Nebenveröffentlichungen 2010

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Beste EP

Paulina Banaszek meint:

#1 Moddi - Rubbles
Irgendwo in Skandinavien muss es ein Nest geben. Denn mit Moddi kommt schon der nächste vielversprechende junge Singer/Songwriter aus dem hohen Norden daher, der mit seinem Fingerspitzengefühl und Gespür für Stimmungen schon bald die ganze Welt erobern könnte. Seine "Rubbles"-EP ist ein Vorgeschmack auf das hierzulande Ende Januar erscheinende Debütalbum "Floriography" und bietet ein grandioses Wechselspiel zwischen bittersüßer Melancholie und aufbrausender Wucht, friedlicher Stille und donnerndem Grollen. Mit Gänsehaut-Garantie.

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#2 Sufjan Stevens - All Delighted People EP
Fast ein ganzes Jahr lang spukte mir die unwiderstehliche Melodie von "All Delighted People" im Kopf herum nachdem der werte Herr Stevens mir das Lied auf einem seiner wenigen Konzerte im Herbst 2009 zielsicher ins Langzeithirn pflanzte. Dementsprechend hüpfte auch mein Herz, als im Spätsommer 2010 die gleichnamige EP wie vom Himmel fiel und darauf gleich zwei unterschiedliche Versionen dieses wunderbaren Songs zu finden waren. Neben sechs weiteren Großtaten wohlgemerkt. I raise my hands.

#3 The Tallest Man on Earth - Sometimes the Blues Is Just a Passing Bird
Sein Debüt wollte und wollte einfach nicht zünden. Zu sehr erinnerte mich die seeehr gewöhnungsbedürftige Stimme von Kristian Matsson einfach an den (teils regelrecht unerträglich) nölenden Bob Dylan. Doch mit "King of Spain" hatte er mich. Weswegen ich seinem zweiten Album "The Wild Hunt" eine Chance gab und schon bald nicht genug kriegen konnte von seiner Musik. Da kam mir diese äußerlich wie innerlich ganz wundervolle EP natürlich mehr als recht. Fünf bezaubernde Songs, die ihren Album-Kollegen in nichts nachstehen und mir Hoffnung machen, dass auch Bob Dylan irgendwann den Weg in mein Herz findet.


Willi S. meint:

Foto: Copyright: Asthmatic Kitty Records
© Asthmatic Kitty Records

#1 Sufjan Stevens - All Delighted People EP
Welch tolles Musikjahr für so eingefleischte Sufjanatics wie mich! Mit dieser einstündigen(!), stellenweise an seinen Geniestreich "Seven Swans" erinnernden EP und einem zusätzlichen Album, auf dem er seine wiederentdecke Leidenschaft für elektronische Spielereien auslebte, ließ Herr Stevens 2010 keine Fanwünsche offen. Epische Hymnen wie "The Owl and the Tanager" oder "Djohariah" beweisen einmal mehr, dass dieser Mann völlig zu Recht als eines der größten Songwriter-Talente der Gegenwart gehandelt wird.

#2 Best Coast - Make You Mine
Auch wenn ihr (sehr feines!) Debütalbum meines Erachtens nicht ganz mit den diversen Demoaufnahmen und Vorabveröffentlichungen - insbesondere dieser umwerfenden 4-Song-EP - mithalten konnte, so zählt Bethany Cosentino für mich dennoch zu den interessantesten Newcomern des Jahres. Dank maximalem Ohrwurmfaktor werden mir "Over the Ocean" & Co bestimmt noch lange Zeit als persönlicher Soundtrack des Sommers 2010 in Erinnerung bleiben.

#3 The Tallest Man on Earth - Sometimes the Blues Is Just a Passing Bird
Ähnlich wie Sufjan Stevens überraschte heuer auch Kollege Kristian Matsson binnen kurzer Zeit mit einem großartigen Album ("The Wild Hunt") und dieser qualitativ ebenbürtigen EP. Allein schon wegen "The Dreamer" darf das schwedische Folk-Talent bei einer Auflistung der Jahreshighlights nicht unerwähnt bleiben: "Sometimes the blues is just a passing bird. And why can't that always be? Tossing aside from your birch's crown just enough dark to see how you're the light over me."


Christian Finck meint:

#1 Robyn - Body Talk Pt. 1
Unsere liebste Schwedin Robyn nahm sich in diesem Jahr vor, ihre Fans häppchenweise zu verwöhnen. Dabei sind gleich drei EPs entstanden, die auch alle 2010 veröffentlicht wurden. Die erste Veröffentlichung stellt dabei das große Highlight dar. "Body Talk Pt. 1" enthält neben den hitverdächtigen Songs "Dancing on My Own" und "Dancehall Queen" auch versteckte Perlen, wie die fantastische, simpel gehaltene Version von "Hang With Me".

#2 Keane - Night Train
"Night Train" hat eine recht komische Geschichte. Ursprünglich war es nur eine Sammlung an Songs, die während der letzten Tour entstanden sind. Nachdem man auch noch den, durch die Fussball-WM bekannt gewordenen, Sänger/Rapper K'Naan ins Boot geholt hatte, erkannte man das Potential der Stücke und veröffentlichte diese als "Night Train EP". Die Jungs von Keane wurden durch den Erfolg bestätigt. Nicht nur dank der grandiosen Single "Stop For a Minute" schaffte es die EP an die Spitze der britischen Charts!

#3 The Saturdays - Headlines
Meine Liebe zu Girlgroups seit Kindheitstagen ist kein Geheimnis. Dieses Jahr war in dieser Hinsicht jedoch sehr trist, u.a. durch den Megaflop der Sugababes im Frühjahr. Doch The Saturdays, die bereits mit ihren Alben "Chasing Lights" und "Wordshaker" die Charts auf der Insel stürmten, gestalteten das Jahr für Girlbands etwas sonniger. Ihr Minialbum "Headlines" enthält nicht nur die Top Ten-Singles des letzten Albums, sondern auch neue Hits wie "Missing You" und "Higher", die alle einfache, aber grandiose Rezepte verwenden. Das kann die Wartezeit bis zum nächsten Girls Aloud-Album wenigstens etwas versüßen. (Headlines ist im herkömmlichen Sinne eigentlich keine EP, sondern ein Minialbum. Ich oute mich freiwillig!)


Maria Gruber meint:

#1 Junip – Rope and Summit
Fünf (!) Jahre ist es her, dass Junip ihre erste EP "Black Refuge" auf den Markt gebracht haben. 2010 wurden die Fans dann endlich für ihre Geduld belohnt und durften im September nicht nur das geniale Debütalbum "Fields" in den Händen halten, sondern fünf Monate zuvor im Mai die EP "Rope and Summit". Diese deutete bereits das an, was im Album perfektioniert werden würde: eine enorm rhythmische, klanglich aufgeladene Musik, verträumt und originell, die Junip stark aus der Masse abhebt.

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#2 Angus & Julia Stone – Big Jet Plane
Nicht umsonst gewann "Big Jet Plane" der australischen Geschwister Angus und Julia Stone den Australian Recording Industry Association's Award für die Single des Jahres 2010. Wenn Angus zu sanften Streicherklängen anfängt zu singen ("She said, hello mister, pleased to meet you. I want to hold her, I want to kiss her..."), steht die Zeit einfach still. Doch neben "Big Jet Plane", "Living on a Rainbow" und "My Malakai" ist es die eigenwillige, aber brillante Interpretation des "Grease"-Klassikers "You're the One that I Want", die einen bleibenden Eindruck beim Hörer hinterlässt. Nie hätte man es für möglich gehalten, dass aus der energetischen Tanzhymne ein solch tieftrauriges Lied werden könnte.

#3 Lucky Fish – A Frog on the Highway
Die vier Jungs aus München haben bereits eine EP und ein Album hinter sich und veröffentlichten zum Ende des Jahres ihre zweite EP "A Frog on the Highway" beim Indielabel Flowerstreet Records. Doch ihre Songs handeln nicht, wie man vielleicht befürchten mag, von Fischen und Fröschen, im Gegenteil, ihre Britrock-Lastigkeit überzeugt von Anfang bis Ende. Wer weiß, vielleicht wird diese EP oder eventuell das nächste Album der ganz große Wurf. Zu wünschen wäre es ihnen.

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