Mistresses (US) - Review des Piloten

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Mit "Mistresses" beschwört ABC eine britische Serie aus der Versenkung wieder herauf, die, mit Alyssa Milano in einer der Hauptrollen, eine neue Dramaserie zum Zeitvertreib für die Frauenwelt werden soll. Die Storyline wird von vier Frauen getragen, deren Liebesleben plötzlich verkompliziert werden. Durch die unterschiedlichen Frauentypen gelingt es jedoch sehr gut, den Schwerpunkt nicht zu sehr auf das Genre Drama zu legen, sondern ausgleichend Komik und Romantik zu bieten.

Die Charaktere

Bei der Auswahl der vier Hauptcharaktere wurde versucht, ein breites Spektrum an verschiedenen Charaktereigenschaften zu bieten, was durchaus gelungen ist. Savi, Joss, April und Karen könnten unterschiedlicher nicht sein und bieten so für die Zuschauer genügend Möglichkeiten, einen Teil von sich selbst in jeder der Figuren wiederzufinden. Durch ihr unterschiedliches Auftreten gelingt es den Autoren auch sehr gut, für jede eine individuelle Geschichte zu entwickeln, ohne jeder Frau nur eine Affäre anzuhängen. Dabei kann man wohl nur Karen und Joss als richtige "Mistress", also eine heimliche Geliebte, bezeichnen, wohingegen Savi eher einen One-Night-Stand hatte und April nur Bekanntschaft mit der Geliebten ihres Mannes macht. Gerade deswegen ist das Wechselspiel zwischen den Geschichten sehr unterhaltsam. Savi wird dabei etwas in den Vordergrund gerückt, da sie in die Affäre von Karen nach Thomas’ Tod mit hineingezogen wird, bei Aprils anonymen Anrufen das Ruder in die Hand nimmt und ihrer kleinen Schwester unter die Arme greift. Für Fans von Alyssa Milano lohnt es sich daher allemal einzuschalten, da sie nach ihrer langen Zeit bei "Charmed - Zauberhafte Hexen" bisher nur kleinere Rollen verkörperte und nun endlich wieder in einer Hauptrolle vor der Kamera steht.

Die Figuren sind liebevoll gestaltet worden und man bekommt schon in der Pilotfolge einen tieferen Einblick in Liebes- und Berufsleben, was einen sehr guten Start abgibt und neugierig auf mehr macht. Die Männerwelt ist um die vier Frauen ringsherum angelegt und bisher ganz deutlich nur in zweiter Linie präsent. Dabei wird der Fokus auch hier recht klar auf Savis Leben und ihren Mann Harry (gespielt von Brett Tucker, der mir gut aus "McLeods Töchter" bekannt ist), sowie ihren Liebhaber Dominic (Jason Winston George dürfte den "Grey's Anatomy"-Fans bekannt sein) gelegt, die auch wesentlich mehr Screentime hatten, als Thomas, Richard und Max.

Vergleich zum britischen Original

Das amerikanische Format geht auf die gleichnamige britische Serie aus dem Jahr 2008 zurück. Dabei wurde nicht nur auf die Idee zurückgegriffen, sondern die Charaktere quasi eins zu eins übernommen. ABC veränderte zwar die Namen und einige Nebensächlichkeiten, sonst gleichen sich die beiden Pilotfolgen bis auf den britischen Akzent jedoch wie ein Ei dem anderen. Für Fans des Originals bietet sich somit die Möglichkeit, ihre Lieblinge noch einmal wieder auferstehen zu sehen und die gleiche Geschichte noch einmal zu durchleben. Neueinsteigern bietet es die Möglichkeit, sich über die anstehenden Entwicklungen informieren zu können, indem sie die britischen "Mistresses" verfolgen, es sei denn, das US-Autorenteam wartet noch mit einigen Überraschungen auf. Es fällt außerdem auf, dass nicht an Produktionskosten gespart wurde und sowohl die Sets als auch die Kostüme aufwändig gestaltet sind, während im Original auf Schlichtheit wertgelegt wurde, was die Geschichte etwas intimer wirken lässt.

Fazit

Nachdem "Mistresses" schon im Februar 2012 in das Programm von ABC aufgenommen wurde, lies man die vorfreudigen Zuschauer 15 Monate bis zur Ausstrahlung des Piloten warten. Da im Jahr 2008 auch der amerikanische Sender Lifetime ankündigte "Mistresses" anhand des britischen Originals zu adaptieren, sanken die Hoffnungen, dass "Mistresses" es tatsächlich auf den Fernsehbildschirm schafft, über die Monate, da die Lifetime-Produktion nie veröffentlich wurde. Doch das lange Warten hat sich durchaus gelohnt. Mit der Kombination mehrerer Genres sowie der Besetzung mit vielen bekannten Seriengesichtern ist ABC eine sehr einladende Pilotfolge gelungen.

Marie Florschütz - myFanbase

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