Alben des Jahres

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Album des Jahres (Fortsetzung)

Micha S. meint:

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#1 Hamel - Nobody's Tune
Auf seinem Deutschland-Debüt bringt der 33jährige Niederländer gleichzeitig Ohrwürmer und tiefe Qualität, klingt zugleich hip und klassisch, macht Pop und Jazz, während er sich nebenbei an vielen weiteren Stilen bedient. Hamel scheint all das zu sein und zu lieben – daher schafft er jenen Spagat und lässt vermuten, dass er mal eine richtige Größe wird.


#2 Cindy Morgan – Hymns: Some Glad Morning
Insgesamt Album Nr. 9 und das zweite als Indie-Artist. Cindy scheint das Leben als solche nicht nur zu gefallen, sondern auch gut zu tun, war doch die letzte Veröffentlichung die beste ihrer Karriere. Und ihre neue steht ihr da in nichts nach, ist ein Konzeptalbum mit alten Kirchenhymnen, die sie mal andächtig ruhig, mal im folkigen Si/So-Style und mal rootsig-bluesig aufgenommen hat und die schlicht Balsam für die Seele sind. Sowas kann die Frau eindeutig!

#3 The Elms – The Great American Midrange
Ohne sich selbst zu kopieren und ohne langweilig zu werden machen die Jungs da weiter, wo sie mit dem großartigen "The Chess Hotel" aufgehört haben. Wieder eine Sammlung an Songs, die unheimlich Drive und Groove haben und einfach rocken. Mal fühlt man sich an die Rockbands der 60er und 70er erinnert, mal an Acts wie Mando Diao oder Franz Ferdinand, und manchmal meint man eine Supergroup aus allen zu hören... | zur Hörprobe in der Videogalerie

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#4 Ledisi – Turn Me Loose
Ledisi lässt es auf ihrer zweiten Major-Platte richtig krachen. Temperament hat die Dame genauso wie Stimme. Talent sowieso. Drei super Voraussetzungen für eine herausragende Aufnahme: "Turn Me Loose" bietet 14 unheimlich unterschiedliche und doch musikalisch stimmige Titel zwischen Soul, Rock, Funk, R'n'B, Blues, Elektro und Dub. Ja, ich kann's nur noch mal wiederholen: Musikalisch stimmig. Und herausragend. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#5 Manic Drive – Blue
Auch die drei Kanadier gehören zu jenen Musikern, die sich ungern in einem Genre bewegen, am liebsten viele Zutaten zusammen werfen und schlicht ihr Ding machen. Rock, Elektro, HipHop, Euro-Dancepop, also ein Sound irgendwo zwischen Panic at the Disco, Rebecca St. James, Hoobastank, dcTalk und Family Force 5 – und der funktioniert! Der ist richtig gut, geht in's Ohr, in die Beine und macht Spaß. Und lenkt vom furchtbaren Coverdesign ab. | zur Hörprobe in der Videogalerie


Maria Gruber meint:

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#1 The Tallest Man on Earth – The Wild Hunt
Nach seinem absolut herausragenden Debütalbum "Shallow Grave" etabliert sich Kristian Matsson alias The Tallest Man on Earth mit "The Wild Hunt" endgültig als neuer König des Folk. Die ewigen Vergleiche mit Folklegende Bob Dylan hat Matsson nicht mehr nötig, auch wenn es gewissermaßen natürlich ein Kompliment ist. Aber so wird verkannt, dass Matsson einen ganz eigenen Stil besitzt, eine einzigartige Stimme und ein unglaubliches Talent, das in jedem der zehn Songs des Albums zum Vorschein kommt.


#2 Junip – Fields
Obwohl "Fields" das erste Studioalbum von Junip ist, kann man eigentlich gar nicht von einem Debütalbum sprechen, schließlich gibt es die schwedische Formation schon seit über zehn Jahren. Was José González, seines Zeichens erfolgreicher Solokünstler, Elias Araya und Tobias Winterkorn hier abliefern, ist auch alles andere als dilettantisch: Komplexe Melodien, manchmal energiegeladen, manchmal düster-melancholisch, ein geordnetes Chaos von Gitarre, Percussion und Synthesizer, quasi nicht klassifizierbar. Hochoriginell und deshalb absolut hörenswert. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#3 Angus & Julia Stone – Down the Way
2010 war für das australische Singer-Songwriter-Geschwisterduo ein hocherfolgreiches: "Down the Way" auf Platz 1 der australischen Charts, "Big Jet Plane" als Single of the Year, ausverkaufte Konzerte auf ihrer ersten Welttournee. Wer sich dieses Album anhört, weiß auch, wieso. Wunderwunderwunderwunderschöner Folk. | zur Hörprobe in der Videogalerie

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#4 The National – High Violet
"High Violet" ist nicht so gut wie das Vorgängeralbum "Boxer", aber das war auch eine verdammt schwere Aufgabe. Dennoch führen The National ihren Musikstil konsequent weiter und stellen wieder mal unter Beweis, dass sie zu den besten Indierockbands der USA gehören. Diese dunkle, leicht trostlose, aber doch irgendwie hoffnungsvolle Grundstimmung, die ihre Musik auch hier wieder produziert, berührt direkt das Herz und lässt es nicht mehr los. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#5 John Mayer – Battle Studies
Es ist kein Meisterwerk, das schon mal vorweg. Aber es ist eine Platte, die man einfach immer und immer wieder gerne anhört. Mit "Battle Studies" gelingt Mayer erneut die Mischung aus Wehmütigkeit und Selbstzweifel auf der einen Seite ("Heartbreak Warfare", "Do You Know Me"), und Frohsinn und Ungezwungenheit auf der anderen ("Half of My Heart", "Who Says"). So darf sich das Album einreihen in Mayers Serie zeitlos schöner Musikwerke. | zur Hörprobe in der Videogalerie


Ameli H. meint:

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#1 Interpol - Interpol
Paul Banks Stimme ist einfach mitreißend und die Musik, die die Band spielt fast schon einzigartig. "Interpol" habe ich langsam auf mich wirken lassen, und das ist auch gut so, denn man muss sich mit diesem Album auseinandersetzen, um es wirklich komplett lieben zu können. "Barricade" ist ein absolutes Highlight auf dem Album, ich finde es nach dem 10000. Hören immer noch nicht langweilig. Das ganze Album umfängt einen wie kein anderes und der krönende Abschluss ist dann "The Undoing", in dem Mr. Banks auch noch anfängt uns mit Spanisch einzulullen. Das Beste aus 2010, unbestreitbar.

#2 Blood Red Shoes - Fire Like This
Noch so ein Neuling in meiner Mediathek. Last.fm, du bist eine Fundgrube! Steven Ansell und Laura-Mary Carter haben mit "Fire Like This" einen würdigen Nachfolger für ihr erstes Album geliefert. Von Upbeat-Nummern wie "Don't Ask" und "Heartsink" über das ungewohnt ruhige und nachdenkliche "When We Wake" bis hin zum krönenden, 7-minütigen Abschluss "Colours Fade", Blood Red Shoes haben den schmalen Grad zwischen "sich nicht weiterentwickeln" und "sich nicht treu bleiben" meisterhaft gelöst. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#3 Gorillaz - Plastic Beach
Welcome to the World of Plastic Beach: Damon Albarn, der Ruhe und Urlaub wahrscheinlich genauso sehr verabscheut wie Jack White, schafft es doch immer wieder, uns mit seinem Schaffen zu überzeugen. Er und seine Kollegen, und nicht zu vergessen die unzähligen Gueststars, haben mit "Plastic Beach" die Messlatte für zukünftige Alben viel höher gelegt. | zur Hörprobe in der Videogalerie

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#4 Tired Pony - The Place We Ran From
Nach Them Crooked Vultures in 2009 sind Tired Pony die neue Supergroup, mit Snow Patrols Gary Lightbody, R.E.M.s Peter Buck, Belle & Sebastians Richard Colburn und anderen bekannten Nasen. Supergroups scheinen die Ausnahme der Regel "Zu viele (gute) Köche verderben den Brei" zu sein, denn genauso wie Them Crooked Vultures ist Tired Pony ein sehr gutes Album gelungen. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#5 Ellie Goulding - Lights
Die liebe Ellie. Nachdem sie schon vor der Veröffentlichung ihres Debüts "Lights" mit Preisen überhäuft wurde, war meine Neugierde ziemlich groß. Aus Großbritannien kam ja die letzten Jahre immer wieder ein neues Fräuleinwunder. Das Album ist zwar wirklich gut (deswegen auch Nr.5), aber ich glaube es wurde zu sehr als Überflieger und Must-have verkauft, um den Anforderungen standzuhalten. Erwartungen wurden also nicht getroffen, aber trotzdem muss man anerkennen, das Ellie Goulding ein gutes Debüt abgelegt hat. | zur Hörprobe in der Videogalerie


Aljana Pellny meint:

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#1 Foals - Total Life Forever
Es war einmal ein Album. Das umfasste elf Songs. Jeder einzelne in sich so vollendet, dass alle Welt inne hielt und sich fragte, wie es denn möglich war, dass Musik wirken könne wie der schönste Zauber und alle Menschen in seinen Bann ziehe. "Nun ja", sagte Aljana, als man sie fragte, weshalb sie "Total Life Forever" zum besten Album des vergangenen Jahres erkoren habe, "höre selbst und du weißt, wieso."


#2 Moto Boy - Lost in the Call
Den Schweden macht so schnell keiner was vor. Auch diesem Schweden nicht. Dieser Schwede, Oskar Humlebo, mag optisch aus der Reihe fallen. Auch musikalisch mag er es pathetischer als die meisten seiner Landsmänner: da kratzt manch ein traumhafter Song an der Grenze zum Kitsch. Und auch, wenn ich behaupte, er überschreitet diese nie, möge mir an dieser Stelle sicher manch einer widersprechen wollen. Doch ob kitschig oder nicht, dieser Mann weiß zu berühren. Und wahrlich, es ist selten genug, wenn das Skip-Bedürfnis ausbleibt. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#3 Timo Räisänen - The Anatomy of Timo Räisänen
Den Schweden macht so schnell keiner was vor. Auch diesem Schweden nicht. Dieser Schwede, Timo Räisänen, ist schlichtweg eine kleine Wucht. Zu ihm gefunden habe ich durch das bezaubernde Video zu seinem "Numbers", endgültig gekriegt hat er mich mit seinen charmanten Cover-Versionen ("Simply The Best", "Creep", "About You Now" and so on). Die Neugier aufs Eigene wurde geweckt und unter anderem "The Anatomy of Timo Räisänen" zu Rate gezogen. Das ist Pop - ganz so, wie er sein soll. | zur Hörprobe in der Videogalerie

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#4 Phosphorescent - Here's to Taking It Easy
Nach einem langen Tag nach Hause kommen: die geplagten Füße, die eben noch auf dem Gaspedal ruhend auf und ab schaukelten, werden auf die Couch befördert. Ein Seufzer, ehe die Augen zufallen zum Sound von Phosphorescent alias Matthew Houck, der sich irgendwo tummelt zwischen Country, Folk und Minimal und nur allzu gern andere Musiker in sein beschauliches Bötchen holt, um Lieder zu schreiben, die einem rasch ebenso vertraut sind wie die eigenen vier Wände. Und die Couch, auf der die dankbaren Füße ruhen. | zur Hörprobe in der Videogalerie

#5 Sufjan Stevens – The Age of Adz
Haarscharf hat es Herr Stevens vor The National aufs erweiterte Treppchen geschafft. Deren "High Violet" ist gewohnt dicht und düster und klingt einmal mehr, als besänge man hier den Niedergang der Welt. Und auch, wenn man zunehmend das Gefühl bekommt, das werde bald passieren: noch ist es nicht soweit. Noch kann man also dem liebenswürdigen Weirdo Sufjan den Vortritt lassen, ehe man an The National einfach - quasi naturgemäß - nicht mehr vorbeikommt. Und während ich für The Nationals "High Violet" den sechsten Platz im Geiste reserviere, bleibt festzustellen, dass man erstmal bis auf Weiteres an Alben nicht vorbei kommt, auf denen Songs wie "I Walked" und "I Want to Be Well" zu finden sind. | zur Hörprobe in der Videogalerie

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