Bewertung: 4
Colbie Caillat

All of You

Eigentlich kommt es mir so vor, als wäre es noch gar nicht so lange her, dass Colbie Caillat mit "Bubbly" einen Sommerhit geliefert hat, was wohl daran liegt, dass ich den Song bis heute gerne höre. Da jetzt aber bereits ihr drittes Album auf den Markt ist, merkt man doch, wie schnell die Zeit vergeht. "All of You" (VÖ: 08.07.2011) heißt es und soll wohl den Sommer 2011 bereichern.

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Gleich der Auftakt des Albums versetzt den Hörer nämlich in sommerliche Stimmung. "Brighter Than the Sun" heißt der Song und weiß durch eine flotte Gitarrenbegleitung und einen schönen Melodiebogen zu überzeugen. Man muss ihn zwar erst mal drei-, viermal hören, doch dann spürt man, wie er sich leicht als Ohrwurm festsetzen kann. Dieser gelungene Auftakt wird von "I Do" fortgesetzt, der sogar noch etwas berauschender ist, weil der Refrain noch besser zum Mitsingen einlädt. Auch ist es die Leichtigkeit des Songs, die überzeugt. Mit "Before I Let You Go" folgt dann eine etwas flottere Ballade, die in erster Linie dadurch auffällt, dass sie bestenfalls Durchschnitt ist, was für ein Pop-Album nicht gerade ein Kompliment ist. Etwas besser ist da "Favorite Song", dessen Refrain gefällig ist, durch den Rap-Part von Common herraussticht und durch die Instrumentierung teilweise einen Hauch von Reggae bekommt. Zum Ende hin ist der Refrain dann aber doch eher nervend und der Song damit nichts, was man immer wieder hören will.

"What If" klingt wie ein klassischer Beitrag für einen Soundtrack für einen Romantik-Comedy-Film. Er ist insgesamt nett anzuhören, kommt aber auch nicht darüber hinaus. Irgendwie verläuft sich das Album in lockeren, sommerlichen Popbeiträgen, die kaum Besonderheiten aufweisen. "Shadow" scheint da mit dem Intro herausstechen zu wollen, doch der Song selbst wird schnell mit einer Standardschlagzeugbegleitung in die Mittelmäßigkeit zurückgeworfen. Caillats Stimme kann aus der Melodie auch nur wieder einen munteren Sommerbeitrag machen. Das führt allerdings dazu, dass man kaum noch wirklich zuhört und sich einfach berieseln lässt. "Think Good Thoughts" kann dann mit etwas mehr Aufmerksamkeit erlangen, weil die Begleitung einen Rhythmus initiiert, der bestens zur Melodie passt und selbst auch zum Mitschnippsen einlädt. Es bleibt aber auch nur ein immerhin etwas besserer Sommer-Pop-Song.

"Like Yesterday" mag vielleicht vom Text ganz nett sein, klingt aber auch wie ein Song, den ich gestern schon gehört habe. Übrigens wird das Album ja damit beworben, dass Colbie Caillat reifer geworden ist und auch Geschichten mit ihren Songs erzählt. So etwas finde ich prinzipiell gut, aber wenn man dann nicht einen Text ins Booklet packt, sondern nur ein paar Bilder zusammen schmeißt, fehlt mir immer der wirkliche Drang der Künstlerin, dass sie mir hier wirklich was erzählen will. Wir erreichen unterdessen das letzte Drittel des Albums und der Titelsong "All of You" ist an der Reihe. Auch bei diesem Song, der darum bittet, dass der Partner alles von sich preis gibt, damit man ihm nah sein und noch besser lieben kann, weil die Person wichtig ist, hat musikalisch überhaupt keine Besonderheiten und es fehlt immer schwerer, die Songs voneinander zu unterscheiden. Ein einheitlicher Stil ist ja normal, aber dafür ist es insgesamt zu wenig eigenständig. Sommerliche Songs kann jeder mit diesen einfachen Mitteln, wenn er sich etwas auskennt. "Dream Life, Life" kann man sich durch etwas rockigere Elemente dann sogar noch schön reden, auch wenn jetzt die Aussage, dass man ein Traumleben leben möchte, für mich nicht so mitreißend und reif ist, wie es allgemein angeworben wurde.

"What Means the Most" ist dann noch mal ein balladig anmutender Beitrag, aber auch hier ist das Schlagzeug und die weitere Instrumentierung so stark enthalten, dass der Zauber von Colbie Caillats Stimme nicht zur Geltung komme. Wenn ich das tolle "Lucky" von ihr und Jason Mraz denke, bleibt mir jetzt nur das starke Gefühl von Enttäuschung. Ein wenig Wiedergutmachung betreibt dann "Make It Rain" endlich mal ein Beitrag, der zumindest in den ersten zwei Minuten nur von Gitarre begleitet wird und alleine deshalb schon besser zu bewerten ist. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Als das Schlagzeug dann noch einsetzt, klingt der Song leider auch fast wie der gesamte Rest des Albums. Schade.

Fazit

Mit ihrem dritten Album liefert Colbie Caillat ein wieder sehr sommerliches aber in erster Linie durchwachsenes Popalbum, das kaum aus der breiten Masse heraussticht und über das in ein paar Jahren niemand mehr reden wird. Dafür ist es durchweg zu durchschnittlich und teilweise regelrecht langweilig.

Anspieltipps
Brighter Than the Sun
I Do
Make It Rain

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Tracks

1.Brighter Than the Sun
2.I Do
3.Before I Let You Go
4.Favorite Songfeaturing Common
5.What If
6.Shadow
7.Think Good Thoughts
8.Like Yesterday
9.All of You
10.Dream Life, Life
11.What Means the Most
12.Make It Rain

Emil Groth - myFanbase
22.07.2011

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