DVD-Rezension: Marvel's Daredevil, Staffel 2

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Nach dem Erfolg der ersten Staffel der Marvel-Serie "Daredevil" ist am 18. Mai 2017 die zweite Staffel der Superheldenserie auf dem deutschen Markt erschienen. Wieder bekämpft der blinde Rechtsanwalt Matt Murdock (Charlie Cox) mit seinen geschärften Sinnen als Daredevil das Böse in seiner Heimat Hell's Kitchen, einem Viertel von Manhatten. Dabei muss er sich auch in der zweiten Staffel einigen Herausforderungen stellen und sich mit existentiellen Fragen beschäftigen.

Inhalt

Foto: Charlie Cox, Marvel's Daredevil - Copyright: 2017 Marvel & ABC Studios
Charlie Cox, Marvel's Daredevil
© 2017 Marvel & ABC Studios

Zum Ende der ersten Staffel hat es Matt Murdock geschafft dem Gangster Wilson Fisk (Vincent D'Onofrio) das Handwerk zu legen und ihn hinter Gittern zu bringen. Somit glaubt Matt nun, dass etwas Ruhe in Hell's Kitchen einkehrt und sich seine Bemühungen dem Verbrechen die Stirn zu bieten, endlich ausgezahlt haben. Doch die Ruhe hält nicht lange, denn es tauchen zwei weitere Menschen mit außergewöhnlichen Kräften in Manhattens Viertel auf. So lernt Matt den Punisher (Jon Bernthal), einen Ex-Soldaten, der seinen Gegnern blutige Rache schwört, kennen und trifft wieder auf seine alte Flamme Elektra Natchios (Elodie Yung). Doch damit nicht genug, eine alte, tödliche und unerbittliche Quelle des Bösen gewinnt wieder an Macht und Matt der deswegen seinen persönlichen Einsatz gegen das Böse erhöhen muss, muss mitansehen wie auch die Zahl der Todesopfer steigt, was ihn dazu zwingt sich damit auseinanderzusetzen, was es wirklich bedeutet ein Held zu sein.

Rezension

Foto: Jon Bernthal, Marvel's Daredevil - Copyright: 2017 Marvel & ABC Studios
Jon Bernthal, Marvel's Daredevil
© 2017 Marvel & ABC Studios

Nachdem Staffel 1 von "Marvel's Daredevil" sich vor allem um Wilson Fisk als Bösewicht drehte, ist Staffel 2 etwas breiter gefächert. So scheint es zuerst so, als tobe nach der Verhaftung von Wilson Fisk ein Bandenkrieg in Hell's Kitchen, doch dann wird bald klar, dass jemand anderes hinter dem Mandanten von Nelson & Murdock her ist und zwar ein einzelner Mann, genannt der Punisher, der gegenüber seinen Feinden ziemlich brutal vorgeht. Somit behandelt vor allem der erste Teil der zweiten Staffel die Frage, wie weit man gehen darf, wenn man Verbrecher jagt, beziehungsweise ist Selbstjustiz in gewissen Fällen gerechtfertigt. Jemand der durchgemacht hat, was der Punisher durchmachen musste, würde die Frage wohl damit beantworten, dass die Selbstjustiz von Nöten ist, doch muss man sich natürlich vorstellen, was passieren würde, wenn jeder der auf irgendeiner Weise an jemandem Rache nehmen will, mit Selbstjustiz handeln würde. Die Welt würde im Chaos versinken und die Gewalt würde Überhand nehmen. Und genau diese Position vertritt Matt Murdoch, obwohl ja auch er als Daredevil an der Grenze des legalen operiert, indem er Verbrecher krankenhausreif schlägt. Töten hingegen verabscheut er, was ihn klar von dem Punisher unterscheidet und somit die zwei Gegensätze aufzeigt, die in der zweiten Staffel miteinander konfrontiert werden.

Die Frage ob Selbstjustiz in gewissen Fällen gerechtfertigt ist oder nicht und wie weit man dabei gehen darf, wurde in Serien und Filmen schon diverse Male behandelt und ist somit nichts Neues und wird in "Marvel's Daredevil" leider auch nicht wahnsinnig ausgearbeitet. Für mich wird hier vor allem die Tatsache, dass Daredevil ja auch ein Selbstjustizler ist, viel zu wenig beachtet und es sieht oft so aus, als urteile Dardevil über den Punisher ohne seine Taten selbst zu hinterfragen. Auch ist der Grund weswegen der Punisher zum Selbstjustizler geworden ist, etwas einfallslos und sehr klischeehaft. Trotzdem konnten einige Szenen überzeugen, was für mich aber vor allem auch an der darstellerischen Leistung von Charlie Cox liegt, der den Anwalt Matt Murdoch und auch der nächtliche Rächer Daredevil hervorragend darstellt. Auch die Kampfszenen zwischen Daredevil und dem Punisher sind nicht zu verachten und gaben der zweiten Staffel die Ladung Action, die man bereits aus der ersten kennt.

Foto: Elodie Yung, Marvel's Daredevil - Copyright: 2017 Marvel & ABC Studios
Elodie Yung, Marvel's Daredevil
© 2017 Marvel & ABC Studios

Doch nicht nur mit dem Punisher wird Matt konfrontiert, denn plötzlich steht auch wieder Electra Matts alte Flamme vor ihm. Hier hat mir vor allem die Chemie der beiden Darsteller sehr gut gefallen und auch der Einblick in die Vergangenheit der Charaktere. Auch positiv war für mich, dass Matt sich bei Electra ein bisschen hin- und hergerissen fühlt. Er will ihr einerseits helfen, andererseits ist er mit ihren Methoden nicht einverstanden und versucht sie davon abzubringen. Somit weiß man auch nicht genau, was Electra genau im Schilde führt und ob sie zu Gut oder Böse gehört, wenn man diese Unterscheidung in einer Serie wie Daredevil, die sich doch häufig in Grauzonen bewegt, überhaupt so benennen kann. Das anbahnende Liebesdreieck zwischen Matt, Electra und Karen (Deborah Ann Woll) hat mir dabei weniger gut gefallen, da ich eigentlich finde, dass solche Dinge in einer Actionserie wie "Marvel's Daredevil" es ist, nicht unbedingt sein müssen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle welches der Paare ich bevorzuge, ich habe einfach keine Lust auf irgendwelche Eifersuchtsszenen oder ein Mann der sich zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen fühlt.

Der dritte Gegner von Daredevil, ein magischer Orden und unsterbliche Ninjas hat bei mir dagegen oft ein Augenrollen hervorgebracht. Ich erwarte keine realistischen Geschichten in einer Serie wie "Marvel's Daredevil", schließlich ist es eine Superheldenserie und ein blinder Anwalt der in der Nacht mit großem Erfolg Verbrecher zur Strecke bringt, ist ja auch nicht wirklich realistisch. Doch schien mir dieser magische Orden und diese Ninjas, die andauernd wieder zum Leben erweckt werden, doch irgendwie ein bisschen zu überirdisch, vor allem wenn man den Vergleich zur ersten Staffel anstellt, in der ein durchaus irdischer Gegner wie Wilson Fisk Matt Murdoch gegenüber steht.

Foto: Elden Henson & Charlie Cox, Marvel's Daredevil - Copyright: 2017 Marvel & ABC Studios
Elden Henson & Charlie Cox, Marvel's Daredevil
© 2017 Marvel & ABC Studios

Sehr positiv war für mich aber die Storyline zwischen Matt und Foggy (Elden Henson), denn sie konnte mich emotional fast am meisten berühren. Foggy der inzwischen ja von der geheimen Identität seines besten Freundes weiß, macht sich natürlich, durchaus berechtigt, große Sorgen um ihn, schließlich muss er ihn auch dauernd irgendwo auflesen und zusammenflicken. Mit der Bitte, dass Matt mit der Verbrechensbekämpfung aufhören soll, stößt er bei diesem aber auf taube Ohren, was schlussendlich zu einer Entfremdung der beiden führt und damit natürlich auch die Kanzlei, welche ein Traum der beiden war, in Mitleidenschaft zieht. Hier sehe ich diverses Potential für eine kommende dritte Staffel, in der die Beziehung von Matt und Foggy, die für mich ein zentraler Punkt der Serie ist, vielleicht sogar noch etwas mehr in den Fokus stellt.

Die DVD-Staffel enthält alle 13 Folgen der zweiten Staffel auf vier einzelnen DVDs, die in schlichtem Weiß gehalten sind und mit silberner Schrift der Name der Serie aufgedruckt haben. Die Plastik- sowie Kartonhüllen sind mit dem Bild des titelgebenden Helden sowie seinem Heimatviertel versehen. Auf der Rückseite befinden sich einzelne Episodenbilder sowie ein kurzer Inhaltstext. Leider weißt keine der DVDs irgendwelche Extras auf, was sehr schade ist, da es hier sicherlich ein paar Möglichkeiten gegeben hätte.

Technische Details

Erscheinungstermin: 18. Mai 2017
Originaltitel: Marvel Daredevil
FSK: ab 18 Jahren 
Laufzeit: 707 Minuten (13 Folgen)
Bildseitenformat:  16:9 - 1.77:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch Französisch (Dolby Digital 5.1)
Extras: keine vorhanden

Fazit

Foto: Copyright: 2017 Marvel & ABC Studios
© 2017 Marvel & ABC Studios

Charlie Cox konnte mit seiner darstellerischen Leistung als Matt Murdoch und Daredevil auch in der zweiten Staffel überzeugen. Im Gegensatz zur ersten Staffel hat man jedoch nun keinen zentralen Gegenspieler gewählt, sondern Daredevil mit mehreren "Feinden" agieren lassen, bei welchen es auch für den Helden der Serie nicht immer ganz einfach ist festzustellen, auf welche Seite sie genau stehen. Obwohl die Idee eigentlich nicht schlecht ist, hat das Ganze nicht übermäßig gut funktioniert, wodurch für mich die zweite Staffel im Gegensatz zur ersten deutlich schlechter abschneidet. Trotzdem können die meisten der 13 Folgen gut unterhalten und somit lohnt sich ein Kauf der DVD auf alle Fälle.

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Maria Schoch - myFanbase

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