Die besten Momente 2015/2016
Better Call Saul, #2.07 Aufgebläht

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"Better Call Saul" hat sich längst aus dem Schatten seiner Mutterserie "Breaking Bad" freigespielt. Die Geschichte von Jimmy McGill, der irgendwann der windige Anwalt des organisierten Verbrechens geworden ist, ist unglaublich vielschichtig und wer Zweifel hatte, dass ein Spin-Off um einen Charakter wie ihn überhaupt funktionieren kann, dürfte längst eines besseren belehrt worden sein.

"Hey, we need the water. I read somewhere the Santa Fe Watershed is down two full inches this year. Every time you flush a toilet, you waste a gallon of water. A gallon! What could be greener than this?"

Foto: Bob Odenkirk, Better Call Saul - Copyright: Ben Leuner/Netflix
Bob Odenkirk, Better Call Saul
© Ben Leuner/Netflix

Neben interessanten Charakteren und spannenden Geschichten punktet "Better Call Saul" auch immer wieder mit herrlich skurrilen Szenen, in denen man herzhaft lachen kann und in denen Jimmy richtig sympathisch wirkt. So auch in der zweiten Staffel, als Jimmy beschließt, alles daran zu setzen, möglichst untragbar für die Firma zu werden und gefeuert zu werden.

Jimmy hat den Job bei Davis & Main ja überhaupt nur angenommen, weil er sich Kim gegenüber als guter Freund erweisen wollte. Sie hatte ihn ermutigt, die Chance zu ergreifen, wenn schon sein eigener Bruder ihn nicht in seinem Team haben wollte, so dass er den Fall, den er aufgetan hat, weiter bearbeiten kann. Und Davis & Main bietet Jimmy erst einmal ein Paradies – eigenes Büro, jeglichen Schnickschnack, den er sich wünscht, einen Luxuswagen und einen persönlichen Assistenten. Leider aber nicht freie Hand, wie er seine Ermittlungen oder seine Kundenakquise betreiben soll. Schnell merkt Jimmy, dass er zwar gerne als Anwalt arbeitet, aber sich nicht in einer großen Firma zurechtfinden kann, in der er Regeln unterworfen ist, die ihm jemand anders aufdiktiert.

Da man aber aus einer Firma wie Davis & Main nicht so einfach kündigen kann, ohne gewisse Annehmlichkeiten wieder abgeben zu müssen, sieht er sich gezwungen, gefeuert zu werden. Und dazu stellt er so einiges an. Dass er jeden Tag in absolut unpassenden Anzügen in sämtlichen Farben des Regenbogens zu Kundengesprächen erscheint, ist dabei noch das harmloseste. Er besorgt sich einen ultra-lauten Smoothie-Maker, drangsaliert seinen Kollegen mit einem Dudelsack und hört auf, nach dem großen Geschäft auf der Toilette zu spülen. Angesprochen auf seine Eigenheiten in neuester Zeit gibt er sich ahnungslos und schiebt es auf den Stress.

Es sind unglaublich witzige Momente, die Bob Odenkirk hier generiert. Jimmy wirkt absolut untragbar und unmöglich und doch sind die Zuschauer auf seiner Seite, da er seine Unmöglichkeiten mit einer Leidenschaft und mit unbändigem Charme transportiert, dass man ihm unmöglich böse sein kann. Das ist einfach Jimmy McGill – ein See unbändiger Ideen, die oft übers Ziel hinausschießen, ihm aber zu dem verhelfen, was er will. Und das macht die Serie zu so etwas besonderem. Sie zeigt Jimmy als sympathischen Verlierertyp, der doch eigentlich nur das machen will, was ihm Spaß macht, der jedoch an den Regeln des Establishments scheitert und daher niemals wirklich erfolgreich und glücklich werden kann in seinem Beruf.

Es tut fast schon weh, zu wissen, was aus ihm einmal werden wird und wo er in einigen Jahren enden wird. Darum sind solch Szenen wie diese absolut herrlich, weil sie eben so typisch Jimmy sind und die stellenweise dann doch schon manchmal äußerst dunkle Serie absolut auflockern.

Melanie Wolff - myFanbase

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