German Comic Con 2017 in München

Am 27. bis 28. Mai war es endlich soweit! Die erste German Comic Con auf bayerischem Boden fand parallel zum Comicfestival in der Alten Kongresshalle statt – und wo wäre die Comic Con auch besser aufgehoben, als im naheliegenden MOC? Was außen einfach nach Messezentrum aussieht und sich wenig für Cosplayshootings eignet, wurde im Inneren eindeutig wieder wettgemacht: nicht nur ein "Zurück in die Zukunft"-Autoreplica, eine Sonderausstellung zu "Indiana Jones" und verschiedenste geladene, sich tummelnde Kostümclubs luden zu fotografischen Andenken ein, sondern auch andere Set-Ups, die bereits in Frankfurt die Besucher begeisterten. Dazu strahlte die Sonne. Noch ein paar Tage zuvor knackte ein Posting zu den Sicherheitsvorkehrungen die Tausender Marke, da die Kommunikation nicht allzu glatt lief, aber vor Ort verlief der Einlass zügig.

Foto: Charisma Carpenter, Julie Benz, German Comic Con, München 2017 - Copyright: myFanbase / Simone Bauer
Charisma Carpenter, Julie Benz, German Comic Con, München 2017
© myFanbase / Simone Bauer

Auch, wenn das Programm erst am Dienstag vorher verfügbar war, so wurde doch dafür gesorgt, dass sich einige Panels an beiden Tagen wiederholten, so wie das von Julie Benz und und Charisma Carpenter. Am Samstag direkt nach Dean Cain dran ("Lois & Clark"), der erklärte, dass sein Lieblingsgegner Lex Luthor gewesen wäre, legten die beiden "Buffy"-Damen nicht ohne technische Schwierigkeiten los. So erkundigte sich Carpenter bei der ersten Reihe, ob man denn ihre Kollegin verstehen würde – und tatsächlich war es weiter weg etwas schwieriger, befand sich die Bühne doch umgeben von einem Crepestand und der Comic-Tauschbörse.

Während Carpenter eine detaillierte Frage ratlos als "Autorenfrage, nicht Schauspielerfrage" einstufte, hatte Benz kein Problem, für ihren Co-Star eine mögliche Rolle in ihrer Serie "Defiance" zu kreieren: "Sie wäre ein Büromädchen, das insgeheim eine Kopfgeldjägerin ist. Ein sexy badass." "Das fände ich gut!" Gab es da eigentlich Charaktere, die sie in "Buffy" nicht mochten? Kopfschütteln bei Benz, doch Carpenter fiel sofort ein "Reptilienjunge" ein, denn sie mag keine Schlangen. "Alle Charaktere waren perfekt kreiert. Man hatte Frauenfiguren wie diese damals noch nie irgendwo gesehen. Cordelia ist bis heute für mich der wichtigste Charakter, den ich gespielt habe. Sie war so toll geschrieben, mit all dem Drama und der Comedy und der physischen Aktivität, die ich sehr gerne mochte. Bei "Angel" war sie das Herz der Serie – es war eine großartige Freundschaft der beiden", erzählte Carpenter. Der Moderator hingegen war fast zu nervös, Benz anzusprechen. "Ich beiße nicht!" Benz plauderte sodann aus dem Nähkästchen, dass sie das Testmodel für das Vampirgesicht war, das wir heute kennen. "Ich lisple üblicherweise, ich glaube, das haben die Vampirzähne korrigiert!"

Foto: Sarah Butler, Olga Fonda, German Comic Con, München 2017 - Copyright: myFanbase / Simone Bauer
Sarah Butler, Olga Fonda, German Comic Con, München 2017
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Nur am Sonntag stand das Q&A-Panel mit Sarah Butler und Olga Fonda auf dem Plan. Die beiden kamen bestens gelaunt, tanzend und singend, mit Kaffeebechern auf die Bühne. Die Akustik war am weniger gefüllten Tag des Wochenendes deutlich besser – der Jubel dennoch stattlich. "Ich fühle mich wie ein Rockstar!", meinte Olga Fonda. "So fühle ich mich jeden Tag", entgegnete Sarah Butler. Butler und Fonda stimmten darüber ein, es zu lieben, psychotische Charaktere zu spielen, so wie auch Fondas Rolle in "Agent X" eine ist. "Ich würde gerne einen weiblichen Dexter spielen!", gab Fonda bekannt. Aber welcher Superheld wäre Butler gerne? "Supergirl, dann könnte ich viel Zeit mit Dean Cain verbringen", lachte Butler und fächelte sich Luft zu.

Mit Vampirfilmen hat sich Fonda übrigens nicht auf ihre Rolle in "Vampire Diaries" vorbereitet. "Ich habe recherchiert, wie es sich anfühlen könnte, von den Eltern alleine gelassen zu werden", erzählte Fonda. Zudem teilen sie und Natasha das Gefühl, in ein fremdes Land zu kommen und die Sprache nicht zu beherrschen. "Ich hatte anfangs eine solche Angst, an das Set zu kommen. Sie waren in der fünften Staffel und bereits eine so große Familie." Zudem war Fondas allererste Szene gleich eine im Bett mit einem Mann und einer anderen Frau. "Ich habe niemals zuvor ein Mädchen geküsst." Nun würde sie verstehen, warum Männer das gerne tun. "Und das war mein erster Drehtag – wir gingen danach alle Essen. Ihnen war wichtig, die neuen Kids abzuholen."

Doch wie verklickert man den Eltern, dass man eine Rolle im Rape-and-Revenge-Remake von "I Spit On Your Grave" angenommen hatte? Problematischer war tatsächlich die Einladung zu Radiorüppel Howard Stern gewesen! "Aber Mama, ich will dahin gehen, er ist eine Ikone!", erinnerte sich Butler an ihre Worte zu ihrer weinenden Mutter. "Und wisst ihr was, er war so ein Gentleman!"

Noch vor Ende des Panels hatten die beiden den Fans schon mehrfach für ihr Erscheinen und die Unterstützung gedankt und ließen daher viele strahlende Gesichter zurück. Und so zogen die unterschiedlichsten Cosplayer weiter – von Tingeltangel Bob bis Winnetouch.

Zu den Workshops und Vorträgen zählte "Brienne: Ein Leben für die Ehre" von Andreas Trinsch. "Game of Thrones"-Freunde hatten eh ihre Freude an den Fotolocations und den beiden Stargästen Alfie Allen und Gemma Whelan – und nicht nur am Thron gab es immer wieder spontan Verlosungen. "Gossip Girls" Kelly Rutherford schrieb ebenfalls fleißig Autogramme und unterhielt sich angeregt mit den Fans.

Neben den Retrospielautomaten erfreuten auch die Stände, wo man Sätze hören konnte wie "Ein Norovirus –geil!" (bei den Plüschbakterien von GIANTmicrobes). Typisch bayerisch war das Maskottchen für die German Comic Con in München – der Trachtman, entworfen von Chris Kloiber. Das limitierte Heft gab es am Stand von Plem Plem Productions. Auch die Münchner Mangaka Ellen Chain war vor Ort. "Ich hoffe natürlich auf viele neue Gesichter und ein schönes Wochenende - sowohl mit Besuchern als auch mit anderen Künstlern. Ich bin schon sehr auf die westliche Comic-Szene gespannt, da ich bisher nur Erfahrungen mit anderen Mangaka gemacht habe. Die Spannung ist jedenfalls sehr groß und ich freue mich auf gute Zusammenarbeit!", erzählt sie myFanbase.

Von ihr stammen Boys-Love-Geschichten wie "Seikkailija", das derzeit kapitelweise erscheint. Besonders beeindruckend ist dabei ihre fantastische Farbwahl, die ihre dynamischen Bilder lebendig werden lässt. "Ansonsten werde ich noch an einem Bonus-Band zu Personal Succubus arbeiten", erklärt die Künsterin, die auch Doujinshi zu "One Punch Man" oder "Yu-Gi-Oh!" anfertigt. Letzteres Animeuniversum bot auf der German Comic Con eine Kulisse, um sich selbst als Karte fotografieren zu lassen. Und so schloss sich der Kreis eines absolut runden Wochenendes.

Simone Bauer - myFanbase

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