Bewertung: 6

Review: #1.12 Der Informant

Mal wieder greift "Chicago Justice" ein Thema auf, das sehr zum Nachdenken anregt und bei dem das Urteil der Geschworenen sehr überraschend ausfällt. In #1.12 Der Informant wird die Frage gestellt, wie weit die Polizei durch ihre Stellung gehen darf und ehrlich gesagt war es für mich erschreckend.

Die Bürger müssen vor dem Abschaum gerettet werden

Es ist nicht unüblich, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft Spitzel, die selbst mal Drogen konsumiert haben oder immer noch konsumieren, einsetzen, um an die großen Fische in der Szene zu gelangen. Schwierig wird es vor allem dann, wenn einer der Spitzel angeschossen wird und alles daraufhin deutet, dass dieser selbst mit drin hängt. Besonders hart bei diesem Fall ist eben auch, dass Laura Nagel persönlich in den Fall involviert ist, denn bei dem angeschossenen Opfer handelt es sich um ihren Ex-Freund Eric Cates, der selbst einmal ein Drogenproblem hatte und von Laura als Informant eingesetzt wurde, damit sie Jason Creary, einen Drogendealer, durch Erics Hilfe hochnehmen können. Logisch, dass der Verdacht nahe liegt, dass da Rache mit im Spiel ist. Rache, die tödlich hätte enden können und doch lag der Fall letztlich doch etwas anders.

Ja, es war Rache im Spiel. Doch nicht Jasons jüngerer Bruder Jerome hat geschossen, sondern die Beamten der Drogenkriminalität. Zugegeben hat mich diese Tatsache doch sehr erschreckt, denn obwohl die Polizei die Aufgabe hat, die Bürger vor Verbrechen zu schützen, hat sie doch keinerlei Recht dazu, die Position auszunutzen und doch geht es bei diesem Fall genau darum.

Steve Kim und Ken Banks haben sich dafür bezahlen lassen, um für Jerome die Drecksarbeit zu machen. Das Schlimme daran ist, dass beide, aber vor allem Ken, dafür ihre Position ausgenutzt haben. Als Beamter bei der Polizei oder Ähnlichem hat man eben ein gewisses Ansehen bei den Bürgern und gilt als Autoritätsperson. Doch diese Autorität wurde schamlos ausgenutzt von den beiden. Um was? Um zu vertuschen, dass sie die ganzen Morde begannen haben? Immerhin gab es vier solcher Fälle und bei allen sah es so aus, als wäre ein geplatzter Drogendeal für die Opfer verantwortlich gewesen. Das Ganze war nicht mal schlecht eingefädelt. Denn dadurch, dass Kim und Banks selbst die Ermittlungen nach den ganzen Verbrechen geleitet haben, konnte man ihnen natürlich nicht auf die Schliche kommen bis Lauras Ex-Freund ein Opfer geworden ist und Laura ihm geglaubt hat.

Am Ende waren es ja Kim und Banks selbst, die sich verraten haben, da ja die Kamera lief und die beiden eindeutig als Täter identifiziert hat. Meiner Meinung nach kann man noch etwas Verständnis für Kim aufbringen, der in meinen Augen wirklich eher in die Sache mit hinein gezogen worden ist, da er halt ein besseres Leben für seinen behinderten Sohn wollte und sogar ins Gefängnis gegangen ist. Doch Banks hingegen rechtfertigt seine Taten mit seinem Job und damit die Bürger vor dem Abschaum zu schützen. Doch eigentlich misst er mit zweierlei Maß. Das Geld, was er für die Morde nimmt, stammen ja aus den verkauften Drogen oder irre ich mich? So oder so ist Banks in dieser Sache die treibende Kraft gewesen.

Ein weiterer erschreckender Punkt in dieser Sache ist für mich auch das Urteil der Geschworenen, die Banks tatsächlich in allen Punkten freigesprochen haben. Auf der einen Seite ist das sogar verständlich. Zum einen vertraut man der Polizei und zum anderen will man natürlich auch sicher leben. Allerdings hat Banks in meinen Augen eben auch deutlich gemacht, dass er in dieser Angelegenheit kein Gewissen hat und er alles und jeden verraten würde, nur um selbst vor dem Gefängnis bewahrt zu werden. Und er hat sehr deutlich gemacht, wie wichtig die Polizei ihren Job nehmen sollte, was den Geschworenen sicher imponiert hat, weshalb dieses überraschende Urteil gefällt wurde. Kein Wunder also, dass Eric von jetzt an um sein Leben fürchtet.

Randnotizen

  • Mir hat es sehr gut gefallen, dass wir ein bisschen mehr über Laura erfahren haben. Sonst wirkt sie immer so knallhart, aber diesmal zeigte sie auch wieder eine sehr weiche, fast verletzliche Seite. So ist sie mir gleich noch sympathischer!
  • Dylan Walsh als Hüter der Stadt hat mir sehr gut gefallen. Nichts hat dabei an den doch eher nervigen Sean McNamara aus "Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis" erinnert.



Fazit

So richtig weiß ich nicht, was ich über diese Folge denken soll. Die Thematik ist sicherlich interessant und auch gut inszeniert worden und dennoch konnte #1.12 Der Informant nicht ganz überzeugen. Vielleicht liegt es an der Urteilsverkündigung. Mir ist bewusst, dass nicht immer alles gut ausgehen kann, doch mir haben hier die Zweifel der Geschworenen etwas gefehlt.

Daniela S. - myFanbase


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