Bewertung
Housden, Maria

Hannahs Geschenk

"… und nun lauf langsam, kleine Seele,
hin zum Ufer. Mit Sorgfalt wähle aus,
was du verlieren wirst.
Wie du dich auch entscheidest,
du hast Recht."
- Jane Hirshfield

Foto: Copyright: Ullstein Buchverlage GmbH
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Inhalt

Hannah hatte mit ihren knapp drei Jahren einen Wunsch: sie wollte unbedingt rote Lackschuhe haben. Einen Monat vor ihrem dritten Geburtstag wurde bei der Kleinen Krebs diagnostiziert und von diesem Zeitpunkt an wurden nicht etwa Hannahs Eltern ihr Halt, nein, es war genau umgekehrt. Hannah wurde der Halt für ihre Eltern, obwohl sie sehr krank war. Sie akzeptierte ihren Tod mit einer furchtlosen, ja sogar lustigen und glaubwürdigen Art.

Maria, Claude und ihre beiden Kinder Hannah und Will lebten sehr glücklich bis zu diesem Tage. Maria hatte nach Wills Geburt bereits drei Fehlgeburten und an diesem Tag hatte Hannah Blut im Urin. Aus Hannahs kleiner Bagatelle wurde eine schreckliche Wahrheit: sie hatte einen Tumor im Unterleib. Am selben Tag erlitt Maria ihre vierte Fehlgeburt. Durch Hannahs plötzliche Krankheit erkannte Maria ihre Prioritäten im Leben; ihr Mann Claude war unfähig, bei Hannah im Krankenhaus zu sein. Maria meinte, dass sie "Schiffbrüchige waren". Hannah wurde erfolgreich operiert und konnte nach Hause, doch der Tumor kehrte zurück und dieses Mal gab es keine Heilung. Will, ihr Bruder, stand ihr jeden Tag zur Seite und während Hannah immer mehr dem Tode ins Auge schaute, bekam sie noch ein weiteres Geschwisterchen, worüber sie sich sehr freute. Jetzt war sie die große Schwester.

Doch während das Baby mit dem Leben anfing, war Hannahs Zeit gekommen, zu gehen. Sie glaubte fest an ein Leben nach dem Tod und wollte als Schmetterling wiederkommen. Ihr letzter Wunsch war es, ihr Zimmer noch einmal zu sehen. Sie ging nicht hinein, sondern saugte den Anblick in sich hinein.

Maria verlor nach Hannahs Tod jegliche Kontrolle über ihr Leben, obwohl sie eine starke und liebe Familie an ihrer Seite hatte, doch auch ihre Ehe mit Claude ging in die Brüche. Durch Hannahs Tod hat sie vieles gelernt und gab sich schließlich auch nicht auf, obwohl es viele Jahre dauerte, bis sie an diesem Punkt war. Auch heute noch ist Hannah ein fester Bestandteil der Familie - und auch ihre roten Schuhe.

Kritik

Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit, leider, müssen wir dazu sagen.

Wir finden das Buch sehr ergreifend und es ging uns sehr an die Seele, da man vieles nachvollziehen konnte, wenn man selber ein krankes Kind hat. Hannahs Mut und Kraft, obwohl sie erst drei war, bewunderten wir sehr, vor allem, weil sie noch ein Kind war und sie ihre Kraft und ihren Mut an ihre Eltern weitergab. Es ist das Schlimmste, wenn das Kind vor den Eltern stirbt. Sehr bewundernswert war ihre Kraft, dass sie sich nicht so schnell aufgab und immer und immer wieder mit ihrem Bruder und auch anderen Kindern spielte und einfach viele Sachen mitmachte, obwohl sie bereits von dem Krebs zerfressen war. Sie genoss jeden Augenblick, ein anderer hätte sich vielleicht längst aufgegeben.

Maria Housden hat die letzten Momente ihrer Tochter wie eine Art Fotoalbum, bloß ohne Fotos, mit sehr vielen schönen, aber auch vielen traurigen Momenten zusammengefasst, die ihr Hannah einfach zum Geschenk machte. Sie teilt in diesem Roman nicht nur die Erinnerungen auf eine sehr eindringliche und nachvollziehbare Weise mit, sondern auch persönliche Erfahrungen, sei es zum Beispiel die im Krankenhaus oder die aus ihrer Ehe.

Ein Buch über die Botschaft eines kurzen Lebens - Hannahs Botschaft. Unbedingt empfehlenswert!

Annegret E. & Dana Greve - myFanbase
02.07.2007

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