DVD-Rezension: Die Geiseln, Staffel 1

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Kreiert von Rotem Shamir und Omri Givon wurde die israelische Drama- und Thrillerserie "Die Geiseln" unter dem Originaltitel "Bnei Aruba" bereits ab dem 13. Oktober 2013 auf Channel 10 in ihrem Heimatland ausgestrahlt. Mit der israelischen Schauspielerin Ayelet Zurer ("Marvel's Daredevil", "Illuminati") in der Hauptrolle, die eine der populärsten Darstellerinnen Israels ist, wurde "Die Geiseln" im internationalen Raum auch unter dem Titel "Hostages" bekannt und diente auch als Grundlage für die US-amerikanische Fernsehserie "Hostages". Doch während die US-Version von Anfang an als limitierte Serie von einer Staffel angekündigt wurde, ging Anfang 2016 die zweite Staffel des israelischen Originals auf Sendung. In Deutschland läuft die erste Staffel von "Die Geiseln" aktuell seit dem 19. Januar 2017 auf RTL Crime und ist nun endlich ab dem 10. Februar 2017 auch auf DVD im deutschen Handel erhältlich.

Inhalt

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Die talentierte Chirurgin Dr. Yael Danon (Ayelet Zurer) führt zusammen mit ihrem Mann Eyal (Micha Celektar) und den beiden Kindern Noa (Dar Zuzovsky) und Assaf (Yoav Rotman) ein scheinbar glückliches und sorgenfreies Leben. Doch als Yael dazu auserkoren wird, den israelischen Premierminister (Shmil Ben Ari) zu operieren, ändert sich das Leben ihrer kleinen Familie schlagartig. Denn in der Nacht vor der Routineoperation dringen drei maskierte Männer in ihr Haus ein und nehmen die Familie gefangen. Ihre Forderungen an Yael sind schnell klar: Entweder sie sorgt dafür, dass der Premierminister die Operation nicht überlebt, oder ihre Familie wird sterben. Doch so schnell will sich Yael ihrem scheinbar aussichtslosen Schicksal nicht ergeben und sorgt, dafür dass die Operation verschoben wird. Das verschafft der Familie zwar Zeit, aber auch viele weiter Tage in den Händen der Entführergruppe rund um Adam Rubin (Jonah Lotan). Während ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, wird schnell klar, dass nicht nur einige in Yaels Familie nicht mit offenen Karten spielen, sondern die Chirurgin auch in eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes hereingezogen wird.

Rezension

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Die Geiseln
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Während der Serienmarkt von US-Formaten quasi überschwemmt wird, aber natürlich auch andere Länder wie Großbritannien, Australien oder Deutschland regelmäßig hochkarätige Produktionen abliefern, steht Israel jetzt nicht gerade in vorderster Reihe, wenn es um Serienhits geht. Allerdings bilden sie auch nicht das Schlusslicht, wie man vielleicht denken mag, zumindest nicht was die Ideen zu Serienerfolgen angeht. Denn nicht nur "Die Geiseln" wurde von Jerry Bruckheimer für die US-Serie "Hostages" adaptiert, sondern auch die vielfach preisgekrönte Dramaserie "In Treatment" basiert auf der israelischen Serie "BeTipul", wie auch der Welterfolg des Serienhits "Homeland" eine US-Version des israelischen "Hatufim" ist. Mit "Die Geiseln" lieferten Rotem Shamir und Omri Givon nicht nur ihr Debüt ab, sondern erfüllten sich auch den langen Traum einen Thriller auf Hebräisch zu produzieren. Und das ist ihnen, trotz eines sehr schmalen Budgets, außerordentlich gut gelungen. Während die israelische Serie in Deutschland aktuell als Premiere auf RTL Crime läuft, wurde "Die Geiseln" bereits ab März 2013 in Frankreich ausgestrahlt und konnte dort einen so großen Erfolg verbuchen, dass der französische Sender Canal+ eigenhändig eine zweite Staffel in Auftrag gab, die hoffentlich auch den Weg nach Deutschland finden wird.

Foto: Dar Zuzovskym & Ido Bartal, Die Geiseln - Copyright: Universum Film
Dar Zuzovskym & Ido Bartal, Die Geiseln
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Denn ich muss zugeben, zuerst skeptisch gewesen zu sein, ob das Grundkonzept der Serie überhaupt ausreichen würde, um zehn Episoden zu füllen. Doch dieses Problem wurde relativ schnell und simpel gelöst, indem man die Routineoperation des Premierministers einfach um einige Tage verschoben hat und die ganze Geiselnahme somit weiter ausdehnen konnte. Besonders gut gelungen ist den Autoren ebenfalls die Einführung der einzelnen Charaktere, denn obwohl die Geiselnahme relativ zügig beginnt, kann man als Zuschauer vorab noch einen kurzen Einblick in das zum Teil chaotische Leben der Beteiligten erhaschen. Und so erfährt man nicht nur Einzelheiten über die Kinder Assaf und Noa oder sieht, wie sich die Chirurgin Yael Danon und der Premierminister kennenlernen, sondern erkennt auch, dass es sich bei dem Entführer Adam Rubin um einen Polizisten handelt. Und das ist es letztendlich auch, was die Serie von Anfang an so reizvoll macht. Es gibt kein klassisches Gut und Böse, da jeder der Charaktere in seiner Einführung erstmal doch recht sympathisch und vor allem authentisch dargestellt wird. Man sieht zum Beispiel, wie Adam Rubin bei seiner Arbeit versucht, eine andere Geiselnahme unblutig zu beenden, wie sich der Premierminister freundlich und aufgeschlossen gegenüber der Ärztin gibt, wie Yael in einem Zwiespalt zwischen Beruflichem und Privatem steckt oder wie Eyal als Lehrer versucht, seinen Schülern und auch seinem Sohn Assaf moralische Werte zu vermitteln. Und diese nicht vorhandene Schwarz-Weiß-Zeichnung zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Serie, auch wenn zwischendurch die einzelnen Fassaden Stück für Stück anfangen zu brechen und dunkle Geheimnisse ans Tageslicht dringen. Natürlich fehlt es "Die Geiseln" aber auch nicht an einem klassischen Bösewicht, der in Form des unberechenbaren Kidnappers Alex (Mickey Leon) hervorragend in Szene gesetzt wurde und für den nötigen Kick an Nervenkitzel sorgt. Und auch wenn die Grundidee der Handlung jetzt vielleicht nicht so wahnsinnig neu ist, schafft es "Die Geiseln" trotzdem durchgehend spannend zu bleiben und den Zuschauer mit einem gleichbleibenden Tempo mühelos die zehn Episoden an den Fernseher zu fesseln. Leider muss ich allerdings gestehen, dass ich, ohne den Schluss jetzt schon vorwegnehmen zu wollen, doch etwas enttäuscht von der Auflösung des ganzen Plots war. Mir persönlich war das Ende, angesichts dessen, was all die Episoden vorher mühsam und perfekt aufgebaut wurde, einfach zu simpel und wenig überraschend.

Foto: Jonah Lotan, Die Geiseln - Copyright: Universum Film
Jonah Lotan, Die Geiseln
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Definitiv braucht sich "Die Geiseln" aber nicht hinter ähnlichen US-Produktionen verstecken und kann qualitativ den internationalen Vergleich problemlos bestehen. Auch die einzelnen Schauspieler waren absolut auf dem Punkt und konnten in ihren jeweiligen Rollen mühelos überzeugen. Neben Ayelet Zurer die dem breiteren Publikum schon aus Produktionen wie "Marvel's Daredevil" oder "Illuminati" bekannt sein dürfte, erwarten einen in "Die Geiseln" ansonsten überwiegend neue und unverbrauchte Gesichter, von denen mich besonders die junge Dar Zuzovsky als Noa und Jonah Lotan als Entführer Adam Rubin überzeugen konnten.

Leider ist die Ausstattung der DVD aber sehr einfach gehalten, sprich man hat weder die Möglichkeit einzelne Kapitel anzuwählen, noch gibt es Untertitel oder irgendwelche Specials.

Technische Details

Erscheinungstermin: 10. Februar 2017
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 380 Minuten (10 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Hebräisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: keine

Fazit

Mit "Die Geiseln" erwartet den Zuschauer eine absolut spannende Thriller-Serie, bei der es schwer fällt, den Fernseher abzuschalten. Immer neue Wendungen machen die Serie unglaublich fesselnd und obwohl die Auflösung des ganzen Hauptplots, im Vergleich zu dem restlichen Aufbau der Story, etwas schwächelt, lohnt es sich definitiv einen Blick in diese israelische Produktion zu werfen.

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Nina V. - myFanbase

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