letzte Episode hat deutlich gemacht, dass Stella noch immer großes Interesse an Kelly hat und dafür sogar in Kauf nimmt, Zach anzulügen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch schon bald selbst dahinterkommt, dass Stella mehr für Kelly empfindet. Denn ehrlich gesagt, bin ich mir ziemlich sicher, dass Stellas Besorgnis mehr Kelly galt und sich das sicherlich noch mehr herauskristallisieren wird, wenn der Cliffhanger aufgelöst wird. Somit kann man sagen, dass Zach eine Figur sein wird, bei der das Potenzial verschenkt wurde.

Eine deutlich größere Ablehnung habe ich bei Sylvie Brett und Joe Cruz (und Randy 'Mouch' McHolland) empfunden. Ich weiß wirklich nicht, was die Autoren hier bezwecken wollten. Es zeigte sich bereits deutlich, dass Joe drauf und dran ist, sich erneut in Sylvie zu verlieben. Davon halte ich ohnehin nicht viel, denn groß haben sich die Charaktere meiner Meinung nach nicht verändert, so dass die 'Fehler' aus der Vergangenheit sich mit Sicherheit wiederholen würden.

So gesehen war es eigentlich gut, dass Joe nicht ins Spa gegangen ist, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum am Ende Mouch aufgetaucht ist. Logisch wäre für mich Brian 'Otis' Zvonocek gewesen, da dieser Joes bester Freund und der gemeinsame Mitbewohner ist. Aber an sich hätte ich diesen Handlungsstrang so oder so nicht gebraucht.

Randnotizen

  • Ich habe schon einige Serien mit Gary Cole gesehen, doch in keiner hatte er in meinen Augen eine sympathische Rolle. Besonders bei Grissom hoffe ich, dass wir ihn nicht noch einmal erleben werden.
  • Ich finde es schrecklich, dass man Bria in einem Nebensatz erwähnt. Es ist zwar schön, dass man erfährt, dass Vater und Tochter wieder vereint sind, doch dafür, dass sie für Gabriela Dawson und Kelly solch eine Priorität hatte, finde ich diese kleine Erwähnung fast schon unverschämt.



Fazit

Für mich persönlich war #6.11 Law of the Jungle bisher die schwächste und schlechteste Episode dieser "Chicago Fire"-Staffel. Einige Fehler aus vergangenen Staffeln wurden wiederholt und es wirkte oftmals so, als wüssten die Autoren momentan selbst nicht, was sie mit den Charakteren anfangen sollen. Ich hoffe, es bessert sich bald, denn der Anfang dieser Staffel war wirklich stark und ich würde mir wünschen, dahin zurückzukommen.

Daniela S. - myFanbase


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