Bewertung: 7

Review: #4.06 We Will Rise

Foto: Marie Avgeropoulos, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Marie Avgeropoulos, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Sie haben es mal wieder geschafft. Da ging ich doch tatsächlich mit dem Gefühl in die Episode, es könnte für unsere Freunde nicht mehr viel schlimmer werden. Oh, wie überaus leichtgläubig von mir. Haben mich die vergangenen drei Staffeln von "The 100" denn gar nichts gelehrt? Diese Serie schafft es wie keine andere ihre Charaktere auf harte Proben zu stellen und mit schier hoffnungslosen Ausgangslagen zu konfrontieren, die sich schließlich noch verschlimmern. So auch wieder in #4.06 We Will Rise

"You're about to drive the last ten barrels of hydrazine known to man – a cargo which Raven needs every last drop of – through hostile territory packed with warren clans over uneven roads where one serious bump could cause an explosion that would not only kill all of you but would wipe out mankind's only remaining chance for survival." – "What could possibly go wrong?"

Bis sich überhaupt irgendjemand aus der Asche des Praimfaya erheben kann, ist noch ein sehr weiter Weg zu gehen – und das in kürzester Zeit. Für Clarke, Bellamy und Roan lautet das Motto daher erst einmal rise to the occasion, denn sie sind dafür zuständig die verbliebenen Fässer Treibstoff zu Raven und Abby zu bringen. Keine unbedingt leichte Aufgabe, wie Monty Clarke pflichtbewusst ins Gedächtnis ruft. Trotzdem brechen die drei in Begleitung von Roans Leibgarde auf und treffen bei ihrem Glück natürlich direkt auf eine Gruppe der Trikru, die in Anbetracht der Tatsache, dass einige Deserteure der Azgeda-Armee gerade ihr Dorf angezündet haben, nicht unbedingt gut auf den König zu sprechen sind. Ich hatte tatsächlich kurz die Hoffnung, sie würden Roan und Co. nicht entdecken, denn es hat mir so gut gefallen, dass die Sky People mal nicht direkt auf Abneigung stießen und besagte Trikru-Mitglieder Clarke, alias Wanheda, ohne Wenn und Aber vertrauten. Sehr schade, dass die zögerliche Freundschaft zwischen Trikru und Skaikru dadurch mal wieder ins Wanken gerät. Als Roan und Bellamy sich dann von Clarke und dem Rest trennten, war natürlich direkt klar, dass dies nur wieder für Probleme sorgen würde. Dass es dann aber die Azgeda-Krieger sein würden, die Clarke kidnappen, hätte ich nicht unbedingt erwartet, auch wenn es durchaus Sinn ergibt, da Roans Vertrauen in Skaikru sein Volk im Moment wieder besonders zu spalten scheint. Die Aufholjagd wurde schließlich spannend inszeniert und Roans Sprung auf den anderen Wagen war super cool. Dass am Ende eines der Fässer leer sein würde, habe ich nicht kommen sehen. Dieser Umstand ist in vielerlei Hinsicht besonders tragisch. Zunächst war es ein Pfeil der Trikru, der das Fass getroffen hatte – Verbündete der Skaikru, die sicherlich nicht angegriffen hätten, wenn sie von der Mission gewusst hätten, die am Ende auch ihr Überleben sichern soll. Andererseits kommt die Enthüllung dramaturgisch natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt, da Raven gerade erst ihren Durchbruch mit der Simulation hatte.

"Congratulations, you're the new Raven-Sitter."

Daran hat sie nämlich - mit (mal mehr, mal weniger) Unterstützung von Murphy und Luna – den ganzen Tag lang gearbeitet: Die Rakete in der Simulation mit dem vorhandenen Treibstoff lange genug ins All zu befördern, damit sie dort Nightblood herstellen kann, und sie dann wieder irgendwie zu landen, ohne einen kompletten Crash zu verursachen, der die ganzen Anstrengungen wieder zunichtemachen würde. Murphy ist dabei per Headset mit Raven verbunden und passt auf, dass sie sich nicht überanstrengt. Es wird allerdings schnell deutlich, dass seine zynischen Kommentare Raven nur noch mehr aufregen, denn sie rastet schließlich komplett aus und geht auf Murphy los, der sich kaum wehrt. Zum Glück wacht Luna von dem Lärm auf und geht dazwischen. Die Unterhaltung zwischen Luna und Murphy hat mir dabei sehr gut gefallen. Ich finde es generell top, dass man die Beziehung zwischen Raven und Murphy nun endlich aufarbeitet und man sieht, dass Murphy tatsächlich Schuldgefühle hat, weil er Raven damals so schwer verletzt hat. Umso schöner, dass Murphy ihr schließlich tatsächlich dabei helfen kann, das Problem mit der Simulation zu lösen. Umso tragischer aber auch, dass es Raven endlich gelingt die Rakete verhältnismäßig sicher zu landen, nur um dann zu erfahren, dass sie eines der wertvollen Fässer Treibstoff verloren haben. Der Anfall, den Raven daraufhin hat, lässt nichts Gutes ahnen.

"The sword doesn’t care what you meant. It just cuts."

Indes herrscht auch in Arkadia alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen. Ilian, der in einem der verbliebenen Teile der Ark festgehalten wird, wird von wütenden Sky People angegriffen und entrinnt diesen nur dank Kanes Einsatz. Danach wird Ilian in die Medbay gebracht, die die Explosion zum Glück ebenfalls überstanden hat. Dort befindet sich auch Octavia, die sich so langsam von ihren schweren Verletzungen erholt. Als Ilian seine Taten damit entschuldigt, dass er nichts vom Praimfaya wusste, zeigt Octavia wenig Verständnis. Ihrer Ansicht nach verdient Ilian die traditionelle Hinrichtung der Grounder. Als Niylah, die Clarke versprochen hat, in Arkadia zu bleiben und in der Medbay auszuhelfen, bemerkt, dass Ilian nicht mehr bewacht wird, warnt sie Monty, denn die Bewohner der Ark sinnen weiterhin auf Rache und wollen diese, wenn nötig, selbst verüben. Als es Monty nicht gelingt, Jaha zur Hilfe zu bewegen, eilen Kane und David Miller in die Medbay, doch letzterer versteht die Beweggründe der Sky People und setzt Kane schließlich außer Gefecht, nachdem Octavia die Türen geöffnet hat. Ilian wird nach draußen gezerrt, wo Octavia sich bereitmacht, ihn zu erschießen. Schon bevor Kane es erwähnt hat, war die Parallele zu Lincolns Hinrichtung sehr gut erkennbar. Ich bin froh, dass man Octavia damit konfrontiert hat und ihr Tränenausbruch lässt vermuten, dass sie über ihre eigenen Taten erschrocken ist. Man hat Octavia lange nicht mehr so verletzlich gesehen und so sehr ich sie im badass-Modus mag, ich wünsche mir dennoch, dass sie ihre Moralvorstellungen wieder ein bisschen gerade rückt. Wer weiß, vielleicht findet sie durch die Konfrontation mit Ilian wieder den rechten Weg, denn es ist ja wohl vorprogrammiert, dass die beiden sich wiederbegegnen, jetzt da sie beide in die Wälder geflohen sind. Gut, dass Jaha doch noch einen Sinneswandel hatte und Ilian zur Flucht verholfen hat. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber Jaha wird mir so langsam sympathischer.

Randnotizen

  • Clarke hatte in dieser Episode einige schöne zwischenmenschliche Momente. Dass sie ihre Romanze mit Niylah wieder aufleben lassen würde, hätte ich nicht unbedingt erwartet, es gefällt mir aber ziemlich gut. Besonders, dass Niylah um Clarkes besondere Beziehung zu Lexa weiß, welche durch die Zeichnung aus #3.06 Vergifteter Boden an der Wand in Clarkes Zimmer unterstrichen wurde, finde ich super.
  • Ein weiterer schöner Moment war die Umarmung zwischen Clarke und Kane, den sie zunehmend als Stiefvater anzusehen scheint. Kane hat aber auch diese väterlichen Qualitäten, die er schon im Zusammenspiel mit Octavia des Öfteren gezeigt hat. Daumen hoch!
  • Schließlich gab es auch ein paar schöne Szene zwischen Clarke und Bellamy, die sich ohne viele Worte verstehen. Es gefällt mir sehr, dass man uns immer häufiger zeigt, wie gut die beiden einander kennen und wie sehr sie sich umeinander sorgen. Ich hätte ja zu gern gewusst, was Bellamy Clarke am Ende der Episode sagen wollte, aber sie musste ihn ja unbedingt unterbrechen. :D
  • Weniger harmonisch lief Bellamys Besuch in der Medbay, denn Octavia zeigt ihm weiterhin die kalte Schulter. Ich bin dennoch froh, dass Bellamy sich nicht entmutigen lässt und am Ende vorhat, wieder nach Arkadia zu gehen, um an der Beziehung zu O zu arbeiten. So langsam vermisse ich die Geschwister-Momente, die bei mir immer ein absolutes Wohlfühl-Gefühl hervorgebracht haben. Nun da Octavia weggelaufen ist, wird Bellamy ihr sicherlich folgen.

Fazit

Wer dachte, es könnte nicht schlimmer werden, wird in dieser spannenden und nervenzehrenden Episode eines Besseren belehrt. Die Lage wird immer aussichtsloser und die Freunde nähern sich dem absoluten Tiefpunkt in ihrer Mission die Menschheit zu retten. Gemeinsam mit der Tatsache, dass wir beinahe bei der Hälfte der Staffel angekommen sind, lässt dies darauf hoffen, dass es für die Sky People bald wieder bergauf geht. Ich hätte jedenfalls nichts gegen einen kleinen Lichtblick.

Sina Behling - myFanbase


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