Bewertung: 2

Review: Muttertag (2.10)

Foto: Morena Baccarin, V - Die Besucher - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Morena Baccarin, V - Die Besucher
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das wars also, das potentielle Serienfinale. Und wie die Autoren es zuvor angekündigt haben, lässt die Serie den Zuschauer vollkommen unzufrieden zurück. Nichts wurde aufgeklärt. Nichts ging voran. Aber immerhin gab es Action. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Autoren gut noch die zwei Episoden gebraucht hätten, die ihnen seitens ABC genommen wurden. Vieles wirkt überstürzt und zusammengeschustert, doch beginnen wir von vorne...

"How long have you been tracking me?"

Erica unternimmt einen letzten Versuch, Anna auszuschalten. Dieses Mal soll es Lisa richten, die ihre Mutter mit einer Strahlenkanone wegpusten soll. Dazu fingiert die Fifth Column die Entführung Lisas und lockt Anna sogar von ihrem Schiff herunter. Als es hart auf hart kommt, versagen Lisa jedoch die Nerven. Anna bemerkt, dass ihre Tochter sie töten will, und Lisa lässt sich von Annas Gesülze über Liebe und Verlustängste beeindrucken. Die Quittung hierfür wird Lisa noch erhalten, aber dazu später mehr.

Es war unverantwortlich von Erica, der zarten, unsicheren Lisa die Bürde aufzuladen, ihre eigene Mutter umzubringen. Mir will nicht ganz klar werden, warum Hobbes nicht als "Verstärkung" in dem Lagerhaus geblieben ist und Anna persönlich abgeknallt hat. Stattdessen verschwindet er nach dem fehlgeschlagenene Attentat spurlos und überlässt die Fifth Colum ihrem Schicksal. Dass Hobbes nicht immer ganz ehrlich war und teilweise ein doppeltes Spiel spielte, war dem Zuschauer bewusst. Warum er jedoch so plötzlich das Weite sucht, ist mir persönlich unverständlich.

Erica ist verzweifelt und ruft Tyler an, der seiner Mutter natürlich kein Wort glaubt, als sie ihm von den "bösen Außerirdischen" erzählt. Als es für Erica nicht mehr schlimmer werden kann, wird sie entführt und erwacht in einer unterirdischen Anlage voller Menschen, die längst wissen, dass die Besucher nicht das sind, was sie vorgeben. Einen kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt erhält hier ein gewisser Lars Tremont, doch auch Kendrick und Bolling sehen wir noch einmal wieder, nur um zu erfahren, dass sie die ganze Zeit wussten, dass a) die Besucher nicht in Frieden kommen und b) Erica zur Fifth Column gehöhrt. Interessante Wendung, aber leider wohl zu spät.

"Now that's how you kill your mother."

Joshua und Ryan befreien derweil Diana, die die Regierungsgeschäfte der Besucher wieder übernehmen will. Zwar tritt sie tatsächlich vor ihre Untertanen und wird mit offenen Armen empfangen, ihr Ruhm währt jedoch nur kurz. Anna ersticht ihre Mutter hinterrücks mit ihrem Schwanz und lässt sie sterben. Vorbei ist es mit dem neuen Zeitalter und ein großartiger Charakter, der vollkommen unter seinen Möglichkeiten genutzt wurde, tritt spektakulär ab. Nun werden wir nicht mehr erfahren, was Diana wirklich im Schilde führte. Die ganze Staffel wurde darauf hingearbeitet, dass Diana ihre Tochter stürzt, eine neue Ära einläuten will und doch irgendetwas im Schilde führt, ven dem selbst ihre Mitwisser noch nichts ahnen. Was das war, wird der Zuschauer nun nicht mehr erfahren.

Der beste Moment des Finales gehört wieder einmal Morena Baccarin, die den oben zitierten Satz mit einer Eindringlichkeit ihrer Serientochter Lisa entgegenschmettert, dass es unter die Haut geht. Mehr hat die ganze Storyline an Bord des Schiffs jedoch nicht zu bieten.

Ryan und Joshua sind nach den ganzen Geschehnissen an Bord sprachlos. Gerade Joshua hätte doch wenigstens etwas gegen das heranreifende Ei unternehmen können, doch er sieht seelenruhig dabei zu, wie Lisa 2.0 geboren wird. Während 2.0 sich schließlich mit Tyler paart und ihn nach dem Sex tötet, wird die echte Lisa in den Bauch des Schiffs gesperrt, wo sie mitansehen muss, wie ihr Freund eine gefühlskalte Version ihrer selbst vögelt und dann das Zeitliche segnet. Tod Nummer zwei ist weit weniger spektakulär inszeniert, was jedoch nicht ins Gewicht fällt. Tyler ist schon längst belanglos geworden, so dass kein Hahn mehr nach ihm kräht.

Auch Tod Nummer drei, Ryan, lässt mich kalt. Nachdem Anna Diana getötet hat, kehrt Ryan zu seiner Tochter zurück, die ihm jedoch nicht verzeiht, dass er sie alleine gelassen hat. Als Ryan unbedacht darüber zu sinnieren beginnt, dass Anna "böse" ist, wird Klein-Amy wütend und stranguliert ihren Vater kurzerhand. Kurz und schmerzvoll, aber wenig eindrucksvoll.

Kurz erwähnt werden soll hier nur ganz kurz auch noch Chad Decker, der herrlich wenig zu tun hat und dann auf Annas Schiff beordert wird, nachdem diese nach all dem Trubel beschließt, das Erpresservideo von Lisas Entführung nochmal zu begutachten und Chads Stimme herausfiltern kann. Das wird für Chad nicht gut ausgehen können.

Und während Erica unten auf der Erde neue Verbündete findet, will Anna ein für alle Mal die Menschen gefügig machen. Sie versucht, ihren "Bliss" über sie auszubreiten, scheitert jedoch kläglich. Marcus appelliert an sie, sich nicht zu töten, doch Anna braucht gar nicht mehr weiter zu machen, denn Amy springt für sie in die Bresche. Sie nimmt allen Menschen, inklusive Jack, den Willen, so dass sie selig-grinsend gen Himmel schauen.

Fazit

Die Serie endet (vielleicht endgültig?) mit einem fiesen Cliffhanger. Anna und ihre Ziehtochter haben nahezu alle Menschen ihres Willens beraubt, während Erica verzweifelt neben Jack steht und gen Himmel mit ihm blickt. Keine Spannung, emotionslose Sterbeszenen und Charkatere die vollkommen sinnlos reagieren. So kann eine Serie nicht überleben. Vielleicht wäre es gut, hier den Stecker zu ziehen und die Geschichte in einem Fernsehfilm abzuschließen. Eine weiter Staffel mit Nonsense wie hier braucht die TV-Landschaft nicht mehr.

Melanie Wolff - myFanbase


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