DVD-Rezension: Castle, Staffel 8

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Nachdem die Fans von "Castle" bereits nach der siebten Staffel bangen mussten, ob die Serie noch weiter geführt wird, erschien am 10. November 2016 bereits die achte und letzte Staffel der Serie auf dem deutschen Markt auf DVD. Der Zuschauer darf also ein letztes Mal in die Welt von Richard Castle (Nathan Fillion) und Kate Beckett (Stana Katic) eintauchen und mit dem ungleichen Ermittlerpaar zusammen Mordfälle lösen.

Inhalt

Foto: Nathan Fillion & Stana Katic, Castle - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Richard Cartwright
Nathan Fillion & Stana Katic, Castle
© 2016 ABC Studios; ABC/Richard Cartwright

Nach einem Anruf verschwindet Beckett und begibt sich zusammen mit ihrem ehemaligen FBI-Mitarbeiter Vikram Singh (Sunkrish Bala]) auf eine geheimnisvolle und gefährliche Mission. Castle versucht natürlich seine Ehefrau zu finden und dahinter zu kommen, was sie vor ihm verbirgt, denn nach ihrer Wiederkehr scheint sie verändert und führt eine überraschende Wendung in der gemeinsamen Beziehung herbei, die für beide nur schwer zu ertragen ist. Nebenbei muss Beckett sich in der achten Staffel in ihrer neuen Stellung als Captain im Polizeirevier zurechtfinden und Castle baut mit Hilfe seiner Tochter Alexis (Molly Quinn) und der ehemaligen britischen Agentin Hayley Shipton (Toks Olagundoye) seine Privatdetektei aus.

Rezension

Foto: Stana Katic, Castle - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Jordin Althaus
Stana Katic, Castle
© 2016 ABC Studios; ABC/Jordin Althaus

Mit der ersten Episode #8.01 Er gelingt der achten Staffel ein vielversprechender und spannender Einstieg der definitiv Lust auf mehr macht. Doch leider verpufft diese Lust bereits Ende der zweiten Episode, was zur Folge hat, dass anschließend die einst so geniale Serie nur noch vor sich hin dümpelt. Mit der Wendung in der Beziehung von Beckett und Castle haben die Autoren eine Beziehung die über Jahre stabil und auf Vertrauen zueinander aufgebaut wurde, ins Lächerliche gezogen und haben es auch nach der Versöhnung der beiden nicht mehr geschafft dieser so tollen Partnerschaft und Ehe wieder Leben einzuhauchen, da die gemeinsamen Szenen von Richard Castle und Kate Beckett sich auf ein Minimum beschränkten, oft lächerlich oder völlig aussagelos wirkten. Eine richtige Storyline, welche die beiden zusammen, ihre Beziehung und die Entwicklung derer thematisierte, fehlte völlig. Die grandiose Chemie der beiden Darsteller Nathan Fillion und Stana Katic, welche die Serie so lange getragen hat, war dahin und der Zuschauer merkte richtiggehend, dass hinter den Kulissen der Show wohl die eine oder andere Unstimmigkeit herrschte.

Was also machen, wenn das so wichtige Standbein der Serie, Caskett, nicht mehr wirklich funktioniert? Mein Vorschlag wäre, sich auf das zweite Standbein von Castle, auf die Fälle, zu konzentrieren. Natürlich waren die wöchentlichen Mordfälle in "Castle" nie die grausamsten oder spannendsten gewesen, doch sie beinhalteten immer ein spezielles Element, dass diese Mordfälle eben eigen machten. Manchmal war es der Witz, manchmal war es Castles kindliche Freude an den Fällen, manchmal war es ein Hauch geheimnisvolles oder übersinnliches, wofür es zum Schluss meistens eine logische Erklärung gab, die die Mordfälle so sehenswert machten und sie aus der Masse der wöchentlichen Fälle der vielen Crimeserien abhoben. In der achten Staffel war davon aber kaum mehr etwas zu spüren, man verschwendete Zeit und Ideenreichtum darauf, wie man Castle als Privatdetektiv immer wieder in die Fälle des NYPD involvieren konnte, ließ Becketts Position als Captain völlig unglaubwürdig dastehen, da sie im Gegensatz zu ihren Vorgängern wohl die Captainarbeit wie auch die Ermittlerarbeit problemlos unter einen Hut bringen konnte und so an jedem Tatort auftauchte und man stellt Javier Esposito (Jon Huertas) und Kevin Ryan (Seamus Dever) noch mehr in den Hintergrund und degradierte sie zu oftmals lächerlichen Nebenfiguren.

Foto: Toks Olagundoye, Castle - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/John Fleenor
Toks Olagundoye, Castle
© 2016 ABC Studios; ABC/John Fleenor

Auch die episodenübergreifenden Storyliens enttäuschten auf ganzer Linie. Während man mit Castles Aufbau der Privatdetektei ein so wichtiges Element, nämlich das gemeinsame Lösen von Mordfällen durch ein NYPD Detective und ein Schriftsteller, aus der Serie herausgerissen hat, verstrickte man sich mit Becketts Suche nach LokSat in einer Verschwörung über die wohl der Zuschauer und die Autoren irgendwann den Überblick verloren. Bei ersterem hat man wohl versucht die Serie auf eine etwas andere Art und ohne Stana Katic in eine neunte Staffel zu führen, doch statt sich auf das Dreiergespann Castle, Esposito und Ryan zu konzentrieren und Castle somit weiterhin ins NYPD zu integrieren, macht man aus dem Beststeller Autor ein Privatdetektiv, was nicht nur ein Grundpfeil der Serie zerstört hat, sondern auch einfach völlig langweilig war. Spannender wäre hier schon die Geschichte um Beckett und die Suche nach LokSat gewesen, hätte man daraus nicht wieder eine Verschwörung gesponnen, die erneut Senator Bracken (Jack Coleman) ins Spiel brachte, von dem man scheinbar nicht loskommen kann. Zu guter Letzt haben die Macher der Serie dann wohl auch noch realisiert, dass der Handlungsbogen um Castles Verschwinden in der siebten Staffel völlig unzufrieden gelöst wurde und bauten diesen auch noch schnell in die Verschwörung ein, was zur Folge hatte, dass sich das ganze noch verwirrenden, lächerlicher und unglaubwürdiger gestaltete. Schade eigentlich, wären doch überall gute Ansätze verfügbar gewesen.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Hauptcharaktere neben Beckett und Castle eingehen, denn auch bei deren Storylines, wenn man überhaupt von solchen sprechen kann, haben die Autoren völlig daneben gegriffen. Die meisten Hauptcharakter, abgesehen von Castle und Beckett, die wir über sieben Staffel kennen- und lieben gelernt haben, wurden ins Abseits degradiert oder im Falle von Lanie Parish (Tamala Jones) in eine Statistenrolle gedrängt. Dabei wäre doch gerade für letztere soviel Potential vorhanden gewesen, wenn man an sie als Becketts beste Freundin denkt, die sie in der schwierigen Zeit, die Beckett durchmachen musste, sicherlich gebraucht hätte. Der neue Hauptcharakter Hayley Shipwell wurde völlig liebelose eingeführt, so dass sie bis zum Schluss der Serie als unsympathisch und fremd rüberkam. Ich führe dies nicht auf Toks Olagundoye mangelnde schauspielerische Fähigkeit zurück, sondern am Umgang ihres Charakters, der weder eine Entwicklung durchmachte noch anständig in die Storylines integriert wurde.

Foto: Jon Huertas & Nathan Fillion, Castle - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Richard Cartwright
Jon Huertas & Nathan Fillion, Castle
© 2016 ABC Studios; ABC/Richard Cartwright

Die DVD beinhaltet alle 22 Episoden der achten Staffel auf sechs Discs, auf welchen Bilder der Hauptdarsteller abgedruckt sind. Die einzelnen DVDs befinden sich in einem Slimcase auf welchem auf der Vorderseite und auf der Rückseite ein schönes Bild von Beckett und Castle zu finden ist. Auf der Rückseite befindet sich außerdem eine Liste der Titel der einzelnen Episoden sowie ein paar wenige Episodenbilder der anderen Charaktere. Das ganze steckt anschließend noch in einer Kartonhülle mit dem gleichen Bild von Beckett und Castle. Auch sind auf der Rückseite der Hülle noch Bilder des ganzen Cast sowie die Kurzbeschreibung der Staffel zu finden. Das DVD-Menu wird von der Titelmusik der Serie begleitet und zeigt als Hintergrund die Skyline von New York. Auf fünf DVDs findet man diverse Extras. Zum Beispiel Folgen mit Audiokommentare bei denen man einiges erfährt, das man vielleicht noch nicht wusste. Empfehlenswert ist hier vor allem der Audiokommentar auf der zweiten Disc mit Nathan Fillion und Adam Baldwin. Allerdings sind die Audiokommentare nur in Englisch vorhanden. Auch gibt es einige zusätzliche Szenen zu sehen sowie Pannen vom Dreh, die wirklich witzig und mit deutschen Untertitel unterlegt sind. Auf der sechsten DVD ist ein Special von zehn Minuten in welchem Nathan Fillion, Jon Huertas, Tamala Jones, Molly Quinn und Toks Olagundoye zusammen eine Detektivaufgabe lösen und der Zuschauer darf auch miträtseln. Seine Aufgabe ist es Seamus Dever in dem ganzen Spiel zu finden.

Technische Details

Foto: Copyright: 2016 ABC Studios
© 2016 ABC Studios

Erscheinungstermin: 10. November 2016
Originaltitel: Castle
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 902 Minuten (22 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Spanisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Niederländisch, Englisch für Hörgeschädigte

Extras: Hinter den Kulissen, Pannen vom Dreh, Audiokommentare und Zusätzliche Szenen

Fazit

Natürlich gehört die achte Staffel in jede DVD-Sammlung eines echten "Castle"-Fans, doch leider kann der Inhalt nicht wirklich überzeugen und bietet einen unbefriedigenden Abschluss der einst so tollen Serie. Die Special auf der DVD-Box können noch einige zusätzliche Informationen und witzige Momente liefern, trotzdem sollten sich die Fans der Serie sich an die Anfänge von "Castle" erinnern und sich so von der finalen Staffel nicht die ganze Serie verderben lassen.

Maria Schoch - myFanbase

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