Asylum Europe - Samstag, 22. Mai 2010

Jim Beaver

Achtung: Der Bericht enthält Informationen zu Episoden, die bisher noch nicht in Deutschland ausgestrahlt wurden.

Foto: Jim Beaver, AECON - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Jim Beaver, AECON
© myFanbase/Nicole Oebel

Jim Beaver wurde mit ebenso großem Jubel empfangen wie Misha Collins. Er schaute sich mit hochgeschlossener Jacke erstmal prüfend im Saal um und gab einige deutsche Kommentare zum Besten. Dabei wurde schnell klar, er kann nicht nur twittergerechte, auf 140 Zeichen begrenzte Brocken Deutsch, sondern weiß sich recht gut auszudrücken. Dass ihm dabei kleine Grammatikfehler unterliefen und die Sätze so klangen, als habe er eins zu eins aus dem Englischen übersetzt, machte das Ganze nur besonders liebenswert. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass durchaus eine ganze Menge Damen im Publikum saßen, drehte er sich um, knöpfte langsam seine Jacke auf - woraufhin schon erste begeisterte Rufe aus dem Publikum zu hören waren -, zog die Jacke genüßlich aus und drehte sich wieder zu uns. Auf seinem T-Shirt stand in genau demselben liebenswerten Deutsch, das er auch sprach: "Bobby Singer möchte Ihnen zeigen seine Panikzimmer. In privaten." Ein Begeisterungssturm brach aus, und Jim verzog keine Miene, sondern stelle sich in Pose und ließ sich erstmal in Ruhe feiern. Als dann aber einige Rufe laut wurden von jungen Damen, die seinem Angebot gerne nachkommen wollten, musste er doch einmal wegdrehen und loslachen.

Die Fragen wurden ihm allerdings trotzdem auf Englisch gestellt, obwohl er zuvor auf Deutsch darum gebeten hatte, langsam mit ihm zu sprechen, womit er doch wahrscheinlich das Deutsche gemeint hatte. Er ließ aber auch weiterhin ungefragt diverse deutsche Kommentare einfließen, so zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wie es war, im Rollstuhl zu drehen: "Nicht so Spaß!" Er erklärte, dass die Lichtdoubles und -techniker oft Stunden damit zubringen, eine Szene auf eine bestimmte Art auszuleuchten. Wenn er dann mit dem Rollstuhl nicht exakt die Markierung erreichte und der Regisseur meinte, er solle bitte 10cm nach rechts rutschen, dann stand bzw. saß er vor dem offensichtlichen Problem des "mal eben Rutschens" mit einem Rollstuhl.

Ein Mädchen stellte ihm die provokante Frage, warum Bobby am Ende der fünften Staffel nicht selber daran gedacht habe, von Crowley zu verlangen, ihm die Fähigkeit zu gehen, zurückzugeben. Da schaute Jim sie entrüstet an und fragte: "Do you know who you're talking to, young lady?" - womit er meinte, dass er nicht derjenige sei, der Bobbys Storylines schreibt. Für ihn gibt es auch unerklärliche Dinge in Bobbys Charakterentwicklung, so ist ihm zum Beispiel bis heute noch unklar, wie Bobby überhaupt besessen sein konnte. Jim fügte aber an, dass man dies wohlwollend mit künstlerischer Freiheit rechtfertigen könne. Dennoch stellte er klar, dass die Autoren in Los Angeles arbeiten, während Cast und Crew in Vancouver sind, wo ihnen die Skripte überreicht werden, ohne dass zumindest er die Autoren schon besonders häufig getroffen hätte. Er vermutet aber, dass Bobby einfach schon so kurz davor war, aufzugeben, dass er nicht mehr an seine Behinderung und an die Möglichkeit auf einen persönlichen Vorteil durch den Deal mit Crowley dachte.

Foto: Jim Beaver, AECON - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Jim Beaver, AECON
© myFanbase/Nicole Oebel

Auf die Frage nach seiner Beziehung zu Jared und Jensen und ob sie irgendwie mit der Vater-Sohn-Beziehung von Bobby zu Sam und Dean vergleichbar sei, erklärte Jim schlagfertig, Jared und Jensen wären wie ein Vater für ihn: ein etwas zu groß geratener, nicht gerade sehr schlauer Vater. Nachdem man vor lauter Lachen wieder etwas zu Atem kam, stellte er richtig, dass der Altersunterschied am Set zwischen ihnen nicht in dem Sinne zu spüren sei, als dass er eine Vaterfigur für die Jungs wäre. Sie sind einfach Kollegen und Freunde. Er ist gerne in ihrer Gesellschaft und - so Jim wieder bierernst - Jared und Jensen tären ihrerseits so, als wären sie auch gerne in seiner Gesellschaft.

Auch gab es im Zusammenhang mit Crowley die Frage nach dem Kuss. Jim schüttelte darauf nur resigniert den Kopf und erzählte, er habe Kripke jahrelang darum gebeten, mal jemandem zum Küssen in Bobbys Storyline einzubauen. Und wen bekomme er nach fünf Jahren der heißen Crossroad-Dämoninnen? Mark Sheppard - Jim konnte sein "Glück" kaum fassen, betonte aber, dass Mark Sheppard den Kuss selbstverständlich sehr genossen habe.

Auf die Frage, warum Bobby immer ein Cap trage, sagte Jim, die meisten Menschen könnten seine volle Pracht kaum ertragen, oder anders ausgedrückt "Jim hat bad hair." Lustig blieb es weiterhin, als er nach Streichen gefragt wurde, die Jared und Jensen ihm mal gespielt hätten. Auffälligerweise war es wieder Jared, der uch in Jims Geschichte der Anstifter war. Als Bobby in #3.10 Träum von mir im Krankenhaus lag und furchtbar emotionale Momente mit Sam und Dean am Krankenbett teilte, hatte Jared den herrlichen Einfall, Jims Zehen bei den Takes zu verdrehen. Jim erzählte aber ganz gelassen, dass er ihn damit nicht zum Lachen gebracht hat. Bobby sei standhaft geblieben.

Da wundert es kaum, was er auf die Frage antwortete, in welche Serie er Sam und Dean in #5.08 Changing Channels gesteckt hätte: "Deadwood" - damit sie mal den Staub und Dreck dieses phantastisch guten Western-Settings hätten schnuppern können. Er betonte, er wünsche sich eine Westernfolge für "Supernatural", womit er mir persönlich gleich eine doppelte Freude machte, denn nicht nur, dass ich vor Kurzem ein großer Fan der Serie "Deadwood" geworden bin, Jared und Jensen bzw. Sam und Dean in einem "Western" wünsche ich mir schon seit Jahren. Jim könnte sich die Jungs ansonsten auch in einer Koch-Show vorstellen, aber wem geht es da anders? Gibt es irgendwas, worin wir uns Jared und Jensen nicht vorstellen können?

Nicole Oebel - myFanbase

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Mehr zum Datenschutz Schließen