Jahresrückblick - unsere Top-Serien 2016


Top-Serien von Jan H.


1. This Is Us, Staffel 1

Die brandneue US-Familienserie schafft es gleich in der Pilotfolge den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Ein toll harmonierender Cast, sympathische Figuren und eine interessante Erzählweise, die gekonnt Handlungsfäden verschiedener Zeitebenen zu kombinieren weiß, überzeugen zudem mit emotionalen und dramatischen Geschichten, die zu Herzen gehen, Gänsehaut erzeugen oder einem die Tränen in die Augen treiben. Dabei wird der Kitsch gekonnt umschifft und feiner Humor sorgt für den nötigen Ausgleich. Eine Familienserie fehlte seit langem wieder in meiner Serien-Rotation. "This Is Us" schafft dabei mit Leichtigkeit den Sprung von null auf Platz eins.

Foto: Club der roten Bänder - Copyright: 2016 Universum Film GmbH
Club der roten Bänder
© 2016 Universum Film GmbH

2. Der Club der roten Bänder, Staffel 2

Im vergangenen Jahr noch meine persönliche Nummer eins, muss sich "Der Club der roten Bänder“ in diesem Jahr nur ganz knapp mit Platz zwei geschlagen geben. Auch Staffel zwei kann das Niveau weiter unglaublich hochhalten und die Geschichten aus Staffel 1 spannend und glaubhaft weiterspinnen. Dabei verliert die Serie zu keiner Zeit die Eigenschaften, die sie in ihrem ersten Jahr so erfolgreich gemacht hat. Das hervorragende Ensemble zeigt weiter große Spielfreude und transportiert eine hohe Glaubwürdigkeit. Trotz der persönlichen und harten Schicksale ist man beim Zuschauen weiterhin gebannt zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode getrübt. Kleine Abstriche gibt es lediglich durch die mitunter recht zügig erzählten Geschichten, die sich gerne hier und da etwas mehr Zeit nehmen dürften. Das Staffelende lässt den Zuschauer mit einem fetten Kloß im Hals zurück. Die bereits angekündigte finale dritte Staffel verspricht der emotional, dramatische Höhepunkt zu werden. Ich halte schon einmal die Taschentücher bereit.

3. Looking, The Movie

Eigentliche keine eigene Staffel, sondern "nur“ eine XXL-Folge zum Abschluss der beiden vorangegangenen Staffeln als versöhnliches Geschenk an die treuen Fans. Im Zentrum steht natürlich die Frage, ob und für wen sich Patrick am Ende entscheiden wird. "Looking – The Movie“ hat dabei Vieles richtig gemacht. Alles fühlt sich schnell vertraut an, als würde man nach Hause kommen, wie ein Treffen mit alten Freunden. Die Freundschaft von Patrick, Dom und Agustin war zu spüren, vertraute (Neben-)Charaktere hatten mehr oder weniger große Auftritte und bieten damit noch einmal einen tollen Fan-Service. Viele kleine Anmerkungen in den Dialogen bauen auf früheren Szenen der Serie auf und selbst der obligatorische Auftritt von Patrick am Mikrofon durfte nicht fehlen und runden den Film zu einem gelungenen, wenn auch viel zu kurzen Serien-Revival ab. Durch die Vorgabe der Spielfilmlänge hapert es insgesamt ein wenig am glaubhaft inszenierten Storytelling. Dennoch lohnt sich die Rückkehr zu den drei Freunden nach San Francisco auch wenn ich traurig bin, dass "Looking" damit nun sein tatsächliches Ende gefunden hat.

4. Superstore, Staffel 2

Die Truppe aus dem "Cloud 9"-Supermarkt hat es mir bereits in der Anfang 2016 ausgestrahlten ersten Staffel schon sehr schnell angetan. Mit der seit Herbst laufenden Staffel 2 hat sich der hervorragende Cast aber noch besser eingespielt. Natürlich sind die Figuren alle Comedy-typisch überzeichnet, haben jedoch alle ihre liebenswerten Macken und ergänzen sich damit super. Neben den vielen skurrilen Alltagsgeschichten aus dem Supermarkt scheut sich "Superstore" aber auch nicht vor aktuellen Themen aus dem Zeitgeschehen und bringt beispielsweise passend zur US-Wahl auch eine klasse Folge zum Thema Wahlmanipulation an den Start. Besonders gut gefallen mir auch immer die kleinen, absurden Einstellungen, die zwischen die einzelnen Szenen geschnitten werden. Ich freue mich auf mehr "Attention Cloud 9 Shoppers"-Ansagen von Garrett und wähle die Serie als beste Sitcom auf Platz 4 meiner Jahrescharts.

5. No Tomorrow, Staffel 1

"No Tomorrow" erfindet sich in seiner Prämisse, dem Abarbeiten einer "Bucket List" zwar nicht neu, bietet aber eine charmant humorvolle Romantic Comedy mit einem bezaubernden Pärchen, skurrilen Nebenfiguren und einer Portion Absurdität, bei der das Zuschauen einfach Spaß macht und die wöchentlichen 40 Minuten wie im Flug vergehen. Natürlich ist das keine allzu anspruchsvolle Serienkost, das will die Serie aber auch gar nicht sein. Dennoch arbeitet sie fortlaufend an der Entwicklung ihrer Charaktere und bietet durchgängige Handlungsfäden, die die eigentliche Prämisse zwar nie vergessen, aber auch nicht zum dominierenden Thema werden lassen. Etwas vergleichbares habe ich aktuell nicht in meiner Serien-Rotation und würde es daher schade finden, wenn die Serie nach ihren 13 georderten Folgen bereits ihr verfrühtes Ende nähme.

6. Good Wife, Staffel 7 B

Eine der besten amerikanischen Network-Serien fand 2016 mit der zweiten Staffelhälfte nach sieben Jahren ihr Ende. Auch wenn "Good Wife" in der siebten Staffel leider nicht mehr ganz auf dem erzählerischen Höhenflug der Vorjahre ist, bot sie in weiten Teilen immer noch sehr gute, unterhaltsame und dramatische Unterhaltung. Die Serie hat sich über ihr siebenjährige Laufzeit ein interessantes und spannendes Universum aus vielschichtigen Charakteren und Handlungen erschaffen, das in schöner Regelmäßigkeit auch aktuelle Themen aus der Gesellschaft geschickt in Rechtsfälle eingebunden hat. Neben dem tollen Ensemble darf auch der "Good Wife"-typische feine Humor noch einmal aufblitzen und führt die Serie in einer nicht unumstrittenen, aber durchaus effektvollen Szene zu ihrem rühmlichen Ende. Wer mehr aus dem Serienuniversum sehen will, hat mit dem im Februar 2017 startenden Spin-off "The Good Fight" die Gelegenheit dazu.

7. Saving Hope, Staffel 4 B

Auch in diesem Jahr reiht sich "Saving Hope" trotz gerade einmal sieben ausgestrahlter Folgen der vierten Staffel noch vor "Grey’s Anatomy" in puncto Krankenhaus-Serien ein. Zum Ende der Staffel nehmen die persönlichen Geschichten, insbesondere Alles rund um Charlie, noch einmal mehr Raum ein und endet in einem packenden Finale, das in der bereits verkündeten finalen fünften Staffel nun hoffentlich seine Auflösung findet und im Verlauf auch einen verdienten Serienabschluss bekommt. Die Aufmerksamkeit eines "Grey’s Anatomys" hat die Serie trotz bekannter Seriengesichter außerhalb Kanadas leider nie gefunden, so dass ich mit der Aufnahme in meine Top 10 erneut eine Lanze für Charlie und Co brechen will.

Foto: Justin Chambers & Camilla Luddington, Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios; ABC/Mitch Haaseth
Justin Chambers & Camilla Luddington, Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios; ABC/Mitch Haaseth

8. Grey’s Anatomy, Staffel 12 B

Ich zitiere mich bezüglich "Grey’s Anatomy" gerne selbst und verweise an dieser Stelle einfach rauf meinen Beitrag zu Staffel 12 A aus dem Vorjahr: "Eine der wenigen noch verbliebenen Veteranen unter den derzeitigen amerikanischen Networkserien kann mich in der (...) zwölften Staffel wieder überraschend gut unterhalten. Im Gegensatz zu "Saving Hope" sind es hier aber weniger die Patientenfälle als vielmehr die zwischenmenschlichen Beziehungen und Geschichten, die mich überzeugen können. Altgediente Darsteller und Neuankömmlinge fügen sich harmonisch zusammen und die Autoren erzählen, nach der ein oder anderen Durststrecke in vergangenen Staffeln, wieder spannende und emotional packende Geschichten. So macht "Grey’s Anatomy" (...) Spaß!. Auf die derzeit bereits laufende und inhaltlich noch etwas unfokussierte Staffel 13 lässt sich das bisher noch nicht ganz übertragen, so dass ich mich an dieser Stelle noch einmal für Staffel 12 entschieden habe.

Foto: Antony Starr, Banshee - Copyright: Fred Norris/Cinemax
Antony Starr, Banshee
© Fred Norris/Cinemax

9. Banshee, Staffel 4

Auch wenn Staffel 4 nicht die Beste geworden ist, soll auch "Banshee" mit seinem Serienabschluss in dieser Auflistung eine Erwähnung finden. Der ungewöhnliche Mix aus Drama, Gewaltausbrüchen und Sex ist sicher nicht jedermanns Sache, auch ich schwankte beim Zuschauen stets zwischen Faszination und Anwidern. Dennoch ist der Serie alles in allem ein guter Abschluss gelungen, wenn man einmal den etwas unnötigen Serienkiller-Handlungsstrang außer Acht lässt. Eine Konzentration der Geschichte auf die Hauptcharaktere der vergangenen Staffeln hätte der verkürzten Staffel sicher besser getan. Dennoch kamen die persönlichen Geschichten nicht zu kurz und zu einem ihren Figuren entsprechenden runden Ende.

Foto: Hayden Panettiere & Connie Britton, Nashville - Copyright: 2012 Andrew McPherson/ABC/Lionsgate
Hayden Panettiere & Connie Britton, Nashville
© 2012 Andrew McPherson/ABC/Lionsgate

10. Nashville, Staffel 4 B

Auch in diesem Jahr reiht sich "Nashville" als mein persönliches Guilty Pleasure am Ende meines aktuellen Serien-Rankings ein. Was für die Staffel 4 A galt, ändert sich auch in der zweiten, im Jahr 2016 ausgestrahlten Staffelhälfte nicht grundlegend. Inhaltlich dreht sich vieles im Kreis, dennoch trifft das Serien-Universum mit seinem tollen Cast und der grundsätzlichen Thematik der Country-Musik genau meinen Geschmack. Die Soap-Elemente gehören zwar schon immer zur Serie, dürfen in Zukunft aber gerne etwas zurückgeschraubt werden. Wäre da nicht die letzte Szene, hätte das Ende von Staffel 4 auch ein hervorragendes Serienfinale abgegeben. Mit der überraschenden Verlängerung und dem Senderwechsel von ABC zu CMT, bekommen wir Fans aber nun doch eine Auflösung und können leise hoffen, dass auch inhaltlich der Fokus mehr auf Musik als auf Drama gelegt wird.

Jan H. - myFanbase

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