DVD-Rezension: Private Practice, Staffel 6

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Die sechste Staffel von "Private Practice" sollte die letzte sein. Nachdem Kate Walsh während der Ausstrahlung der fünften Staffel verkündet hat, dass sie nur noch für 13 Episoden zur Verfügung stehen wird, war klar, dass es mit "Private Practice" zu Ende geht. Ohne den Hauptcharakter Addison Montgomery hätte die Serie nicht viel Sinn gemacht und so ist es gut, dass die letzte Staffel sich noch einmal auf alle Charaktere konzentrieren konnte und jedem Charakter ein würdiges Ende verschafft hat, mit dem man sich auch abfinden kann. Shonda Rhimes hatte im Vorfeld angekündigt, dass sie durch die beschränkte Anzahl der Episoden nun verschiedene Richtungen ausprobieren kann und so wurde jede Episode aus einem anderen Blickwinkel gedreht und hat sich letztlich von den ersten fünf Staffeln abzeichnet. Und obwohl alle Charaktere ihr Ende bekommen, gibt es einen Charakter, dessen Tod man verarbeiten musste und der wohl zur schrägsten Episode der gesamten Serie geführt hat. Petes Beerdigung sorgte für Aufsehen und markierte die 100. Episode von "Private Practice". Es ist viel passiert in den 13 Episoden und doch vermisst man die Serie sehr, auch wenn sie für den ein oder anderen sicherlich unzufriedenstellend geendet hat.

Die sechste Staffel lief in den USA vom 25. September 2012 bis zum 22. Januar 2013 auf ABC. Die deutsche Ausstrahlung begann am 9. Januar 2013 auf ProSieben.

Inhalt

Foto: Kate Walsh & Benjamin Bratt, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Kate Walsh & Benjamin Bratt, Private Practice
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Addison muss am Ende der fünften Staffel eine wichtige Entscheidung treffen - Jake Reilly oder Sam Bennett? Sie entscheidet sich schließlich für Jake und möchte mit ihm eine Familie gründen. Mit Henry an ihrer Seite ist die Ärztin glücklicher als je zuvor, doch auch in der finalen Staffel muss sie sich mit einigen Problemen auseinandersetzen. Sei es die biologische Mutter von Henry oder die Vergangenheit von Jake. Dennoch gibt es für sie ein Happy-End. Das trifft auch auf Amelia Shepherd zu, die nach ihre Drogenvergangenheit und dem Verlust ihres Babys zu kämpfen hat. Doch schon bald tritt ein neuer Mann in ihr Leben und mit James Peterson an ihrer Seite ist plötzlich alles sehr viel einfacher. Auch für Sheldon Wallace wird vieles einfacher, obwohl er schlimme Neuigkeiten bezüglich seiner Gesundheit erfährt. Mit dieser hat auch Charlotte King zu kämpfen, die in der finalen Staffel schwanger mit Drillingen wird. Für die Frau, die niemals Mutter werden wollte, ist das ein großer Schlag, doch zum Glück hat sie Cooper Freedman an ihrer Seite, der sie in jeder Lebenslage unterstützt. Die beiden müssen sich mit einem letzten großen Problem auseinandersetzen, bis sie am Ende glücklich sein können.

Violet Turner muss zu Beginn der Staffel auch einen großen Schock überstehen, denn Pete hat einen Herzinfarkt nicht überlebt und so müssen die Praxismitglieder schon sehr früh Abschied von ihm nehmen. Die 100. Episode setzt sich mit Petes Beerdigung auseinander und jeder der Ärzte reagiert anders auf den Tod ihres Freundes. Derweil muss Sam mit Addisons Entscheidung leben und er stützt sich in eine neue Beziehung, die ihm leider nicht das Gefühl gibt, das er erwartet. Zusätzlich erfährt er die Wahrheit über seinen Vater und gerät dabei mit seiner Mutter aneinander. Letztlich findet aber auch er sein Glück, genauso wie Violet, die lernt, auf sich alleine gestellt zu sein.

Rezension

Foto: Amy Brenneman, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Amy Brenneman, Private Practice
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Petes Tod war ein harter Schlag. Nachdem er und Violet endlich auf dem richtigen Weg waren, steht sie nun mit Baby Lucas alleine da und muss Petes Tod verarbeiten. Dabei kommen starke Gefühle zum Vorschein, bei denen vor allem die Wut Überhand gewinnt. Das zeigt sich wunderbar in der zweiten Episode der Staffel, die sicherlich eine der seltsamsten Episoden von "Private Practice" war. Doch sie hat auch dafür gesorgt, dass alle kommenden Episoden etwas besonderes hatten. Jeder Charakter bekommt seine eigene Folge und seine eigene letzte Story, die schließlich zu einem Happy End führt. Violet muss sich nach Petes Tod mit dem Leben als alleinerziehende Frau konzentrieren und ihr Verhalten ist nicht mehr so nervig, wie in den Staffeln zuvor. Ihr Ende als Single und Autorin ist ein gut gewähltes Ende und man wird sie dank der letzten Worte, nämlich dass ihr Buch "Private Practice" heißt, in guter Erinnerung behalten. Dasselbe trifft auch auf Sheldon zu, der in der letzten Staffel mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Er hat Prostatakrebs und obwohl das für ihn sehr schlimm sein muss, so trifft er dadurch auf die Liebe seines Lebens. Bei seiner Behandlung lernt er Miranda kennen und lieben und die Story der beiden ist so süß geschrieben, dass man hier auch mit einem glücklich Gefühl zurück bleibt, obwohl man weiß, dass beide Krebs haben. Dennoch ist es süß, wie sich ihre Liebesgeschichte entwickelt und es ist schön zu sehen, dass Sheldon trotz allem doch noch seine große Liebe findet. Nach all dem Pech, den er mit Frauen hatte, hat er sich diese Liebesgeschichte auf jeden Fall verdient.

Foto: Benjamin Bratt, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Benjamin Bratt, Private Practice
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Das beste Liebesende findet jedoch Addison, die sich letztlich für Jake entscheidet und damit die beste Entscheidung ihres Lebens trifft. Die beiden passen wie die Faust aufs Auge zusammen und es ist schön, dass Sam hier nicht erneut ein Störfaktor wurde. So konnte man sich wunderbar auf Addison und Jake, sowie ihre Probleme konzentrieren und dabei das Beste aus beiden Charakteren herausholen. Jake hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt seiner Tochter gegenüber und kann nicht damit leben, dass diese mit einem viel älteren Mann zusammen ist. Man kann es ihm nicht verübeln, doch das führt nicht nur zu Problemen mit seiner Tochter, sondern auch mit Addison. Mildred, die Sozialarbeiterin, die für Henry zuständig ist, sieht, dass Jake eine Bedrohung für Henry sein könnte und möchte deshalb Addison das Baby wegnehmen. Diese muss sich schon zuvor mit der biologischen Mutter von Henry auseinandersetzen und als ihre Beziehung mit Jake auf dem Spiel steht, weiß man gar nicht mehr, was man denken soll. Es bricht einem das Herz, dass Addison nach all den Jahren immer noch nicht ihr Glück finden kann und Jake sich selbst im Weg steht. Als er jedoch endlich Abschied von seiner Frau nimmt und für Addison und Henry kämpft, ist die Hochzeit der beiden ein sehr schönes Geschenk für die Zuschauer.

Das bezieht sich jedoch nur auf die Beziehung von Jake und Addison, denn diese Hochzeit führt auch dazu, dass Sam sein Happy End findet und zwar mit Naomi. Nachdem er in Stephanie eine gute Frau gefunden hat, die ihn glücklich gemacht hat und der er zwei Mal das Herz gebrochen hat, verdient er eigentlich gar kein Happy End. Und das nicht mal, nachdem er erfährt, dass er aus einer Affäre seiner Mutter entstanden ist und seinen Vater zwar immer in der Nähe hatte, jedoch nichts von ihm wusste. Die Episode, in der Sam im Vordergrund steht, war sicherlich auch etwas ganz Besonderes in dieser Staffel und wird immer in Erinnerung bleiben, doch Sams Verhalten hat ihn nicht gerade zum Sympathieträger gemacht. Deshalb ist sein Ende mit Naomi auch nicht zufriedenstellend, da es überstürzt war und die Beziehung und all die Probleme zwischen Addison und ihm zunichte gemacht hat. Da jedoch alle anderen Charaktere ein schönes Ende bekommen, kann man hier letztlich drüber hinweg sehen und wird die Serie auch so vermissen.

Foto: Caterina Scorsone, Private Practice - Copyright: 2012 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Caterina Scorsone, Private Practice
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Amelia hingegen verdient ihr Happy Ende allemal. Nachdem sie in der letzten Staffel soviel durchmachen musste, gönnt man ihr ihre Beziehung mit James von ganzem Herzen. Matt Long war in der finalen Staffel eine wahre Bereicherung und man hat ihn sofort ins Herz geschlossen. Sein Verhalten Amelia gegenüber war sehr süß und seine Bemühungen haben sich gelohnt, denn er geht sehr sorgfältig mit ihr um und Schritt für Schritt kann sie Vertrauen zu ihm aufbauen. Sie kommt über Ryan hinweg und kann sogar wieder an Babys denken. Mit James an ihrer Seite kann man sich das Leben der beiden sehr gut vorstellen und es ist schön, dass sie mit einem so sympathischen Charakter zusammen ist.

Doch die beste Storyline in der finalen Staffel stellt das beste Paar der Serie in den Vordergrund - Charlotte und Cooper. Die beiden bleiben bis zum Ende hin das beste Paar und die besten Charaktere. Was sie in all den Jahren durchmachen mussten, möchte man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Doch am Ende sind sie zusammen glücklich und haben eine große Familie. Man hätte nie vermuten können, dass Charlotte irgendwann schwanger wird und doch sind es gleich Drillinge. Zu Beginn war das eine sehr amüsante Handlung, die vor allem dank Cooper sehr witzig ausgearbeitet wurde. Doch nach den Komplikationen und der Frühgeburt von Baby Georgia wurde alles sehr ernst und man hat nur noch mit diesem Paar gelitten. Zum einen haben sie ein Baby, das in Lebensgefahr schwebt und zum anderen muss Charlotte im Bett liegen bleiben, damit sich die beiden anderen Babys normal entwickeln können. Das kann und will man sich eigentlich nicht vorstellen und doch ist die Handlung so gut ausgearbeitet, dass sie das Beste aus den Charakteren herausholt und uns eine spannende und interessante Entwicklung bietet. Als Charlotte schließlich ihre Babys im Arm hat und die kleine Familie auch noch ihr Traumhaus bekommt, kommt man selbst um ein paar Tränen nicht herum und die Vorstellung, dass sie immer noch glücklich in diesem Haus wohnen, ist wohl das beste Geschenk, das uns Shonda Rhimes am Ende dieser finalen Staffel schenken konnte.

Specials

Foto: Copyright: 2013 ABC Studios
© 2013 ABC Studios

Die Aufmachung der DVD-Box unterscheidet sich farblich von den Vorgängern und wird in einem hellen blau gehalten. Das Coverbild ist gelungen und zeigt den fröhlichen Cast in schönen Outfits, was für die Serie spricht, da die Charaktere immer schöne Kleidung getragen haben. Zudem kommt, dass die Bilder auf der Box und auch auf den Discs nicht verpixelt sind, sodass man mit der letzten Staffel zufrieden sein kann.

Die DVD-Box besteht aus drei Discs, auf denen alle 13 Episoden der sechsten Staffel zu finden sind. Alle Extras befinden sich auf der dritten Disc und auch dieses Mal gibt es Musik, wenn man durch das Menü geht. Dieses Mal ist die Musik jedoch langsam und wirkt im Gegensatz zu den anderen Staffeln überhaupt nicht störend.

Viele Extras hat die Box zur letzten Staffel leider nicht zu bieten. Es gibt nur zusätzliche Szenen zu mehreren Episoden, sowie die verpatzen Szenen der Schauspieler, die auf jeder Box zu finden sein sollten und auch hier wieder sehr unterhaltsam sind. Zum Abschluss der Serie wäre es schön gewesen, wenn es Interviews oder Abschiedsaufsager der Schauspieler gegeben hätte, die sich auf ihre Weise von der Serie verabschieden.

Technische Details

Veröffentlichungsdatum: 10. Oktober 2013
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 559 Min.
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Die sechste und finale Staffel von "Private Practice" war definitiv anders, sollte jedoch in keiner Sammlung fehlen. Fast jeder Charakter bekommt sein Happy End, die Storys werden zu Ende geschrieben und bis auf die Entwicklung zwischen Sam und Naomi kann man mit dieser Staffel sehr zufrieden sein. Besonders Cooper und Charlotte, sowie Jake, Addison und Amelia haben eine tolle Storyline bekommen, mit der man die Serie wunderbar abschließen kann. Schade, dass es keine Kommentare der Schauspieler zum Abschluss der Serie gibt, doch das sollte niemanden daran hindern, sich auch die letzte Box der Serie zu kaufen.

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Alex Olejnik - myFanbase

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