Die besten Staffeln 2011/2012
Once Upon A Time, Staffel 1

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Spätestens seit "Shrek" ist die Lust an Märchenfiguren wieder sehr populär geworden und besonders die Vermischung untereinander steht hoch im Kurs. Insofern kann man sagen, dass eine Serie wie "Once Upon a Time" überfällig gewesen ist, aber was gut werden soll, braucht eben auch seine Zeit. Die Serie von unter anderem zahlreichen "Lost"-Beteiligten hinter der Kamera gehört jedenfalls zu den erfolgreichsten Neustart – und das völlig zurecht.

"You must break the curse"

Es ist schon die grundsätzliche Idee, die absolut überzeugend ist. Ein Dorf namens Storybrook wird von allen möglichen Märchencharakteren bewohnt, nur wissen diese überhaupt nichts von ihrer eigentlichen Identität und stellen daher auch nichts in Frage. Nur ein Junge namens Henry ist überzeugt davon, dass ein Fluch, ein böser Zauber über dem Dorf liegt und seine Ziehmutter als böse Hexe und somit Hauptverantwortliche davon weiß. Zur Rettung braucht es seine richtige Mutter, Emma Swan, die als Tochter von Schneewitchen und dem Prinzen kurz nach der Geburt noch vor dem Fluch bewahrt werden konnte. Nun ist sie Ende 20 und völlig überfordert von Henrys Besuch, hatte sie doch ihre Gründe, warum sie ihn zur Adoption freigegeben hatte. Henry aber fordert von ihr, dass sie den Fluch aufdecken und alle Bewohner des Dorfes retten müsse. Soweit also die Grundidee und wer den Trailer vor dem Start gesehen hatte, der war sicherlich angetan davon. Doch spätestens seit "FlashForward" wissen wir, dass ein solches Versprechen noch lange keine Garantie für eine gelungene Serie darstellen muss.

Glücklicherweise hat "Once Upon a Time" die Erwartungen erfüllen können und ziemlich konstant eine spannende, emotionale, abwechslungsreiche und wirklich auch überraschende Staffel bieten können. Die Wechsel zwischen Storybrook und der Märchenwelt waren insofern gelungen, weil sie wunderbar die Parallen in bestimmten Geschichten herausarbeiten und elegant die Ähnlichkeiten der Charaktere aufzeigen konnten. Außerdem ist in einer prinipiell logischen und nachvollziehbaren Art und Weise eine Vermischung und Neukonstellation verschiedener Märchenfiguren umgesetzt worden, die Woche um Woche überraschte und regelrecht Begeisterung bezüglich dieser Ideen auslösten. Auch machte es wunderbar Freude, mitzuspekulieren, wer wer ist, was als nächstes passieren wird und wie die zwei Welten nun eigentlich miteinander verknüpft sind.

Nebenbei fabrizierten die Schauspieler sehr emotionale Geschichten, allen voran die Liebesgeschichte zwischen Mary Margareth und David, die eigentlich ein Happy End haben muss, aber von einem steinigen Weg gezeichnet ist. Und der Kampf von Emma und Regina um Henry macht auch Einiges her. Das Potenzial der Idee wurde optimal ausgenutzt und hat Woche für Woche für beste Unterhaltung gesorgt, zumal man sich durch die Märchenseite wieder viel Zeit genommen hat, die Charaktere intensiv zu betrachten. Hinzu kommt auch ein überzeugender Cast, allem voran Ginnifer Goodwin, der die Bezauberung der Serie vollendet.

Ein zur Qualität der Serie wesentlich betragender Faktor ist für mich auch Mr. Gold bzw. Rumpelstielzchen. Im Spiel zwischen Gut und Böse, welches sehr viele Grauzonen entwickelte, ist er so ein unberechenbarer Faktor gewesen. Neutral und nur für seine eigenen Interessen zuständig brachte er eine wichtige Dynamik in die Serie, zumal auch seine Motive sehr lange im Verborgenen blieben.

Das Staffelfinale hatte dann doch sehr überrascht, weil es relativ unerwartet den Fluch tatsächlich beendete. Die längst feststehende zweite Staffel wird es nun also schwer haben, weil man eine sinnvolle neue Basis benötigt, um mit den Charakteren, die sich ja nun wieder an alles erinnern, wieder so grandios weiter zu machen. Allerdings traue ich den Autoren das allemal zu. Dafür haben sie mich in dieser ersten Staffel einfach zu sehr überzeugt.

"Once Upon a Time" kann zweifelsohne zum besten Neustart der Network-Sender gekürt werden. Eine durchgehend überzeugende Staffel bot beste Unterhaltung, Spannung, Emotionen und kreative Ideen, die einem noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Emil Groth - myFanbase

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