Bewertung: 7

Review: #10.20 The Recollection Dissipation

Foto: Melissa Rauch, The Big Bang Theory - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Melissa Rauch, The Big Bang Theory
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Ich gehe inzwischen mit gemischten Gefühlen an die Serie heran. Ich fühle mich durchaus regelmäßig gut unterhalten, aber die intensivere Beschäftigung mit den Inhalten ist manchmal frustrierend, weil man den Eindruck gewinnt, dass man sich dort keine richtige Mühe gibt, sondern die erstbeste Idee umsetzt. Diese Woche hatte ich mal das Gefühl, dass man sich doch auch mal wieder etwas mehr Gedanken gemacht hat.

"What happened to eight and seven and all the other clocks?"

Sheldon hat offenbar richtig Lust am Arbeiten gefunden, sodass er in dieser Episode simultanschachartig zwei Projekte gleichzeitig abarbeitet und sowohl Leonard und Howard als auch {url=Amy]http://www.myfanbase.de/the-big-bang-theory/charakterbeschreibungen/?pid=10284[/url] wirklich weiter hilft. Sein Genie wird hier für meinen Geschmack etwas zu sehr über das der anderen gehoben, aber das entschuldige ich einfach mal mit dem Flow-Effekt. Außerdem finde ich es etwas schade, dass man nicht sieht, wie er zwischen den Stationen unterwegs ist. Ansonsten ist diese Geschichte wirklich amüsant gewesen. Dass Sheldon bei der Belastung krank wird, ist auch nachvollziehbar und hatte nicht nur durch Amys trilinguales Soft Kitty ein humorvolles Highlight (übrigens schön, dass da Deutsch wieder dabei war, denn es ist immer wieder herrlich im Originalton Deutsch zu hören). Eigentlich hat mir auch die Idee des teilweisen Gedächtnisverlustes gefallen, die in so einem Arbeitswahn mit verbundener Krankheit durchaus mal auftreten kann. Trotzdem war es mir dann doch etwas zu dick aufgetragen, dass er in der Kneipe sogar Geheimnisse preisgegeben hat. Das kann so ein schöner kleiner Tanz auch nicht wettmachen. Ich weiß nicht, warum man hier dann doch so viel Gewicht reinlegen musste. Ich hatte kurzzeitig die Überlegung, dass die Freunde Sheldon nur reinlegen und das Notizbuch versteckt haben. Das hätte mir tatsächlich viel besser gefallen. Dann hätte die Geschichte nichts von ihrer Leichtigkeit verloren. Man hätte dann nur überlegen müssen, wie man Sheldon dann reagieren lässt, aber da hätte man ja eventuell was draus machen können für den Rest der Staffel. Nun gut, insgesamt ist die Geschichte ja gelungen und war gewohnt amüsant.

"Whatever we choose, if we‘re not happy, we can undo this."

Howard und Bernadette sind ja immer wieder im Zentrum meiner Unzufriedenheit, weil ich sie als Paar nicht ideal entwickelt fand und sie trotz des Kindes wenig Fortschritte gemacht haben. Dies ändert sich in dieser Episode endlich mal. Bernadette will wieder arbeiten gehen, merkt aber, dass sie sich doch nicht so einfach von ihrem Kind trennen kann und ohnmächtig vor einer Entscheidung steht, deren beide Alternativen falsch wirken. Ich glaube, dass sich sehr viele Frauen in solch einer Situation wiederfinden und sehr ähnliche Emotionen in sich tragen und auch Angst haben, diese offen zu sagen. Hier ist Stuart erst mal ein guter Zuhörer. Was mich neben der thematischen Schwerpunktsetzung aber regelrecht begeistert hat, ist das Agieren von Howard. Dieser geht richtig auf die Gefühlslage von Bernadette ein und zeigt Verständnis. So erwachsen habe ich ihn noch nie erlebt. Leider hat es natürlich einen weiteren Hintergrund, weil er den Tod der Tante seit sechs Jahren verheimlicht, aber hier hat er ja immerhin die Einsicht, dass dies ein riesiger Fehler ist, aus dem er einfach nicht so richtig rausgekommen ist. Aber das nehme ich für die restlichen Aktionen gerne in Kauf. Man kann Howard ja auch nicht sofort um 180° drehen, wenn man ihn zehn Jahre so infantil gehalten hat. Ich hoffe jedenfalls, dass die Autoren auch ihr Interesse an Geschichten, die Betreuung oder Erziehung eines Kindes betreffen, gefunden haben und das häufiger eine Rolle spielt. In dieser Staffel muss man ja mindestens noch eine Folge damit zeigen, die Bernadettes Entscheidung reflektieren und auswerten.

Fazit

Diese Episode ist insofern gelungen, weil sie bei Sheldons Story zwar relativ belanglos ist, prinzipiell aber nicht zu dick aufträgt und somit gute Unterhaltung liefert. Pluspunkte gibt es aber vor allem, weil man bei Bernadette und Howard eine wichtige Geschichte mit dem nötigen Ernst angeht und Howard sogar Anwandlungen eines Erwachsenen zeigt. Gefühlt sind es nach zuletzt schlechteren Episoden schon acht Punkte. Im Vergleich zu dem, was die Serie aber sonst schon zu leisten im Stande war, sind es gute sieben Punkte.

Emil Groth – myFanbase


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