DVD-Rezension: The Leftovers, Staffel 2

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Gut ein Jahr nach der Veröffentlichung der ersten Staffel ist nun endlich seit dem 13. Oktober 2016 auch die zweite Staffel der von "Lost"-Serienmacher Damon Lindelof inszenierten Dramaserie "The Leftovers" auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta aus dem Jahr 2011 lief die zweite Staffel von "The Leftovers" bereits ab dem 11. Dezember 2015 auf HBO und geht im Januar 2017 in den USA dann in die dritte und endgültig letzte Staffel. Im deutschen Free-TV wurde "The Leftovers" bisher nicht ausgestrahlt, sondern lediglich über bei Sky gesendet. Neben den schon aus der ersten Staffel bekannten Gesichtern, wie zum Beispiel Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler und Chris Zylka, sind in der zweiten Staffel unter anderem Regina King und Steven Williams neu dabei.

Inhalt

Foto: Copyright: 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.
© 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.

Nach dem plötzlichen und unerklärlichen Verschwinden von gut 140 Millionen Menschen und den schrecklichen Vorkommnissen in Mapleton, beschließen Kevin (Justin Theroux), Nora (Carrie Coon) und Jill (Margaret Qualley) zusammen mit dem Baby Lily, welches von Kevin und Nora adoptiert wurde, die Stadt zu verlassen und neu anzufangen. Ihr auserwähltes Ziel ist dafür der texanische Ort Jarden, der von dem Nationalpark Miracle umgeben ist. Denn Jarden ist angeblich die einzige Stadt, in der nicht ein einziger der 9261 Einwohner verschwunden ist, was ihn augenscheinlich zu dem sichersten Platz auf Erden macht. Doch die Vier haben nicht lange Zeit, sich einzuleben, da noch am gleichen Abend ihres Einzugs das Nachbarsmädchen Evie Murphy (Jasmin Savoy Brown) zusammen mit zwei Freundinnen plötzlich verschwindet und Kevin sich nicht sicher ist, was er damit zu tun hat. Unterdessen haben sich Laurie (Amy Brenneman) und ihr Sohn Tom (Chris Zylka) wieder angenähert und versuchen gemeinsam den Schuldig Verbliebenen das Handwerk zu legen. Während Laurie ein Buch über die Erlebnisse in der Sekte schreibt, schleust sich Chris immer wieder in verschiedene Unterkünfte der Schuldig Verbliebenen ein, um andere Menschen aus deren Fängen zu befreien. Gemeinsam versuchen Mutter und Sohn die verlorenen Seelen wieder in ihre alten Umfelder einzugliedern, was aber leider nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Rezension

Nach einer schon absolut überragenden und herrlich inspirierenden ersten Staffel waren die Erwartungen an die Fortsetzung dieser wahnsinnig kreativen Serie natürlich enorm hoch. Doch auch die zweite Staffel von "The Leftovers" schafft es nahtlos an die erste Staffel anzuknüpfen und scheinbar mühelos auf diesem unglaublich hohem Level zu bleiben. Ich würde auch tatsächlich so weit gehen, zu behaupten, dass "The Leftovers" das intelligenteste und innovativste Format ist, was momentan produziert wird. Ein absolutes Vorbild hinsichtlich der überaus profilierten Charakterausarbeitung, des kreativsten Drehbuchs und dem Aufwecken diverser Emotionen. Was Damon Lindelof dem Zuschauer hier liefert ist auf dem allerhöchsten Niveau und in jeder Episode so unglaublich auf dem Punkt, dass der direkte, aber auch indirekte Informationsgehalt kaum zu verarbeiten ist, da jede Folge wahnsinnig aufwühlend ist. Ich muss leider gestehen, dass ich alle zehn Episoden komplett in einem Rutsch durchgeschaut habe, da es mir unmöglich erschien den Fernseher abzuschalten, was letztendlich aber etwas schade ist, da man so gar nicht in der Lage ist, jede Episode auf sich wirken zu lassen und verarbeiten zu können. Damon Lindelof hat auch mit der zweiten Staffel von "The Leftovers" ein Meisterwerk der Extraklasse geschaffen, was noch lange seinesgleichen suchen wird.

Die Handlung der zweiten Staffel von "The Leftovers" schließt relativ nahtlos an die Ereignisse der ersten Staffel an, beziehungsweise wird ziemlich zeitnah in Rückblicken erläutert. Doch auch an dem neuen Handlungsort Jarden, welches von dem plötzlichen Verschwinden der Millionen von Menschen verschont geblieben ist und somit erstmal als ziemlich sicheres Plätzchen gilt, brodelt es massiv unter der Oberfläche. Besonders anschaulich wird uns das durch die Familie Murphy präsentiert, die ebenso wie die Garveys starke interne Familienprobleme haben. Und gerade diese Vielschichtigkeit der einzelnen Familienmitglieder machen die Familie Murphy auch zu einer echten Bereicherung, wobei besonders John (Kevin Carroll) und Evie noch großes Potential beherbergen, welches in der dritten Staffel bestimmt noch für einige Überraschungen gut sein wird. Leider ist es in dieser Rezension absolut nicht möglich, detailliert und nicht oberflächlich betrachtet auf die Handlung und die einzelnen Charaktere einzugehen, da das absolut den Rahmen sprengen und der Serie nicht gerecht werden würde. Denn alleine jede einzelne Episode könnte in einer guten Rezension ganze Seiten füllen. Aber eins sei hier absolut versichert, auch die zweite Staffel von "The Leftovers" lässt nicht auch nur eine Minute lang Langeweile aufkommen, weiß wieder mit vielen Überraschungen zu schockieren und wirft auch dieses Mal definitiv wieder mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Wie auch schon in der ersten Staffel gefiel mir das Stilmittel in einigen Episoden einzelne Charaktere in den kompletten Fokus zu stellen, ausgesprochen gut. Leider wurde zwar der Charakter Jill Garvey in dieser Staffel ziemlich außen vor gelassen, sich aber wiederum bei anderen Rollen wie Matt Jamison (Christopher Eccleston) oder Laurie Garvey wieder genügend Zeit genommen, um ihre Motive deutlich zu fokussieren. Und natürlich hatte auch Kevin in dieser Staffel wieder mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen, die sich in Form von Patti Levin (Ann Dowd) zu erkennen gaben und für herrlich unverwechselbare Dialoge sorgten.

Was die schauspielerische Leistung der einzelnen Darsteller angeht, so wüsste ich gar nicht, wo ich mit dem Loben anfangen oder welche Namen ich zuerst nennen sollte. Wirklich jeder einzelne ist so überragend authentisch in seiner Rolle, dass ich Angst hätte jemanden zu vergessen oder Unrecht durch Nichtnennung zu tun. Sollte ich es dennoch versuchen wollen, stünden bei mir persönlich wohl Namen wie Christoph Eccleston, Liv Tyler, Regina King und Carrie Coon in der ersten Reihe. Wobei wirklich ausnahmslos jeder sich perfekt in sein Rollenprofil eingefunden hat. Diese intensive Darstellung der Schauspieler, gepaart mit einem herrlich passenden Soundtrack (bei dem Pixies "Where is my Mind?" in verschiedenen Versionen fast in Dauerschleife lief, aber immer absolut passend zur Situation war), einem stimmungsvollen neuen Opening und einer phantastischen Atmosphäre machten die komplette Staffel wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis. Vielen Dank an allen Beteiligten für diese unglaublich inspirierende Serie.

Specials

Während es auf der DVD-Box zur ersten Staffel noch so einiges an Specials zu finden gab, sucht man bei der zweiten Staffel leider vergeblich nach irgendwelchen Extras. Das ist natürlich gerade bei so einer komplexen Serie extrem schade, da man als Zuschauer einfach alles aufsaugen möchte, was einem die Serie noch näher bringt und einem weiteren Zugang zu Damon Lindelofs Gedankenwelt verschafft.

Technische Details

Erscheinungstermin: 13. Oktober 2016
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 565 Spielminuten (10 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Sprachen: Deutsch, Englisch, Tschechisch
Untertitel: Englisch, Deutsch, Polnisch, Portugiesisch, Tschechisch

Fazit

Die zweite Staffel von "The Leftovers" schließt absolut nahtlos an die erste Staffel an und büßt dabei absolut nichts an seiner Genialität ein. Das von Damon Lindelof geschaffene Meisterwerk überzeugt wieder in allen Bereichen und spielt auf einem so unglaublich hohen Niveau, dass ich meine Begeisterung kaum in Worte fassen kann. Diese Serie allgemein und die dann natürlich auch dazugehörige zweite Staffel sollte ein absolutes "Must Have" für jeden Serienfan sein.

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Nina V. - myFanbase

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