DVD-Rezension: Orphan Black, Staffel 4

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Die preisgekrönte Serie "Orphan Black" mit der wunderbaren Tatiana Maslany in der Hauptrolle, der verdientermaßen endlich ein Emmy verliehen wurde, geht in die vierte Runde und zieht ihre Zuschauer mit neuen Wendungen und Enthüllungen erneut in den Bann.

Inhalt

Die Organisation Neolution heftet sich erneut an die Fersen von Sarah (Tatiana Maslany), die dadurch zur Flucht aus Island gezwungen ist. Zurück bei ihren Schwestern müssen sie gemeinsam einen Weg finden, sich vor den skrupellosen Machenschaften ihrer Schöpfer zu schützen, was vor allem Sarah an ihre psychischen Grenzen treibt. Unterstützung bekommen sie von dem mysteriösen Klon M.K., bei der man sich allerdings nie wirklich sicher sein kann, ob sie wirklich vertrauenswürdig ist, denn sie teilt eine geheimnisvolle Vergangenheit mit dem Klon, mit dem alles begann - Beth Childs.

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In Rückblicken erfährt der Zuschauer, wie Beths Leben vor ihrem Selbstmord aussah und was sie in den Abgrund getrieben hat. Droht Sarah ein ähnliches Schicksal? Auf Cosima lastet derweil die Sorge um Delphine (Evelyne Brochu), von der, nachdem sie angeschossen wurde, jede Spur fehlt. Gleichzeitig forscht sie weiterhin fieberhaft nach einem Heilmittel, wobei sie Hilfe von Scott (Josh Vokey) bekommt, mit dem sie sich ein Labor im Keller eines Comicladens eingerichtet hat. Alison und Donnie (Kristian Bruun) beherbergen noch immer die schwangere Helena und geraten mit dem Gesetz in Konflikt.

Krystal begibt sich auf ihre ganz eigene Suche nach der Wahrheit und ist dieser näher, als sie glaubt. Auch Felix (Jordan Gavaris) begibt sich auf eine persönliche Reise zu seinen Wurzeln und lernt seine leibliche Schwester Adele (Lauren Hammersley) kennen, der Sarah kein Stück vertraut, was zum Konflikt zwischen ihr und ihrem Adoptivbruder führt. Rachel wird währenddessen auf einer Insel gefangen gehalten und das von niemand geringeren als ihrer eigenen Mutter - die tot geglaubte Susan Duncan (Rosemary Dunsmore).

Rezension

Die vierte Staffel der Klon-Serie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt sogar noch vor Beginn der Serie. Gleich in der ersten Episode bekommen wir den Klon zu sehen, mit dem alles begonnen hat - Beth Childs. Beth war bisher immer ein Mysterium. Wir haben sie nur kurz vor ihrem Tod zu Gesicht bekommen, wussten bisher aber nicht den Grund für ihren Selbstmord, geschweige denn, wie sie gelebt hat. Das ändert sich mit der vierten Staffel und man erfährt, dass sie Sarah ziemlich ähnlich war. Beide lasten unter dem Druck, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden zu wollen und gleichzeitig ihre Schwestern zu beschützen. Beth ist an diesem Druck letztendlich zerbrochen und auch Sarah droht in dieser Staffel ein ähnliches Schicksal.

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Jordan Gavaris, Orphan Black
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Durch die Rückkehr zu den Anfängen kehrt auch ein alter Feind der Klone zurück, nämlich Neolution, was ein kluger Schachzug seitens der Macher ist. Durch das Einführen verschiedener Organisationen und der Castor-Klonen wurde die Serie in den letzten Staffeln zwar komplexer, aber auch komplizierter. Hier konzentriert man sich eher wieder auf das, was in der ersten Staffel funktioniert hat. Auch alte Gesichter, wie Dr. Leekie (Matt Frewer), kehren zurück und die Flashbacks beantworten Fragen, die man sich bereits seit der ersten Staffel gestellt hatte. Somit fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

An der dritten Staffel hatte ich bemängelt, dass mir die Interaktion zwischen den Schwestern gefehlt hatte und das Felix und Art sich immer mehr zu Randcharakteren, ohne eigenständige Storylines, entwickelt hatten. Anscheinend sahen das auch die Macher der Serie so, denn an beiden Kritikpunkten wurde in der vierten Staffel gearbeitet. Vor allem die Beziehungen der Schwestern untereinander werden gestärkt und gemeinsam arbeiten sie daran, Neolution Einhalt zu gebieten. Felix nimmt dagegen ein wenig Abstand von Sarah und den anderen und geht auf eine Reise zu seinen eigenen Ursprüngen, indem er seine leibliche Schwester aufspürt. Das sorgt für interessante Konflikte zwischen Sarah und Felix, da sie Adele nicht traut.

Foto: Rosemary Dunsmore, Ari Millen & Jessalyn Wanlim, Orphan Black - Copyright: polyband
Rosemary Dunsmore, Ari Millen & Jessalyn Wanlim, Orphan Black
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Adele bringt mit ihrer Art frischen Wind in die Serie und es ist spannend mal wieder jemanden zu sehen, der nicht in das Klongeheimnis eingeweiht ist. Mittlerweile ist ja nun schon jeder Mitglied im Klon-Club, abgesehen von Krystal, die mit ihren lustigen Sprüchen auch in dieser Staffel für komödiantische Highlights sorgt. Sie stellt ihre eigenen Ermittlungen an und es ist faszinierend und urkomisch zu sehen, wie sie die Hinweise einerseits richtig, aber auch komplett falsch zusammenfügt. Ein weiterer neuer Klon ist M.K., die als Bindeglied zwischen der Gegenwart und Vergangenheit fungiert, da sie damals in Kontakt mit Beth stand und sie bei ihren Ermittlungen unterstützt hatte.

Schon in der letzten Staffel war die sechste Episode das Highlight und ein Wendepunkt in der Story und auch hier ist es erneut die sechste Episode, in einer diesmal durchgängig starken Staffel, die besonders positiv hervorsticht. Wieder muss der Zuschauer sich von einem Charakter verabschieden, und auch wenn die Person nicht so präsent in der Serie war, wie Paul (Dylan Bruce), ist der Tod dennoch emotionaler. Apropos Tod, auch das vermeintliche Ableben von Delphine wird natürlich thematisiert, was sich durch die komplette Staffel zieht und letztendlich in Episode #4.09 aufgelöst wird. Meiner Meinung nach war es sinnlos die Auflösung so hinauszuzögern, da wohl jedem die Antwort auf die Frage, ob Delphine überlebt hat, klar war.

Foto: Ari Millen & Tatiana Maslany, Orphan Black - Copyright: polyband
Ari Millen & Tatiana Maslany, Orphan Black
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Helena, eine meiner Lieblingsklone, rückt leider immer weiter in den Hintergrund. Es scheint fast so, als wüssten die Macher der Serie nichts mehr mit ihr anzufangen, dabei sind gerade die Momente zwischen ihr und Familie Hendrix eine der Stärken der Serie. Alison und Donnie haben in der Serie wohl schon alles durchgemacht. Von versehentlichen Morden bis hin zu Drogengeschäften. In der vierten Staffel verläuft es für die beiden fast schon ruhig, mal abgesehen von einem Gefängnisaufenthalt, bei dem man um Donnies Leben bangen muss.

In der sechsten Episode kristallisiert sich heraus, wer hier die wirklichen Feinde sind, die Sarah und den Schwestern das Leben schwer machen. Natürlich ist auch Rachel wieder involviert, die zwar in manchen Momenten durchaus ihre menschliche Seite zeigt, aber gerade im Finale böser ist, als je zuvor. Die Castor-Klone sind glücklicherweise Schnee von gestern, mal abgesehen von Ira (Mark Rollins), der, im Gegensatz zu seinen Brüdern, allerdings nicht wie ein Störfaktor wirkt. Im Gegenteil, ich fand es interessant zu sehen, wie sich zwischen ihm und Rachel eine fast schon geschwisterliche Beziehung entwickelt.

Die Nebencharaktere wie Art (Kevin Hanchard), Siobhan (Maria Doyle Kennedy) oder Scott haben ebenfalls ihre Momente, in denen sie glänzen können, der Fokus liegt in dieser Staffel jedoch deutlich auf Sarah und den Schwestern. In der Flashback-Episode über Beth erfahren wir mehr über die Beziehung zwischen ihr und Art, was vieles aus der ersten Staffel in einem ganz neuen Licht zeigt. Die Staffel endet mit dem wohl bisher größten Cliffhanger, der deutlich macht, dass kein Leben in der kommenden fünften und letzten Staffel sicher ist.

Specials

Nicht nur storytechnisch weiß die vierte Staffel zu überzeugen, auch das Bonusmaterial kann sich dieses Mal sehen lassen. In "Back to the Beginning" reden die Macher der Serie über ihre Entscheidung Beths Vergangenheit näher zu erforschen, die Umsetzung der Biotechnik-Effekte sind Thema in "Body Horror" und in "Beth, M.K. & Ira" werden die drei Charaktere näher beleuchtet. Zusätzlich gibt es mit den "Closer Looks" noch zehn Mini-Featurettes zu jede der zehn Episoden. Am Bonusmaterial gibt es diesmal also nichts zu meckern.

Technische Details

Erscheinungstermin: 6. Februar 2017
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 420 Minuten (10 Episoden)
Bildformat: 16:9 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Die Macher der Erfolgsserie "Orphan Black" haben aus den Fehlern der letzten Staffel gelernt und besinnen sich in der vierten Staffel wieder mehr auf ihre Stärken, nämlich die Beziehungen der Klonschwestern. Ein Ausflug in die Vergangenheit beantwortet wichtige Fragen und fügt alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Die packenden zehn Episoden gehören mit zu den besten der ganzen Serie und sind ein Muss für alle Fans.

Kevin Dave Surauf - myFanbase

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